Schaf, schärfer, getöpfert!

Liebe Leser!

Während der monumentale Gips-Igor auf dem Bauch liegt zum Trocknen und auf sein Shooting wartet, übernehmen heute interimsweise diese Schafe die Macht im Blog.

Schafe sind eine faszinierende Spezies. Ich persönlich habe zum Beispiel mal über ein Jahr lang mein Zimmer mit einem geteilt. Fast. Also, um ehrlich zu sein, das Schaf wohnte auf der anderen Seite der Wand – auf der Wiese hinterm Haus. Da ich gerne bei offenem Fenster schlafe, war ich so in der glücklichen Lage, auf das Hörbuch zum Einschlafen zu verzichten. Die ganze Nacht ging das: Rupf. Kau. Rupf. Kau. Böhöhöhöhöhöööööööö…

Jetzt mal ohne Witz, wie man es schafft, mit vollem Mund so inbrünstig zu blöken, ohne die angesabberten Grashalme wieder über die ganze Wiese zu verteilen, hat mich zutiefst bewegt.

Naja. Die Herrschaften auf dem Bild heißen jedenfalls Molly, Holly, Gisbert und Bello. Fragen Sie mich aber nicht, wer da wer ist…

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Zugeschaut und Mist gebaut! – Teil 1

Liebe Leser!

Wer so altersschwach ist wie ich, wird sich sicher noch an diese Fernsehsendung erinnern: „Zugeschaut und mitgebaut“. Da war immer so ein hinreißend beruhigender Oppa, der baute Vogelhäuschen und ähnliches zum Nachbasteln. Der sah auch genau so aus, wie der Schuster bei mir im Viertel. So ein Handwerker der alten Schule, der im Hinterzimmer eines windschiefen Zechenhauses eine Werkstatt hatte, an der noch nicht mal ein Schild dran war, aber es wußte ja eh jeder, wo man ihn findet. Woher allerdings weiß ich nicht, irgendjemand muss ihn ja mal als erster entdeckt haben und hat das dann weiter getratscht… Egal. Ich schweife ab!

Auf jeden Fall machen wir heute hier im Blog eine Jekami-Veranstaltung, hehe! Jekami hat aber nichts mit Makramee zu tun, es bedeutet: Jeder muss…äh…jeder kann mitmachen! ( Bitte Wolldecke mitbringen! Keine Ahnung, wozu, aber das gehört sich so. ) Also:

Wir basteln einen Zaungucker!

Und wenn alle da sind, können wir ja jetzt anfangen! Denn heute lernen wir, wie man einen Gips anlegt! Tjahaaa, das kann man schließlich immer brauchen. Mein Privatsekretär Igor hat sich nach einer kurzen häuslichen Auseinandersetzung, also, äh, er hat sich am Türrahmen gestoßen, hehe, nein, das war jetzt ein ganz geschmackloser Scherz, also, Igor hat beim Pokern gegen mich verloren und ich hab ihm jetzt erzählt, dass ich ihn eingipse und ins Watt stelle, wenn er nicht bezahlt. Keine Panik, bis jetzt muss er ja nur Modell stehen. Wenn Sie keinen Pinguin zum Abgucken zuhause haben, suchen Sie sich einfach einen Verwandten oder Nachbarn, der eine ähnliche Figur hat, nämlich so eine:

Auf dieser kleinen Skizze sehen wir, wie wir Igors Torso basteln. Wir brauchen:

– einen aus dem Wald geklauten Ast

– einen Luftballon ( am besten keinen Herzförmigen vom letzten Valentinstag )

– Alufolie

– Klebeband

– Gipsbinden

Und jetzt legen wir los! Der schwierigste Schritt kommt zuerst: Wir pusten den Ballon auf! Ich persönlich puste ja immer meine Backen auf bis mir schwarz vor Augen wird, während der Ballon sich kein Stück bewegt, aber ich bin sicher, Sie würden dabei niiiemals so dämlich aussehen wie ich!

Als nächstes verknoten wir den Ballon und ziehen ihn über das obere Ende vom Stock. Jetzt haben wir quasi einen Pinguin am Stiel. Dieser wird nun zur Stabilisierung mit Alufolie verkleidet, bis er aussieht wie ein Requisit aus Raumschiff Orion. Davon hab ich jetzt leider kein Foto, weil ich dafür eine Nachtschicht eingelegt habe, die bezahl ich mir selber besser, hehe! Äh, also, um ehrlich zu sein, ich bin, trotz der Bemühungen des Herrn Yps,  zu doof, um die Belichtung an meiner Kamera manuell einzustellen…

Ähm, wenn Sie nicht extra einen Zementblock anmischen wollen, in den Sie den Stock aufrecht reinstellen können, müssen Sie irgendwas anderes suchen, wo der Stock Halt hat, bevor er irgendwann im Garten in die Erde gerammt wird, um die Nachbarn zu erschrecken. Vielleicht finden Sie ja auch einen Förderer der schönen Künste, der den Stock ein paar Stunden festhält, decken Sie Ihren Mäzen aber mit einer Plane ab!

