Floppy rettet die Konbautze – eine Kurzgeschichte aus meiner Schublade

Liebe Gemeinde, Freunde und Feinde,

heute habe ich für den Kreativkick einen Artikel über Reizwörter geschrieben und dabei fiel mir ein, das ich ja selbst noch haufenweise „Reizwortgeschichten“ auf der Festplatte habe, die eigentlich zu schade sind, um da zu vergammeln. Da ich nicht weiß, wann ich die Zeit haben werde, die Kurzgeschichtensammlung zu einem eBook zusammen zu stellen, präsentiere ich euch jetzt stolz eine meiner Lieblingsgeschichten: Floppy rettet die Konbautze. Für alle, die diesen Artikel angeklickt haben, weil sie sich für die Reizworttechnik interessieren: Die drei Wörter, aus denen mein Gehirn die Geschichte gemacht hat, waren Rottweiler, Ektoplasma und Puddingteilchen, gestiftet von meiner Tochter. Viel Spaß beim Lesen.

Floppy rettet die Konbautze

Auch in unserer modernen Zeit gibt es noch immer Völker, die nicht bekannt sind. Untereinander schon – nur nicht dem Rest der Welt. Einige Indiostämme sind sogar dafür bekannt, dass sie nicht bekannt sind.
Ein weiteres Volk, das noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat, lebt allerdings in einem Hinterhof in Recklinghausen. Hinter einem kleinen Metzgerladen haben hier die Konbautze einen eigenen Mikrokosmos errichtet.
Die Konbautze sind eine ausgesprochen intelligente Lebensform. Sie nutzen die Vorteile der Zivilisation, ohne sich ihr zu erkennen zu geben. Sie genießen alle Rechte, übernehmen dafür aber keine Pflichten.
Deshalb sind die Konbautze ein sehr lebensfrohes und sorgloses Volk. Sie verbringen höchstens eine Stunde pro Tag mit der Nahrungssuche, der Rest der Zeit verbleibt ihnen, um den Häuptling toll zu finden, sich gegenseitig den Nacken zu kraulen und Würfelspiele zu erfinden, bei denen keiner verlieren kann. Das alles funktioniert natürlich nur, weil die Konbautze mikroskopisch klein sind.
Doch eines Tages stellte sich heraus, dass der Häuptling doch nicht so schlau war, wie immer alle Konbautze gedacht hatten. Der Häuptling hatte nämlich verfügt, dass die Siedlung der Konbautze mittels ihrer hoch entwickelten Technologie, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann, als eine gammelige, alte Wurst getarnt werden solle. Nach dem Selbstverständnis des Häuptlings stellte diese Tarnung ein Optimum an Sicherheit dar. Eine alte Wurst im Hinterhof einer Metzgerei, die weit und breit für ihre Gammelfleischskandale berühmt war – es war perfekt.
Nur mit einem hatte der Häuptling nicht gerechnet. An einem Dienstag im Juli, es war sehr heiß und drückend, rief eine Anwohnerin, die sich von dem Geruch hinter der Metzgerei belästigt fühlte, das Ordnungsamt.
Frau Krummbiegel hatte nämlich geplant, mit ihrer alten Schulfreundin Frau Öx auf dem Balkon ein Stückchen Erdbeerkuchen einzunehmen. Denn Obstkuchen macht ja nicht dick. Wenn man sich mit der Sahne zurück hält.
Leider stieg den Damen schon beim Betreten des Balkons ein derartig unangenehmer Geruch in die Nase, dass der Erdbeerkuchen sich vor ihren Augen in blubberndes Ektoplasma verwandelte. Die Sahne nahm eine Pyramidenform an und ließ durch ihre Schnittpunkte grüngelbe Dämpfe entweichen.
Frau Krummbiegel tätigte natürlich sofort völlig empört ein Telefonat. Und dann noch eines. Das zuständige Amt war nämlich gar nicht zuständig. Das nächste Amt fühlte sich auch nicht zuständig, verwies Frau Krummbiegel aber weiter. Bei der dann doch vielleicht eventuell manchmal zuständigen Stelle, mit der Frau Krummbiegel nun verbunden wurde, war der zuständige Sachbearbeiter krank geschrieben, sein Vertreter auf einer Fortbildung und dessen Vertreter im Urlaub. Der Vertreter jenes Vertreters, der just in diesem Moment auf den Malediven einen Herzinfarkt erlitt, verband Frau Krummbiegel mit dem Pförtner.
Diesem erklärte Frau Krummbiegel völlig aufgebracht, dass das Ektoplasma Gase abgebe und Frau Öx bereits ihre Farbe verändert habe. Schuld sei der Metzger im Parterre.
Der Pförtner nahm still alle Daten auf, enthielt sich aber einer eigenen Meinung.
Dann überschlugen sich die Ereignisse.
Der Häuptling der Konbautze verschluckte einen Würfel. Genau in dem Moment, als der völlig verstörte Metzger mit einem Herrn mit Klemmbrett und Kugelschreibern in der Hemdtasche, den Hinterhof betrat.
Der fremde Herr mit dem Klemmbett murmelte Worte wie Mängelliste, Gesundheitsgefährdung, Strafanzeige und „unhygienisch“.
Der Metzger fuhr sich derweil über die verschwitzte Stirn und nahm einen großen Schluck aus einem Flachmann.
Die Konbautze bemerkten dies alles zunächst nicht. Alle hatten sich um den blau angelaufenen Häuptling gescharrt. Der erste und der zweite Minister klopften ihm auf den Rücken, während der Schamane aufgeregt hin und her lief und immer wieder ausrief, dies sei ein Zeichen, nun stünden die Sterne günstig, um die Erde zu pulverisieren und bei eBay zu verkaufen.
Ein vorlautes Konbautzenkind drängte sich nach vorn und schlug vor, dem Häuptling das Leben zu retten, indem man ihm einen Würfelbecher über den Kopf stülpt und schüttelt.
Da schrie der Herr mit dem Klemmbrett: „Und werfen sie gefälligst die vergammelte Wurst da weg!“
Kleinlaut bückte sich der Metzger nach der Siedlung der Konbautze und klappte den Deckel einer stinkenden Mülltonne hoch.
Die Konbautze erstarrten vor Schreck. Dann liefen sie blitzschnell durcheinander und richteten drohend ihre solarbetriebenen Teilchenbeschleuniger auf den Metzger.
Doch dann passierte etwas Unvorhergesehenes. Die Tür zum Hinterhof sprang auf und Frau Krummbiegel, mit gehetztem Blick, stürmte heraus, verfolgt von zwei übereifrigen Sanitätern und einem Amtsarzt, der schnaufend Fragen rief. Welchen Wochentag haben wir heute? Wie heißt der Bürgermeister von Wesel?
Abgelenkt durch dieses Schauspiel verharrte der Metzger für den Bruchteil einer Sekunde mit dem, was er für eine Gammelwurst hielt, in der Hand, über der Mülltonne.
Diese kurze mentale Schwäche des alkoholkranken Fleischermeisters machte sich eine andere Lebensform zunutze. Ein im städtischen Tierheim bereits als notorischer Ausreißer bekannter Rottweiler sprang aus dem Gebüsch, riss dem Metzger die Siedlung der Konbautze aus der Hand und verschwand in einer nahe gelegenen Grünanlage.
Die Konbautze wurden durchgeschüttelt wie noch nie zuvor im Leben. Der Häuptling erbrach sprötzelnd den Würfel.
Doch allen Widrigkeiten zum Trotz gelang es dem Praktikanten des Verteidigungsministers, den Teilchenbeschleuniger so zu positionieren, dass Floppy, der Rottweiler, ein Puddingteilchen von gestern direkt ins Auge bekam.
Floppy ließ die Siedlung fallen und rannte jaulend davon.
Noch heute erinnert eine Statue von Floppy auf dem Dorfplatz der Konbautze an diese heldenhafte Rettung einer Spezies, die bis heute nur der allwissenden Erzählerin bekannt ist.

