Frau Groka hat Nervenzusammenbruch!

Liebe Leser!

Als Warnung vorwech: Dieser Artikel ist KEINE Übung! Ich habe KEINE Tüte geraucht ( obwohl ich gewollt haben wollen hätte, aber gedurft haben sie mich nicht gelassen ) und auch keine geistigen Getränke zu mir genommen. Das Bild unten ist mir tatsächlich passiert. Und erst scrollen, wenn alle Kinder aus dem Zimmer geschickt sind!

So. Also, eigentlich fing es ganz harmlos an. Vorgestern, mein Gott, war das erst vor zwei Tagen?, hab ich ja lauthals verkündet „Morgen ist Ruhetag!“. Was mich dann geritten hat, weiß ich nicht, purer Überlebenstrieb, aber als dann abends der Auftrag reinkam, innerhalb von 7 Tagen ein „verkaufsfertiges Buch“ zu schreiben, hab ich Idiot diesen Ghostwriterjob angenommen. Das allein ist ja schon ein Grund, mich zu verkloppen, aber was ich dann gemacht habe…

Die liebe Frau Groka saß dann da so also am Rechner rum, und saß da…und 18.578 Zeichen später fiel mir einfach nichts mehr ein. Wer selber schonmal für Geld geschrieben hat, weiß: Da hilft nur eins! Vor die Tür gehen! Das hab ich dann auch noch gemacht, ich Depp! Deadlines verstoßen gegen die Menschenrechte, aber egal…

Ich saß dann da also fein mit meinem Skript am Kirchplatz, ließ mir die seltene Sonne auf den Pelz brezeln und pinnte eifrig in mein Notizbuch, da rollte eine ostfriesische Geburtstagsgesellschaft auf mich zu. Wenn unverheiratete männliche Ostfriesen 30 werden – es hat unbestritten etwas von einer Wagneroper, mit einem Wort: WAHN!

Das GeburtstagsKIND muss fegen, bis es freigeküsst wird. In Esens wählt der gemeine Ostfriese zum Fegen gerne Kronkorken, die sich auf dem Kopfsteinpflaster vor dem Rathaus ja besonders gut auffegen lassen, nä? Ich glaube, die Kronkorken werden im Laufe des Abends auch nicht weniger. So weit, so gut.

Jetzt hat aber, äh, entschuldigen Sie den abgegriffenen Ausdruck, der „heiße Feger“ gestern…boar, jetzt mal ohne Witz, ich bin in den Norden geflüchtet um keine „Frohnaturen“ mehr ertragen zu müssen und denk, ich steh in Köln… *augenzuhalt*

Gott sei Dank konnte mein verstörter Blick sich an der schief sitzenden Clownsperücke festhalten, aber…wer dem jungen Mann dieses Adamskostün genäht hat ( und das in der Hochsaison, die aaarme Sau… ), also, äh, da wäre jeder Blauwal vor Neid erblast. Mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht sagen.

Äh. Ja. Der junge Mann trug „es“ jedenfalls mit Fassung und schwang mit großer Freude den Gummibesen, den seine Peiniger ihm in die Hand gedrückt hatten. Und nicht nur den.

Ja. Das wollte ich erwähnt gehabt haben. Aber schön, das wir mal drüber gesprochen haben. Es tut gut, seine traumatischen Erfahrungen zu teilen. *augenroll*

Ich bin dann mal wieder. Ich hab da eine Deadline. Bis die Tage dann…

Budenkolllller!

Liebe Leser!

Während vorne im Haus alle Schriftstellerinnen vom Jüchertor fleißig gegen ihre Schreibblockaden antippen ( zumindest hört man überall Tastaturen klappern… ), hab ich das Gefühl, ich komme hinten aus dem Garagelier gar nicht mehr raus und komm zu nix! Ich pinsel wie wahnsinnig, aber die Wände werden nicht voller. Ich drucke, schneide, verpacke, rahme und dekoriere wie wahnsinnig, aber die Stöberkisten werden, genau, nicht voller. Hm. Außerdem muss der große Tisch irgendwie anders stehen, das geht so nicht…und Nosi muss endlich fertig geschminkt werden, und dann muss Yoda da weg!

Ich mein – jetzt guckt euch das mal an! Nosferatu steht da so großartig in seinem mittelalterlichen Domizil und überm Ohr hängt der ehrwürdige Yooooda! Das sieht ja voll bekloppt aus! Ich muss die gesamte Hollywood-Ecke neu hängen!

