Das verkantete Genie oder: Leiden für die Kunst!

Elisa Groka Kreativer Freitag Ich kann so nicht arbeiten

Frau Groka hat sich im Türrahmen verkantet. Genial.

Liebe Leser, Banausen aus Leidenschaft, Freunde des Kreativen Freitags!

Es ist mal wieder so weit – eure Frau Groka hat ihren eigenen Beitrag zum Kreativen Freitag im Kreativkick feddich gemacht, und ich kann euch sagen! Das war vielleicht ein Abenteuer!

Wie immer im Leben fing alles ganz harmlos an. Mir schwante: Ahhh, diese Woche bastel ich eine Collage! Auja, das wird fein! Ich rieb mir also die Hände und tanzte wie Rumpelstilzchen durchs Grummelkontor, meine Schreibmalblogzentrale. Heute klecks ich, morgen mal ich, übermorgen, äh, keine Ahnung, hab ich Stroh im Kopf und mach das zu Gold!

Igor legte nur den Kopf in die Flügel und verschwand dann mit einem alten Comicheft im Kühlschrank, der kennt das ja schon, wenn Frau Groka „so“ ist. Dann ging es an die Arbeit. Am ersten Tag machte ich das Licht an, und ich sah, dass es gut war. Am zweiten Tag malte ich dann das Acrylbildchen in der Mitte, dass das ein Ölschinken ist, ist nämlich voll gelogen!

Am dritten Tag bekam ich Schnappatmung, weil meine 150 Pastellkreiden mir viel zu wenig vorkamen und das heilige Gesso für die genialste Grundierung ever zur Neige ging. Also los, ab in die Stadt! Kaum war ich auf dem Weg zum Bahnhof, fing es an, wie aus undichten Planschbecken zu schütten. Es begab sich aber zu der Zeit, dass jetzt nun mal mein rechter Schuh einen Riss in der Sohle hat. Einen ziemlich Großen. Bis ich das Fachgeschäft für Künstlerbedarf erreicht hatte, quatschte mein Fuß, als würde ich in einem von diesen Kribbelbädern, diesen Mini-Whirl-Pools für Füße, rumlaufen. „Leiden für die Kunst!“, rief ich nur dramatisch aus, und kam mir mächtig gut vor. Wer kauft in der Stadt schon neue Schuhe, wenn es so wundervolle Dinge gibt wie Pastellkreiden, Bleistifte in allen Härtegraden, edel raschelndes Papier mit allen möglichen Oberflächen … hach!

Am vierten Tag zimmerte ich dann also den Türrahmen für das Bild und malte meine kaputten Schuhe. Dann lief ich quer durchs Haus, um das Cuttermesser zu suchen, damit ich das Acrylgemälde in den Türrahmen einpassen kann. Eine verzweifelte Stunde später stellte ich fest, dass das Cuttermesser friedlich schlummernd in dem Stiftebecher stand, an dem ich losgelaufen war, um es zu suchen. Um meine eigenen Hände auszuschneiden, lief ich dann los, um die winzige Nagelschere zu suchen, und: Ich fand sie! Um meine Hände auf den „Ölschinken“ zu kleben, lief ich dann los, um meinen Montagekleber zu finden. Eine verzweifelte Stunde später rannte ich zum Dorfladen, um einen Klebestift zu organisieren. Kaum hatte ich das Haus verlassen … egal. Mein rechter Schuh steht jetzt an der Heizung.

Wie oft genau ich bei diesem aufregenden Abenteuer jetzt gebrüllt habe: „Ich kann so nicht arbeiten, ich bin KÜNSTLER!“, kann ich jetzt nicht sagen, aber es war … oft. 😀

Auf jeden Fall ist mein Werk jetzt fertig. Ich finde, ich habe mir einen Eimer Schoko-Cappuccino verdient!

Der Klatschebo-Effekt

Liebe Leser!

Kennen Sie das? Den ganzen Tag lang wird man von extrem blöden, dämlichen, aufdringlichen Fliegen umkreist. Bssssssss. Bsssssssss.