Wenn die Geschichte dir gefallen hat und du gern mehr Groka-Geschichten lesen würdest, hinterlasse mir bitte einen Kommentar, damit ich weiß, ob es sich lohnt, ein eBook daraus zu machen! 🙂

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Frau Groka und Google+

Liebes Internet!

Gestern habe ich mich ermannt und ein Google+ Konto angelegt. Ich gebe ja zu: Ich habe Berührungsängste mit sozialen Netzwerken. Was natürlich völlig antiquiert ist, aber trotzdem. Jetzt habe ich aber dermaßen viele Webinare zum Thema „Social Media Marketing“ absolviert, dass auch mir klar war: Jetzt muss es aber mal sein! Da Google+ als Geisterstadt verschrien ist, dachte ich, gut, da sieht mich wenigstens keiner, dann fang ich da einfach mal an! Und was soll ich sagen? Keiner sieht mich, ich bin total frustriert!

Dabei habe ich mich fleißig in allen Communities angemeldet, die irgendwas mit Schreiben, Lesen, eBooks oder Bloggen zu tun haben. Ich hab sogar zum Einstand zweimal eine Runde kostenlose eBooks ausgegeben, und keiner klickt. Buäähähähähähäää! Ich bin unattraktiv! Selbst „Der Geist der vergammelten Weihnacht“, der allein bei amazon schon weit über tausendmal runtergeladen wurde, liegt auf Google+ wie der letzte Ladenhüter. Ich fühl mich, als hätte ich zum Einstand drei Kästen Bier gekauft und müsste die jetzt selber trinken. Dabei mag ich gar kein Bier! Nur nach dem Rasenmähen, und da ist ja gerade wahrlich nicht das richtige Wetter für.