Ich werd bekloppt. Irgendwie bin ich heute mit allem unzufrieden und hab das Gefühl, in das Atelier kann ich ja niiie jemanden rein lassen. Und eine Kiste Bier für die Eröffnung brauchen wir ja auch noch… Schaffenskrise! WAAAAAH!

Ob ich einfach das Möhrenbeet vom Schachtelhalm befreien gehe? Ein bißchen frische Luft wäre sicher nicht übel…neee, besser, ich geh wieder Möbel rücken…

Die Wüsten-Kogge

Hochverehrtes Publikum, liebe Leser!

Nachdem ich mich einige verregnete Tage sehr zum Leidwesen meiner Mitbewohner damit aufgehalten habe, mir selbst manisch zu beweisen, dass ich Tschaikowsky auf dem Klavier spielen kann, kam die Sonne raus und ich nahm wieder meine Streifzüge durch die ostfriesische Wildnis auf. Und was soll ich sagen – ich traf dieses Kamel. Um genau zu sein – es ist ein Trampeltier. Ein zweihöckriges Getüm, welches sich in friedlicher Eintracht mit einem Esel die Koppel teilt. Da soll nochmal einer sagen, die Nordlichter sind Fremden gegenüber verschlossen.

Bei meinem gestrigen Besuch an der Kamelkoppel hatte ich dann großes Glück. „Es“ stand direkt hinter der Hecke, als hätte es nur auf meinen Besuch gewartet. Ich beschloss also, die diplomatischen Beziehungen aufzunehmen. „Moin!“ rief ich. Das Trampeltier sah mich erwartungsvoll an und kaute angeregt auf seinen eigenen Lippen. Ermutigt durch diese Geste verbeugte ich mich und sagte ein Gedicht auf.

Äh…

Die Sonne brennt,

die Birne wird weich,

Du bist Suleika

Und ich bin der Scheich

Tja. Es kaute, gähnte, und streckte mir die Zunge raus. Ich dachte erst, das rosane Dingens ist ein HubbaBubba, aber es war tatsächlich die Zunge. Wahrscheinlich hätte ich sagen müssen „Ich bin Suleika, und Du bist der Scheich.“, aber ich hatte ja keine Zeit, das Spontangedicht zu überarbeiten. Diplomatisches Parkett ist eben glitschig.

Wenn das Wetter es zuläßt, werde ich es heute also nochmal versuchen. Mal sehen, ob ich diesem Wüsten-, äh, Wattschiff, nein, dieser Wüstenkogge nicht doch ein Grinsen entlocken kann…

Die große Ostfrieslandsaga:

Wackeln im Sturm!

Liebe Leser!

Jetzt fragt mich bloß nicht, wie ich wieder auf diesen Schwachsinn gekommen bin. Ich glaube, es passierte, als Jutta und ich uns mal wieder ins absurde Nichts brainstormten und wild Fernsehserien aus den Achtzigern in den Raum riefen. Als wir dann bei „Der Model und das Schnüffler“ loskreischten und einfach nicht mehr die Verwandschaftsverhältnisse auf Falcon Crest auf die Kette kriegten, war mein Hirn endgültig so durchgeschüttelt, dass es Fokko und Jelte auf dem Acker ausspuckte. Und da stehen die beiden jetzt. Sturmfest und erdverwachsen.

Jetzt fehlt nur noch das passende Manuskript in zwölf Bänden…

Obacht: Eis-Eilige in Ostfriesland gesichtet!

Liebe Leser!

Nachdem ich letzte Woche vor den braungebrannten Händen vor meiner Nase zurückgeschreckt war und dachte: „Huch! Wem gehören die! Roberto Blanco?!“, um dann fest zu stellen, dass es meine eigenen sind, habe ich in den letzten Nächten ganz fürchterlich gebibbert. „Watt is hier los,“ hab ich gedacht, „hab ich zu viel Schokoladeneis gegessen und mich innerlich verkühlt?“

Weit gefehlt! Heute morgen standen sie dann im Garten – nicht die Eisheiligen, sondern die Eis-Eiligen! Die sind nämlich eine Woche zu früh dran, da habtert! Sofort habe ich den Skizzenblock gezückt und drei der Gestalten festhalten können, bevor die Morgensonne sie dann vertrieben hat.

Hier sehen wir also Bonifatius, Servantus und Sophie. Die stehen da rum und verschrecken eiskalt meine zum Abhärten rausgestellten Pflänzchen. Frechheit! Wenn das morgen nicht besser wird, dann kommt das heilige Söphchen aber aufs Stövchen!