Am liebsten würde man denen ja, äh, auf zehn Meter mit dem Stöpselgewehr, also, äh, ins Auge! Oder noch besser gleich mit dem Hackebeil! *hack* *hack*

Aber kaum steht man auf und greift die Klatsche – alle weg. Und da hab ich mich neulich doch tatsächlich wie ein Berserker in einen Blutrausch reingeklatscht ( ich fürchte, die ganzen Mittelalterschmonzetten, die ich abends verschlinge, haben einen schlechten Einfluss auf mich… ) und, naja, also, ich hab die Klatsche kaputt geklatscht. Nicht so die Fliege, auf die ich es abgesehen hatte. Die kam nämlich, nachdem ich sie mit dem Kehrblech bestattet hatte, beim nächsten Öffnen aus dem Mülleimer wieder rausgetorkelt. Bsssssssss…

Jetzt hat aber unsere Jutta den begnadeten Einfall gehabt, eine neue Klatsche mitzubringen, und zwar eine, die als Sonnenblume getarnt ist. Die sieht sehr lustig aus, und wenn man damit wackelt, dann machen die vielen gelben Ohren flappflapp. Sehr possierlich.

Also hab ich mich hochnotmotiviert bei der nächsten Gelegenheit mit der getarnten Klatsche zwischen die sich tummelnden Fliegen gestellt – alle weg. Tja. Die Königstochter, Jüngste!, würde an dieser Stelle sagen „Die funktioniert ja voll nich!“

Bsssssss…

Frau Groka hat Tür!

Liebe Leser!

Dass ich Knie hab, wisst ihr ja schon. Und Rücken sowieso, ich bin ja schließlich keine Zwanzig mehr! Jetzt hab ich mir aber noch ein ganz anderes körperliches Problem angeschafft. Spätestens, seit wir in diesem Haus wohnen, habe ich einen Arm zu wenig. Tja.

Wir haben da nämlich diese Tür. Also, wir haben viele Türen, aber ich meine eine ganz bestimmte. Nämlich die Tür, die das Vorderhaus mit dem Hinterhaus verbindet. Und diese Tür muss ich auf dem Weg zur Arbeit passieren, denn der Weg zum Garagelier führt bei schlechtem Wetter durchs Hinterhaus. Es begab sich aber zu der Zeit, dass wir, wenn wir abends die Zugbrücke runter lassen, diese Tür immer abschließen. Nicht, dass wir irgendwas hätten, was sich zu klauen lohnt, aber das gehört sich schließlich so.

Und wenn man die Tür dann am nächsten Morgen wieder aufschließt, stellt man fest – das geht nur zweihändig. Mit der einen Hand muss man die Tür ran ziehen, mit der anderen den Schlüssel drehen. Sonst nix offen. Schloss lacht sich kaputt. Jetzt hab ich aber das Probleeeem, dass ich ohne eine Teetasse in der Hand nicht richtig laufen kann. Also, ich brauch die irgendwie für die Statik oder so. Und dann komm ich da jeden Morgen so um die Ecke, pfeife ein Liedchen und bin fest entschlossen, ein rasend gutes Bild zu malen – da hab ich eine Hand zu wenig! Ich steh dann da, jeeeedesmal, in der einen Hand die Tasse, in der anderen die Klinke, dann verharre ich für einen Moment und gucke doof…und womit drehe ich jetzt den Schlüssel?

Grokas Gartentipp

Wenn die Tomaten pikiert sind, müssen geile Triebe entfernt werden!

Liebe Leser!

Heute geh ich euch mal mit meinem botanischen Fachwissen auf die Nerven, hehe! Also, wenn junge Tomaten von geilen Trieben bedrängt werden, finden die das sehr unangenehm. Deswegen müssen die wech. Außer jetzt, man will, dass die unreifen Tomaten schön rot werden…

Und bevor das jetzt hier peinlich wird, geh ich besser mal lesen. Heute ist nämlich die neue BRAVO erschienen… *augenroll*

Monumente im Deich

Mount Wiesmoor

Liebe Leser!

