Tanderadei!

Liebe Leser!

Schon, als ich heute morgen aufgestanden bin, wußte ich – irgendwas ist heute in Schräglage. Erstmal hab ich mir Duschgel auf die Murmel geschüttet und dachte „Na, suuuuper, Frau Groka, zu blöd zum Haare waschen!“ Es konnte also nur noch…anderser werden. Und dann wußte ich es plötzlich: Huch, mir ist so, äh…tanderadei! Ich will Blümelein malen!

Tja. Also, öhm, wer regelmäßig meine Artikel liest, der weiß: Aha, die Frau Groka ist eine verbitterte olle Spottdrossel! Ich mein, diesen Ruf hab ich mir schließlich hart erarbeitet! Und jetzt das…ein Liedchen pfeifend saß ich also am Sonnenplätzchen vorm Garagelier und auquarellierte Blümchen und Kräuter. Und dann kam auch noch die Briefträgerin auf den Hof und hat mich dabei gesehen! *schäm*

Danach hab ich dann aber gedacht „Gezz is au egal!“, und bin die verblühenden Rosen schneiden gegangen, um die Blätter in einem Körbelein zu trocknen. Vielleicht les ich heute Abend ein Hanni & Nanni Buch. Man weiß es nicht…das Landleben macht mich auf jeden Fall fertig! 😀

Der Klatschebo-Effekt

Liebe Leser!

Kennen Sie das? Den ganzen Tag lang wird man von extrem blöden, dämlichen, aufdringlichen Fliegen umkreist. Bssssssss. Bsssssssss.

Am liebsten würde man denen ja, äh, auf zehn Meter mit dem Stöpselgewehr, also, äh, ins Auge! Oder noch besser gleich mit dem Hackebeil! *hack* *hack*

Aber kaum steht man auf und greift die Klatsche – alle weg. Und da hab ich mich neulich doch tatsächlich wie ein Berserker in einen Blutrausch reingeklatscht ( ich fürchte, die ganzen Mittelalterschmonzetten, die ich abends verschlinge, haben einen schlechten Einfluss auf mich… ) und, naja, also, ich hab die Klatsche kaputt geklatscht. Nicht so die Fliege, auf die ich es abgesehen hatte. Die kam nämlich, nachdem ich sie mit dem Kehrblech bestattet hatte, beim nächsten Öffnen aus dem Mülleimer wieder rausgetorkelt. Bsssssssss…

Jetzt hat aber unsere Jutta den begnadeten Einfall gehabt, eine neue Klatsche mitzubringen, und zwar eine, die als Sonnenblume getarnt ist. Die sieht sehr lustig aus, und wenn man damit wackelt, dann machen die vielen gelben Ohren flappflapp. Sehr possierlich.

Also hab ich mich hochnotmotiviert bei der nächsten Gelegenheit mit der getarnten Klatsche zwischen die sich tummelnden Fliegen gestellt – alle weg. Tja. Die Königstochter, Jüngste!, würde an dieser Stelle sagen „Die funktioniert ja voll nich!“

Bsssssss…

Frau Groka beschattet Tomaten

Liebe Leser!

So, wer jetzt lacht, wird verkloppt, dass das mal ganz klar ist! Ich habe ein Problem! Wie ihr ja wißt, bin ich hochnotmotiviert an die Gartenarbeit gegangen und habe Ostfriesland Boden abgetrotzt, um Möhrchen und Radieschen zu säen. Die Stuttgarter Riesen kann man sogar schon vom Dachfenster aus sehen! So weit, so gut. Es begab sich aber zu der Zeit, als wo ich mit dem Kübel mit der Spinne kämpfte. ( Ihr wißt schon, Schrei, Beklemmung, Morbidität, Neurose. ) Und in dem Kübel habe ich ein Tomätchen gepflanzt. Ein mit Liebe vorkultiviertes, feines, kleines Kübeltomätchen. Stolz war ich, und glücklich. Am nächsten Tag war es weggefressen.

Ich pflanzte also ein neues. Einen Tag später dann wieder eins. Weg. Alle weg. Ich pflanzte also zwei. Die waren dann noch weger.

Also hab ich so bei mir gedacht: „Ich bin ja nicht blöd! Hehe!“ und hab den Kübel unter größtem Risiko für meine Bandscheiben in den Wintergarten geschleppt. „Haha!“ rief ich aus, und pflanzte ein Tomätchen.

Am nächsten Morgen war es weg. Hatte ich die Tür aufgelassen? War ein Kaninchen widerrechtlich in den Wintergarten eingestiegen? Ich pflanzte erneut eines der nun letzten überlebenden vorkultivierten Tomätchen und verrammelte die Tür. Und heute morgen war es…weg.

Also, falls ich morgen ein wenig zerknautscht und brummig sein sollte – ich muss heute Nacht im Wintergarten meine letzte Tomate beschatten. Jetzt weiß ich auch, warum die Nachtschattengewächse heißen…

Aber eh ich es vergesse – ein richtiges Bild habe ich heute trotzdem geschafft. Ein riiiiesiger Schinken aus mindestens 3 Kilo Farbe, das war ein herrliches Gemansche! Hach! Ich weiß jetzt nur nicht, ob ich mich jemals wieder sauber kriege…weil das Bild jetzt aber nur aus Blau und Grün besteht und mir kein Name dafür einfällt, nenne ich es einfach…

…Blün

Schreck lass nach…

Liebe Leserschaft!