Ostfriesisches Nationalgetränk mit einem Buchstaben: T

Liebe Leser!

Sicher fragt ihr euch heute: „Was tut die verpeilte Frau Groka da mit der winzigen Suppenkelle? Will die uns Leser zum Essen einladen, ist aber mal wieder pleite und serviert den Steckrübeneintopf deswegen in Fingerhüten?“

Weit gefehlt! Bei diesem neckischen Accessoire handelt es sich um eine Saaahnekelle! Tja, da staunt ihr, nä, was ich alles im Haus habe! Und damit ihr hier im Blog auch mal was lernt, referiere ich heute über die ostfriesische Tee-Etikette!

Für alle Neueinsteiger auf dem Gebiet: Etikette bedeutet hier nicht die kratzigen Schildchen, die man sich hinten aus dem Pullover raus schneidet, sondern wie man sich benimmt. Also, erstmal Fingers ausse Nase, Ellbogen vom Tisch und wir legen los!

Grundsätzlich schenkt in Ostfriesland die Hausfrau den Tee aus, also schön die Finger wech von der Kanne, Selbstbedienung is nich! Weil wir jetzt aber eine Weiber-WG sind, ist bei uns immer gerade die die Hausfrau, die am nächsten dran sitzt. Außer jetzt, diejenige hat beide Arme in Gips, aber das kommt ja höchstselten vor.

Bevor der Tee eingeschonken ( dieses Verb habe ich mit Gewalt gebeugt! ) wird, werden die Kluntje in die Tassen geworfen. Kluntje sind im Rest der Republik auch als „Kandis“ bekannt, in Ostfriesland sind die aber viel größer. Es wurden schon Exemplare gesichtet, die man bei Castortransporten als Pflasterstein einsetzen konnte. Der Kluntje muss mit Schmackes in die dünnwandige Zwergentasse geworfen werden. Gießt man dann den heißen Tee auf, hat der Kluntje zu knacken, ansonsten gilt es, den Pflasterstein aus der Tasse zu entfernen und diesmal einen echten Kluntje zu nehmen.

Sind alle Tassen voll, wird mit der Sahnekelle die ( ungeschlagene! ) Sahne in Wölkchen auf den Tee gelegt. Wir nehmen ungeschlagene Sahne, weil geschlagene mit den ganzen blauen Flecken ja nicht schön aussieht.

Nun beginnt der Glaubenskrieg, eine in Ostfriesland nicht zu unterschätzende Angelegenheit. Umrühren oder nicht? Touristenführer raten dazu, den Tee „in Lagen“ zu trinken, nicht im Liegen. „In Lagen“ meint „nicht umgerührt“. Interlaken hingegen ist eine Stadt in der Schweiz.

Der in Lagen getrunkene Tee ist oben sahnig, mittig schwarz und unten süß. Diese Sitte blieb erhalten aus der Zeit, als Kluntje noch in Gold aufgewogen wurden und ein Kluntje für drei Tassen reichen mußte, denn drei Tassen sind Ostfriesenrecht. Wer zu früh rührte, mußte dann eben zwei bittere Tassen ohne süß trinken. Es geht also die Mär, dass sich als Tourist outet, wer umrührt. Im Hinterland allerdings sind mir selbst schon Ostfriesen begegnet, die fröhlich in der Tasse rühren und nicht rührende Touristen für bekloppt halten.

Gehen wir jetzt einfach mal davon aus, dass wir die erste Tasse überstanden haben, ohne uns das Gesöff auf den Latz zu kippen. Jetzt lauert die Löffelfalle! Wer in Ostfriesland den Löffel in der Tasse läßt, drückt nach dem geheimen ostfriesischen Tee-Code aus: „Lass ma stecken!“ und bekommt nichts nachgeschenkt. Angeblich sind auswärtige Verwandte in einigen Fällen nie wieder gekommen, weil sie den selbst provozierten Affront von der zweiten Runde ausgeschlossen zu werden, nicht verknusen konnten. „Frechheit! Ich hab nur eine Tasse gekriegt! Da geh ich nie wieder hin. Und enterben tu ich die Bagage auch!“ Deswegen gilt Ostfriesland auch als strukturschwach und ist auf VW angewiesen. Die Erbtanten sind alle vertrieben.