Tja. Und mein Profil hatte noch nicht einen Besucher. Vorbei die Zeit, als Neuankömmlinge im Internet noch persönlich per Handschlag begrüßt wurden. Falls jemand von euch sich erbarmen und es anklicken will: Elisa Groka bei Google+.

So, genug Selbstmitleid, heute versuchen wir es bei Facebook! Und ich hab da auch schon einen Plan. Wieso soll ich eigentlich immer alles machen? Igor kann ja auch mal! Wozu hat man einen Privatsekretär! Sind bei Facebook eigentlich auch schon andere Pinguine aktiv? Vielleicht findet Igor ja eine kleine Freundin! Oh, süüüüß … AUA! Ich bin ja schon ruhig …

Also, ihr wisst bescheid! Ich bin dann heute mal bei Facebook …

Frau Groka hat eine Erscheinung. Eine Neuerscheinung!

Liebe Leser!

Heute weht mal wieder der Duft der großen weiten Welt durch mein abgeschiedenes Grummelkontor. Soeben hab ich eine Mail erhalten, dass mein neuer Igor-Band „Der Pinguin des Scheichs“ fertig ist und jetzt an die eBook-Stores dieser Welt ausgeliefert wird. Irgendwie ist die Situation, wenn ein neues eBook erscheint, immer völlig absurd. Es ist wohl so ähnlich, wie wenn das eigene Kind eingeschult wird und sich jetzt in der Welt beweisen muss, nur darf man als Autor nicht mitgehen und eine Schultüte bekommt das Buch auch nicht! Da sitze ich jetzt alleine an meinem Schreibtisch und mir bleibt nur, die Verkaufsseite auf amazon zu bewundern:

Igor2VeröffentlichungWird Igor seinen Weg da draußen machen? Wird irgendjemand das Buch kaufen? Wird er eine Fünf in Mathe, oder – schlimmer noch – eine 1Sterne Bewertung bekommen? Liebe Leser, seid gnädig zu meinem Igor, er ist doch noch ein Pinguin! Ich geh mir jetzt einen Beruhigungstee kochen …

Von der Idee zum eBook – kostenlose Programme für den Autorenalltag

Hin und wieder fragt mich tatsächlich jemand: „Wie macht man das überhaupt – so ein eBook zu schreiben?“ Die Antwort hat zwei Aspekte, den kreativen und den technischen. In diesem Teil des Artikels werde ich mich also mit der Technik herumschlagen, in der Hoffnung, dass der eine oder andere Leser dadurch die Hemmschwelle überwindet, selbst kreativ zu werden und zu veröffentlichen. Denn wir brauchen viele gute eBooks, um den Markt für die Leser attraktiver zu machen, und wenn ich mit der Technik klarkomme, schafft Ihr das auch!

Schreiben mit Open Office

Oft hört oder liest man, dass teure Programme für Autoren unbedingt notwendig sind, ich selbst habe aber mit dem kostenlosen Programm Open Office beste Erfahrungen gemacht. Es kann alles, was ich zum kreativen Schreiben, aber auch für anspruchsvolle Sachtexte brauche und hat mich nie im Stich gelassen.

Probleme beim Korrekturlesen – Duden hilft!

Jeder Autor kennt das. Schreiben ist das tägliche Brot, und trotzdem gibt es immer wieder Zweifelsfälle der deutschen Sprache, bei denen man immer unsicherer wird, je länger man darüber nachdenkt. Wird „kennenlernen“ jetzt zusammengeschrieben oder doch getrennt? Heißt es gang und gebe oder gang und gäbe, oder vielleicht sogar doch Gang und Gäbe? Plötzlich stellt man beim Korrekturlesen Dinge in Frage oder infrage, von denen man sich eigentlich sicher war, wie sie geschrieben werden. Einfacher wird es durch die Betriebsblindheit, die sich einstellt, wenn man den eigenen Text zum zehnten Mal liest, auch nicht. Mir hilft bei einer schnellen Überprüfung eines Satzes, bei dem ich mir nicht ganz sicher bin, immer die Duden Textprüfung. Die kostenlose Nutzung ist zwar auf 800 Zeichen beschränkt, aber das reicht allemal, um kleine Unsicherheiten zu klären und kostet nichts. Sehr hilfreich ist auch die Seite Korrekturen.de, hier gibt es auch eine interessante Rubrik zu beliebten Fehlern, in der erklärt wird, woher die korrekte Schreibweise kommt. Ich persönlich kann mir solche Dinge viel besser merken, wenn ich den Gesamtzusammenhang gelernt habe! Trotz aller Programme ist die menschliche Intelligenz aber durch nichts zu ersetzen. Wer von Euch also eine pensionierte Deutschlehrerin in der Verwandtschaft hat, sollte ihr unbedingt mal wieder Pralinchen und einen Blumenstrauß vorbeibringen!