Ich bin jetzt noch ganz aufgelöst und derangiert, ich schwör! Heute ist es passiert – das gruseligste, was einer alten Phobikerin wie mir passieren kann. Hautkontakt. Wahhh! SPINNE! *stammel*

Also, das war so. Mittags war die Welt noch in Ordnung, ich kam gut gelaunt von meinem lustigen Brotjob, hatte mir sogar eine „Strandmatte“ ( so ein pieksiges geflochtenes Dingens zum Drauflegen ) gekauft und freute mich drauf, für Noppes ein Kännchen Tee zu nehmen, für das die Touristen dreifuffzig latzen müssen. Zuhause angekommen beschloss ich aber, nicht faul, dieses Mörderwetter sinnvoll zu nutzen und mich ganz der Gartenarbeit hinzugeben. Eigens zu diesem Zweck kippte ich einen riesigen Blumenkübel samt verrottetem Inhalt vom Vorjahr auf den Komposthaufen und latschte dann fröhlich pfeifend mit dem Pott ganz stolz quer durchs Haus. Und wir haben ein großes Haus. Also, äh, eigentlich sogar ein sehr großes. Also, was ich sagen will – man kann da ganz schön lange durchlaufen…so ganz ahnungslos…

Dummerweise fiel mein Blick auf mein nacktes, bloßes, zerbrechliches Ärmchen und – WAAAAAAH!

Äh…ich schrie, die Spinne schrie, der Blumenpott schrie – wir alle rannten kreischend im Kreis, bis die Spinne von mir abließ und mit der Omme voll gegen diese Bodenfliesen im Popocatepetl-Design knallte. Erst dachte ich noch, die wär in mein Körbchen mit der frischen Wäsche gesprungen, aber dann lag sie da und machte entweder Yoga oder war…äh, egal, ich bin dann draufgetreten, um sie von ihren Leiden zu erlösen. Da tat sie mir dann furchtbar leid.

Ich bin ein Spinnenkiller! *schäm*

Ach so, das hätte ich jetzt fast vergessen – ihr müßt die Qualität des heutigen Bildes entschuldigen. Es wurde mit zittriger Hand auf schlotternden Knien gezeichnet. In das echte Bild hab ich ein Loch gehauen, das ist kein Witz! Ich hab die trocknende Leinwand artig zur Seite gestellt damit nix drankommt und, tja. Dann hab ich sie geschrottet. Was für ein Tag…

Landlust vs. Blutverlust

Weltbeste Leserschaft!

Wer hat sich eigentlich ausgedacht, dass Landmücken so groß sein müssen wie Taranteln in einem Fünfziger-Jahre-Horrorstreifen? Also, wenn man hier eine Mücke erlegt – das scheppert! Ich wollte jetzt sagen „Ich schwör mit Blut!“, aber ich hab ja keins mehr…

Hier seht ihr zum Beispiel Griseldis und mich beim Abendbrot. Also, äh, bei ihrem Abendbrot. Ich bin schon ganz schwach und abgemattet, aber Griseldis und ich sind dann jetzt wohl Blutsbrüder.

Und achtet gefälligst darauf, dass Griseldis in künstlerischer schwarz-weiß Ästhetik widergegeben ist, hehe. Das hab ich in Anlehnung an den großen Jack Arnold getan, den Titan des billigen Gruselfilms. Früher kam nämlich donnerstags auf dem Dritten immer „Jack Arnold erzählt“, da hat dieser distinguierte Oppa geplaudert und dabei seine Tricks verraten. Wenn ich damals gewußt hätte, dass er damit Einfluß auf meine künstlerische Entwicklung nimmt, hätte ich Dalli Dalli geguckt…

Landleben für Anfänger!

Liebe Leser!

Jetzt mal ganz ohne Witz, ja, manchmal ist man ja noch viel blöder als wie man denkt. Ich zum Beispiel, nä, gestern im Garten. Also, wir waren mal wieder mit einer unserer Grundstücksbegehungen beschäftigt, um den Möhren gut zuzureden und zu gucken, warum da dieser Pin mit Dornen aus dem Rasen guckt, da steht da dieser Korb rum. Also, der stand da vorher auch schon, ein großer, ganz verwitterter Korb, aus dem fröhlich das Unkraut hervorsprießt, sehr malerisch. Jane Austen hätte sogar gesagt „pittoresk“.

Und da haben wir uns dann so gedacht: Deeen bepflanzen wir fein und stellen den dann als krönenden Abschluss auf das Projekt „Kräuterspirale“ oben drauf. Weil nämlich – meine Mitbewohnerin Jutta hat da ja ein ehrgeiziges Ziel vor Augen und schon ganz viele Steine hin und her gelegt und gymnastische Übungen mit einer Teichfolie gemacht und so. Und einen Weidenzaun geflochten, um ein Ameisenschutzreservat zu errichten. Die Königstochter, Jüngste!, hat dann auch schon eine Ameise „ins Reservat gehievt“, also ausgewildert quasi.

Auf jeden Fall stand dann da dieser Korb. Und ich, nä, Frau der Tat, hab geprotzt: „Ha! Den pack ich jetzt sofort bei den Ohren und kipp den aus!“ Und watt is? WATT is?

Ich hab die Henkel in der Hand! Während der Korb sich kaputt lacht! Frechheit!

Naja, also, das war dann wohl gar kein pittoresker Vintage-Look, der war wirklich verwittert…