Wichtig ist auch zu wissen, dass erst nachgeschenkt wird, wenn alle Tassen leer sind. Das gilt nicht nur in Leer selbst, sondern auch in Aurich. In Jever trinkt man lieber gleich Bier.

Resümierend möchte ich sagen, dass Tee als Nerventonikum und/oder Stärkungsmittel unschlagbar ist. Wenn man regelmäßig seinen Tee schlürft, wird einem klar, wieso beispielsweise die Briten bei Anschlägen in der U-Bahn oder royalen Hochzeiten so gelassen bleiben. Bekommt der Brite seinen Five-o’clock-Tea, kann ihn nichts erschüttern. Allerdings nimmt der Brite seinen Tee zwei Stunden später als der Ostfriese. Das liegt nicht etwa an der Zeitverschiebung, sondern daran, dass der gemeine Ostfriese früher aufstehen muss, nämlich dann, wenn die Kühe morgens die Milch fertig haben. Die Sahne muss ja irgendwo herkommen…

So, jetzt wißt ihr bescheid. Und macht mir keine Schande, wenn ihr das nächstemal in Kaloriensiel ins Café stolpert!

Frau Groka in: Lawrence von Arabien!

Verehrtes Publikum, liebe Leser!

Welcher Tag ist eigentlich heute? Ich weiß vor Arbeit gar nicht mehr, wohin, oder woher. Oder welcher Spezies ich angehöre. Aber heute habe ich es zum erstenmal, seit ich in Ostfriesland wohne, an den Strand geschafft. Und ich gebe offen zu: Ich bin ein Weichei und mit dem Bus gefahren. Fahrräder fahren nämlich heute alle rückwärts. Bei dieser Expedition habe ich also gelernt: Wenn in Esens Wind ist, ist in Bensersiel Sturm.

Also, nicht, dass es nicht toll gewesen wäre, die Füße ins Watt zu stecken ( und nicht mehr raus zu kriegen *schlurp* ), den Möwen beim Kekse erbeuten zuzusehen und mir und den Frolleins in meiner Begleitung mit meiner Strandkarte für Esenser freien Eintritt zu verschaffen. Aber der Sandsturm! Harejassisnäää! Die vier Euro, die ich in einen Strandkorb investiert habe, waren die bestangelegtesten Euros meines ganzen Lebens, ich schwör mit Blut! Erstmal kam mein im Rucksack dreifach verpacktes Butterbrot als Sandkuchen wieder raus. Weil jetzt aber Dreck den Magen scheuert, hab ich gedacht: Rein damit! Schließlich hatte ich Kohldampf. Ihr wißt schon…die frische Luft und so. Das hat auch fast gar nicht geknirscht beim Kauen. Dann hab ich aber, weil ich mich nicht getraut hab, meine Kamera in den Sandsturm zu halten und Motive zu fotografieren, mein Skizzenbuch ausgepackt und festgestellt, dass man sehr interessante Effekte erzeugt, wenn man mit weichen Bleistiften auf Sand arbeitet. Äh…das war wirklich abenteuerlich. Die Igors, die ich skizziert habe, sahen alle aus, als wären sie in der Pubertät. Voller Pickel.

Ich hab dann gequengelt und wollte zurück ins Atelier, aber die Jugend von heute wollte noch einen Graben ausheben, auf die Trampoline, in das Kletternetz, ins Watt etc.  und wer saß dann festgetackert stundenlang im Strankorb und mußte die Taschen hüten? Die liebe Frau Groka! *nörgel*

Eine Zeichnung hab ich dann doch noch zustande gebracht…ich weiß nicht, ob man den Schnappschuss aus meinem Skizzenbuch jetzt erkennen kann, aber, ja, äh, das bin ich. Ich habe eine Düne angesetzt. Schade nur, dass man auf dem Bild nicht die Beduinen sieht, die kurz danach vorüber gezogen sind…

Meine Zugbrücke!

Liebe Leser!

Heute dürft ihr einen Blick in das werdende Atelier werfen. Eine voll geheime Preview quasi. Tja. Was ihr hier seht, ist meine mittelalterliche Trutzburg gegen Leute, die Komik nicht ernst nehmen. Hehe!

Liegt verdammt gut in der Hand, dieses alte Tor, wenn man den Riegel vorlegt und den Keil festmacht. Beachten Sie bitte im Vordergrund des Bildes auch den innovativen Türstopper, er hat früher als Bügeleisen gearbeitet, hat sich dann aber einen neuen Wirkungskreis gesucht.