Die Deichbaukunst ist in Ostfriesland ja echt weit vorne. Deswegen haben sich die Leute in Wiesmoor wohl gedacht „Jau, da schnitzen wir doch noch was rein!“

Deswegen sehen wir hier Onno, Okko, Jelte und Klaas, die Präsidenten des örtlichen Baumschullehrerverbandes. Wenn das keine Touristenattraktion ist!

Berühmte Nordlichter!

Liebe Leser!

Ich komm nochmal eben kurz bei euch bei. Heute dürft ihr nämlich raten, wen das Bild darstellen könnte. Wer will, darf sich auch einen Buzzer basteln und wild Namen in die Gegend rufen. Während ihr also noch überlegt, laber ich einfach ein bißchen, wie das passiert ist, dass ich dieses Bild malen mußte.

Es kommt nämlich so oft im Leben anders als man denkt. Ich zum Beispiel wollte heute Mittagspause machen. Für alle, die es nicht wissen: Mittagspause ist, wenn man ( rund und satt, wie schön is datt! ), einfach mal die Füße hochlegt und Däumchen dreht, also den Kapitalismus aushebelt und unnnproduktiv ist. Ein gutes Gefühl.

Ich lag also so da, wollte gerade den Kontemplationsmodus einschalten und glasig vor mich hinstarren, da kam ein Rückmal längsseits. Rückmals sind kleine Wesen, die viel solophieren und sehr inspirierend sein können. Mein Rückmal in diesem Falle war Frau Grokas Tochter die Ältere, also die Erbin, die einmal mein Werk verwalten muss. Es schubste mich, machte sich breit und fragte „Nerv ich dich?“ „Jau.“ Ich stellte mich schnarchend und sofort kam das Gespräch in Gang.

Nach einer halben Stunde waren wir uns dann einig, dass wir ADHS haben und konnten uns selbst nicht mehr folgen, aber in regelmäßigen Abständen fiel das Wort „Tortillas“. Wer holt die jetzt? Und wer bezahlt die. Und warum. Wie wir dann beim x-treme Brainstorming auf das Motiv kamen, kann ich beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen, aber wenn man ADHS hat und ein Praktikum machen muss, kommt das dabei raus:

Klaus störte Bäcker.

Hätten Sie’s gewußt?

Die große Ostfrieslandsaga:

Wackeln im Sturm!

Liebe Leser!

Jetzt fragt mich bloß nicht, wie ich wieder auf diesen Schwachsinn gekommen bin. Ich glaube, es passierte, als Jutta und ich uns mal wieder ins absurde Nichts brainstormten und wild Fernsehserien aus den Achtzigern in den Raum riefen. Als wir dann bei „Der Model und das Schnüffler“ loskreischten und einfach nicht mehr die Verwandschaftsverhältnisse auf Falcon Crest auf die Kette kriegten, war mein Hirn endgültig so durchgeschüttelt, dass es Fokko und Jelte auf dem Acker ausspuckte. Und da stehen die beiden jetzt. Sturmfest und erdverwachsen.

Jetzt fehlt nur noch das passende Manuskript in zwölf Bänden…

Frau Groka beschattet Tomaten

Liebe Leser!

So, wer jetzt lacht, wird verkloppt, dass das mal ganz klar ist! Ich habe ein Problem! Wie ihr ja wißt, bin ich hochnotmotiviert an die Gartenarbeit gegangen und habe Ostfriesland Boden abgetrotzt, um Möhrchen und Radieschen zu säen. Die Stuttgarter Riesen kann man sogar schon vom Dachfenster aus sehen! So weit, so gut. Es begab sich aber zu der Zeit, als wo ich mit dem Kübel mit der Spinne kämpfte. ( Ihr wißt schon, Schrei, Beklemmung, Morbidität, Neurose. ) Und in dem Kübel habe ich ein Tomätchen gepflanzt. Ein mit Liebe vorkultiviertes, feines, kleines Kübeltomätchen. Stolz war ich, und glücklich. Am nächsten Tag war es weggefressen.

Ich pflanzte also ein neues. Einen Tag später dann wieder eins. Weg. Alle weg. Ich pflanzte also zwei. Die waren dann noch weger.