Tja. Dann falten wir aus Alufolie einen Schnabel, Füße und Flügel und kleben das alles waaaahnsinnig dramatisch an den Aluballon, dabei rufen wir aus, dass wir verkannte Genies sind und leiden für die Kunst. Das gibt dem Ganzen mehr Ausdruck!

Dann schnippeln wir Gipsrollen in handgerechte Stücke und klatschen sie Igor, äh, dem Torso an den Bauch.  Das sieht dann so aus:

Wenn wir dann feststellen, dass mittendrin der Gips ausgeht, weil unser possierlicher kleiner Freund hier zu moppelig ist, dann fühlen wir uns als Künstler unverstanden, werfen uns niedergeschlagen auf die Ottomane und stopfen zwei Kilo Waffelröllchen in uns rein, bis es wieder hell wird und wir neuen Gips besorgen können…ich geh dann mal…

Aus der Reihe Gipsi Kings: In the Ghetto

Ladies & Gentlemänn!

Today, I proudly present…äh, also, der erste Elvis aus der Reihe „Gipsi Kings“ wäre dann jetzt fertig. Mit viel Liebe handgegipst, ich schwör mit Blut, war das ein Akt! Ich hab sogar, damit ich dem King nicht am Schritt fassen muss, nä, hab ich gewisse Körperstellen mit Telekinese, also, Sie wissen schon, was ich meine. Alles andere wäre ja ein Sakrileg!

Angelehnt ist das Modell übrigens an die KungFu-Phase, in der der King seinen nicht mehr ganz so dynamischen Tanzstil inspiriert durch Bruce Lee erweiterte. Danach ging er nach hause und dachte über sein Leben nach.

Ganz besonders stolz bin ich auf diesen Mörderkettengürtel in Gold, sowas kriegt man ja heute gar nicht mehr!

Und jetzt noch für alle Hardliner zum Mitsingen:

As the snow flies
On a cold and gray Chicago mornin‘
A poor little baby child is born
In the ghetto
And his mama cries
‚cause if there’s one thing that she don’t need
it’s another hungry mouth to feed
In the ghetto

People, don’t you understand
the child needs a helping hand
or he’ll grow to be an angry young man some day
Take a look at you and me,
are we too blind to see,
do we simply turn our heads
and look the other way

Well the world turns
and a hungry little boy with a runny nose
plays in the street as the cold wind blows
In the ghetto

And his hunger burns
so he starts to roam the streets at night
and he learns how to steal
and he learns how to fight
In the ghetto

Then one night in desperation
a young man breaks away
He buys a gun, steals a car,
tries to run, but he don’t get far
And his mama cries

 

As a crowd gathers ‚round an angry young man
face down on the street with a gun in his hand
In the ghetto

As her young man dies,
on a cold and gray Chicago mornin‘,
another little baby child is born
In the ghetto

Elvis has left the building…

Tante Matta auf Sylt

Liebe Leser!

Heute entfliehen wir dem unwirtlichen Wetter und träumen uns mit Tante Matta in die Dünen. Matta hat im Preisausschreiben eine Woche Urlaub gewonnen und genießt nun die Sonnenstrahlen, den Wind in der Dauerkrause und das Salz auf der Haut.

Heute morgen wußte ich einfach – es ist wieder so weit, ich muss aus einem Klumpen Lehm einen Menschen erschaffen! Nein, um ehrlich zu sein, war das so: Die Königstochter, Jüngste!, hat mir vor ein paar Jahren diesen prächtigen Stein geschenkt, als wir in den Ruhrwiesen spazieren waren. Weil ich aber jetzt alles ausmiste, was beim nächsten Umzug nicht unbedingt mit muss, hatte ich plötzlich diesen Stein in der Hand und konnte mich nicht von ihm trennen. Also hab ich kurzerhand Kunst drauf gesetzt.

Als ich den Ton auspackte, wußte ich auch sofort, dass es Matta sein muss, diese charmante pummelige Dame, die mit ihrer weltabgewandten Sinnlichkeit ganz für sich das Leben genießt. Und wie Matta und ich dann da so saßen und matschten und plauderten, klingelt das Telefon. Oh, neeeee, hab ich gesagt, ich bin doch gerade bis an die Ellenbogen mit Ton verschmiert!

Irgendwie hab ich es aber doch geschafft, abzuheben, da ist eine gewisse Frau Lekkerstrom am Telefon! Frau Lekkerstrom holte einmal tief Luft und ließ einen dermaßen rhetorisch geschulten Redeschwall auf mich los, dass ich dachte, ich bin bei den Scientologen! Kurz, bevor sie blau anlief, wagte ich einzuhaken: „Äh, entschuldigen Sie, versuchen Sie gerade, mir was zu verkaufen? Weil, ich hab gerade eben Tante Mattas Arm verschlickert und müßte jetzt mal ganz zügig die Finger anarbeiten…“

Frau Lekkerstrom hat das dann auch sofort verstanden. Also, sie will dann nächste Woche nochmal anrufen. Ich denke mal, ich werde dann Igor ans Telefon gehen lassen.