Wenn das Tor offen steht, sieht man übrigens Ostfriesland und, zugegeben, auch unseren Komposthaufen. Aber für das geschulte Künstlerauge ist der natürlich auch totaaal malerisch…

Heute, in Esens…

Liebe Leser!

Ähm, nochmal für alle, die es nicht wissen: Ich bin ja jetzt zugewanderte Ostfriesin und hab aus dem Pott rüber gemacht. Ich habe also jetzt quasi eine „Wahlheimat“, was für eine Künstlerin natürlich sagenhaft interessant klingt und enorm wichtig ist für die Vita.

Und heute bin ich dann da so rumgeschlendert, in meiner Wahlheimat Esens, guckte mir die ganzen Ostertouristen an und lauschte auf die vertrauten Klänge meiner Ex-Heimat. „Kumma hier, Mudder, krisse Wattlatschen für 8 Euro!“ oder „Leck mich fett, Eisbecher dreifuffzich!“

Ich streckte genüßlich auf einer Parkbank am Kirchplatz die Füße von mir, wackelte zufrieden mit den Zehen, da kam er längsseits. Rüdiger. ( Name von der Red. erfunden ). Im Schlepptau: Mutti und Tante Matta.

Mutti beguckte sich das gusseiserne Brathähnchen am Kriegerdenkmal und fragte: „Achtzenn sibbzich? Watt war datt denn für’n Kriech?!“ ( Nun, äh, ich will ja keinem was böses, aber die Generation ist ja für ihr politisches Vergessen schon irgendwie bekannt… )

Rüdiger schleckte an seinem Eis ( bestimmt von Tante Matta spendiert ) und schulmeisterte hochnotwichtig: „Deutschland gegen Frankreich!“ Wofür hat man den Jungen schließlich jahrelang in die Schule geschickt…

Ich räkelte mich, stöpselte mir still in mich hinein grinsend die Sonnenbrille auf die Nase und dachte: „Jaja, Deutschland gegen Frankreich. 1 : 0. Mit Zinedine Sedan…“

Das Ostfriesenteemädchen

Lieber Herr Resl, Herr Yps, und alle wie’se da sind!

Nachdem eine hinterhältige Hexe auf mich geschossen hatte und ich mich mit einem Körnerkissen auf dem Buckel vergnügen durfte ( das kommt davon, wenn man nachts bei offenem Fenster lecker am Rechner hockt und rumprotzt, dass man jetzt wieder ganz viel bloggen wird, und dann kriegt man Zuch und peng! ), gibt es heute endlich wieder was lustiges zu berichten.

Ich bin nämlich jetzt Ostfriesenteefrollein! Das wollte ich immer schon mal werden wenn ich groß bin, aber im Pott sind die Brotjobs in ostfriesischen Teestuben ja nun mal rar gesät. Gestern hatte ich meinen ersten Tag und durfte professionell Ostfriesentee zapfen, in einer riesigen Diele von 1851, mit Kamin!, sehr muckelig. Als ich die 5000 Teekännchen im Schrank gesehen habe, bin ich hyperventilierend hinten über gekippt und dachte „Gezz isset so weit, gezz bin ich inne Puppenstube, die ich mir früher nie leisten konnte!“

Ich wollte dann eigentlich gar nicht nach hause und in meiner Diele weiter machen, in der, die wo mal das neue Atelier wird. Da bin ich nämlich gerade damit beschäftigt, dieses hundert Jahre alte Wunderwerk der windschiefen Technik zu entrümpeln, und das ist ein bißchen so wie in einem Horrorfilm aus den Achtzigern – man hat immer ein bißchen Angst, Lebensformen aufzuschrecken, die dann die Weltherrschaft an sich reißen, und dann bin ich schuld! Bis jetzt hab ich aber nur 14.384 Spinnen in allen Formen und Farben aufgeschreckt. Die rennen dann immer schreiend auseinander und finden mich voll ekelig, weil ich so riesig bin und nur zwei Beine und einen Akkuschrauber habe.

Naja, äh, irgendwie werden wir uns schon arrangieren, die Spinnen und ich. Als Erfolgsmeldung kann ich noch vermelden, dass die ersten selbstgesäten Radieschen und Erbsen aus dem Boden gucken, den ich Ostfriesland mit dem Spaten abgetrotzt habe. Das Problem ist nur: Ich hab aber jetzt Hunger! Diese verdammte Landluft… Ich könnte mich auch schon wieder hinlegen… *schnarch* …