Also hab ich so bei mir gedacht: „Ich bin ja nicht blöd! Hehe!“ und hab den Kübel unter größtem Risiko für meine Bandscheiben in den Wintergarten geschleppt. „Haha!“ rief ich aus, und pflanzte ein Tomätchen.

Am nächsten Morgen war es weg. Hatte ich die Tür aufgelassen? War ein Kaninchen widerrechtlich in den Wintergarten eingestiegen? Ich pflanzte erneut eines der nun letzten überlebenden vorkultivierten Tomätchen und verrammelte die Tür. Und heute morgen war es…weg.

Also, falls ich morgen ein wenig zerknautscht und brummig sein sollte – ich muss heute Nacht im Wintergarten meine letzte Tomate beschatten. Jetzt weiß ich auch, warum die Nachtschattengewächse heißen…

Aber eh ich es vergesse – ein richtiges Bild habe ich heute trotzdem geschafft. Ein riiiiesiger Schinken aus mindestens 3 Kilo Farbe, das war ein herrliches Gemansche! Hach! Ich weiß jetzt nur nicht, ob ich mich jemals wieder sauber kriege…weil das Bild jetzt aber nur aus Blau und Grün besteht und mir kein Name dafür einfällt, nenne ich es einfach…

…Blün

Bensersiel – der zweite Versuch

Liebe Leser!

Sicher werdet ihr Verständnis dafür haben, dass die liebe Frau Groka sich bei dem feinen Wetterchen lieber mit dem Studium der Schönheiten der Natur aufhält, als am Rechner oder am Zeichentisch zu hocken. Deshalb muss ich euch heute auch wieder mit einem Schnappschuss aus meinem Skizzenbuch beglücken. Ich habe es nämlich getan – ich bin wieder nach Bensersiel gefahren.

Die Anreise mit dem Bus stellte sich mir dar als ein absurdes Theaterstück von Dario Fo. Der Fahrer hätte keine Bustickets, sondern Eintrittskarten verkaufen sollen. Glücklicherweise sprach er laut polternd mit polnischem Akzent, was ich als Wahl-Ostfriesin ja viel besser verstehe als Platt. Auf den vier Kilometern von Adde Cassens Baumarkt nach Bensersiel erfuhren ich und die ganze Busladung, dass der Busfahrer Jens 160 Kilo wiegt, die man ihm aber gar nicht ansieht, und dass der Busfahrer Thorsten zuhause ist. Weil – der hat Familienprobleme. Dem explodiert gerade die Ehe, klärte der Fahrer uns lachend auf. „Frau ist värlippt. Dritte mal!“

Ach ja, und, ähm, alle Wege führen nach Rom, der Bus aber fährt dabei auch über Neuharlingersiel. Vollgepfropft mit derartig pikanten Details dockte ich dann am Strandkorb 314 an, um das Bäuchlein in die Sonne zu halten. Dann stellte ich aber fest – da saß schon jemand. Meine Erben. Das Wunderkind und die Königstochter, Jüngste!,  hatten sich breit gemacht, bevor ich das erste Sandkorn im Auge hatte. Ich versuchte es mit „Kusch!“, „Huschihuschi!“ und diversen anderen lautmalerischen Vertreibungsversuchen, hatte aber keinen Erfolg.

Blieb mir also nur das Erdloch vom Vormieter. Leute, ich kann euch sagen…wenn man einmal im Erdloch sitzt, man kommt sich ja gleich vor wie ein weltweit gesuchter Terrorist. Während ich dann da also saß und versuchte, mich damit zu beruhigen, dass ich ja nix gemacht hab und letztens für meinen neuen Ausweis auch keine Fingerabdrücke abgegeben habe und die mich also sowieso nicht kriegen können, hab ich dann aber vorsichtshalber doch mal nach oben geguckt und ins Satellitenbild gewunken, um wie eine harmlose Urlauberin auszusehen. Die Möwe, die mich und mein Butterbrot die ganze Zeit observiert hat, sah aber nicht aus, als würde sie mir das abnehmen. Glücklicherweise war sie aber nur eine Agentin von der CIA. Chaotische Inselvogel Allianz.