Verfolgen Sie das Paket!

Liebe Leser!

Kennen Sie das? Dank der schönen, digitalen Welt kann man ja seine Pakete jetzt online verfolgen. Man bekommt einen voll geheimen Zugangscode geschickt, und mit dem kann man dann gucken, wo das Paket, das man bestellt hat, sich gerade befindet. Als wenn das Paket nicht ankäme, wenn man das nicht genau überprüft…aber ich persönlich kann ja von solchen Seiten die Finger nicht lassen.

Wie zum Beispiel diese Woche. Weil ich nämlich einen bedauerlichen Todesfall bei meinen Haushaltsgeräten zu verzeichnen hatte. Also, äh, meine Nähmaschine hat sich das Leben genommen. Weil ich aber nun mal ohne Handy, MP-welche Zahl auch immer Player oder Ei-Pötte, nicht aber ohne Nähmaschine leben kann, mußte ich eben den Sparstrumpf plündern und eine neue bestellen. Und was mache ich jetzt? Ich vertreibe mir die Wartezeit damit, das Paket zu verfolgen!

Dabei sagt mein Postmann, ich soll keine Pakete im Internet verfolgen, das tut mir gar nicht gut, sagt er! Und er hat Recht! Ich könnte jetzt schon wieder gucken! Das macht mich nur nervös, dieses Internet…

Andererseits – wie soll ich meine neue Nähmaschine denn sonst verfolgen? Mit dem Bobby-Car?

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Wenn der Postmann zweimal klingelt…

…muss ich im Nachtpolter anne Tür! Jetzt mal ganz ohne Witz, liebe Leser! Ihr glaubt ja gar nicht, was mir gestern wieder passiert ist!

Also, äh, seit Jaaahren arbeite ich jetzt dran, sämtlichen Kindern der Nachbarschaft beizubringen, dass sie mich am Sonntag nicht um neun rausklingeln sollen, weil sie Langeweile haben, wenn die eigenen Eltern ausschlafen wollen. Ich bin nämlich, auch wenn Kinder das im Umgang mit mir ganz gern mal vergessen, auch schon groß, also, ähm, ich bin eine RESPEKTSPERSON und darf sonntags ausschlafen! *schrei*

Als das dann gestern noch vor dem ersten Kaffee klingelte, mutierte ich also fix zum Werwolf, ließ meine Augen rot aufleuchten und riss in meinem autoritär anmutenden Flanellpyjama mit rosa Snoopys drauf bedrohlich knurrend die Tür auf.

Vor mir stand er. Ein überdreht grinsender Paketbote, mit roten Backen und Eiszapfen an den Ohren. Ich hoffe nur, der Schnee an seiner Nase war echt… Ich rieb mir den Schlaf aus den Augen und stammelte „Am heiligen Sünnach?“

Stolz hielt er mir mein bestelltes Päckchen unter die Nase und rief aus: „Ich hab gerade einem Kunden erzählt, heute wär Montag, der zieht sich jetzt an und geht zur Arbeit!“ Dann rollte er manisch lachend die Treppe wieder herunter…

Ach so, vorher drückte er mir noch ein Paket für die Nachbarn in die Hand, die durften nämlich ausschlafen…