Das Auge isst mit – die Covergestaltung

Ganz besonders bei eBooks ist die Covergestaltung ein Marketinginstrument, das man nicht ungenutzt lassen sollte! Denn der optische Anreiz ist das Erste, was potenzielle Leser beim Scrollen durch die Angebote wahrnehmen, noch bevor sie den Titel gelesen haben! Das passiert einfach unbewusst und geht blitzschnell. Das Cover sollte also einen möglichst professionellen Eindruck machen. Ich verwende dafür das kostenlose Programm GIMP. Wer noch nie damit gearbeitet hat, findet auf youtube zahllose Tutorials zum Thema Schriften einfügen, Hintergründe gestalten, Bilder einfügen etc.

Als besonderes Gimmik kann ich Euch noch den kostenlosen 3D-box maker empfehlen. Wenn Ihr Euer eBook auf Eurer Landingpage oder in Eurem eigenen Online-Shop anbieten oder einfach als kostenlosen Anreiz in Eurem Blog verschenken wollt, um Eure Conversion-Rate zu erhöhen (was das ist, erkläre ich in einem späteren Artikel), macht es sich natürlich gut, wenn Ihr eine Grafik habt, auf der das Buch aussieht, als könne man es tatsächlich anfassen. Wenn Ihr mit dem 3D-box maker arbeitet, denkt aber daran, auch einen schmalen Buchrücken zu erstellen, auf dem die Schrift von unten nach oben läuft. Ich habe Euch mal zur Anschauung ein 3D-Cover erstellt:

3D Cover

Mit dem 3D-box maker erstelltes Cover

Das eBook erstellen

Ist das eBook geschrieben, korrigiert und im Idealfall lektoriert, das Cover erstellt und der Klappentext geschrieben, wird es endlich Zeit zum Hochladen. Ich arbeite dazu zurzeit mit dem BoD-Verlag zusammen und nutze dabei den ebenfalls kostenlosen Easy Editor. Ich sag jetzt einfach mal ganz flapsig, wer den Grips hat, um ein Buch zu schreiben, hat auch den Grips, den Text hier einzufügen und sein Cover hochzuladen. Wenn ich es mal mit dem Kindle-Editor von amazon probiert habe, sprechen wir uns nochmal! 😉

Fazit

Bis das erste eigene eBook erstellt ist, muss man also keinen Pfennig, äh, Cent ausgeben, solange man kreativ bleibt und seinen Humor behält, dann ist man den meisten Programmen gewachsen. Und wenn man doch mal an der Technik verzweifelt, habe ich noch einen kostenlosen Tipp für alle Autoren mit Kindern: Einfach warten, bis die Brut aus der Schule kommt und dann um Hilfe schreien – die regeln das schon! 😀

Verlag oder Selfpublishing?

Für viele schreibbegeisterte Menschen stellt sich irgendwann die Frage: Möchte ich veröffentlichen, und wenn ja, wie? Der klassische Weg führt über einen Verlag, sieht man sich aber die Zahlen an, die durch die Buchbranche geistern, ist man schnell demotiviert: Eines von tausend unverlangt eingesandten Manuskripten wird veröffentlicht, wird da gemunkelt, einige Verlage geben sogar an, dass eines von 9000 Manuskripten das Potenzial hat, veröffentlicht zu werden. Das macht junge Autoren natürlich nachdenklich und wirft die Frage auf: Wieso sollte ausgerechnet mein Manuskript es schaffen?

Um die Frage zu beantworten, muss man sich darüber klar werden, wie der Buchmarkt funktioniert. Das Wort Verleger kommt von Vorlegen, und zwar Geld. Ein Verlag tritt mit der Veröffentlichung eines Buches in Vorleistung und trägt die gesamten Kosten für Korrektorat, Lektorat, Druck, Vertrieb und Marketing. Hat der Verlag sich für das richtige Manuskript entschieden, kann er durch hohe Verkaufszahlen all diese Unkosten decken und kommt mit Glück noch in die Gewinnzone. Trifft eine Neuerscheinung aber nicht den Nerv der Zeit, oder geht das Marketing am Geschmack der Zielgruppe vorbei, sodass auch ein gutes Buch seine Leser einfach nicht findet, hat der Verlag das Geld versenkt. Aus Verlegersicht ist es also nur zu verständlich, wenn Verlage äußerste Vorsicht walten lassen mit der Veröffentlichung junger und unbekannter Autoren.

Auf der Autorenseite sieht es dann oft leider so aus: Auch, wer fleißig alle Bücher zum Thema „So finden Sie den richtigen Verlag für Ihr Buch“ durchgeackert und alles richtig gemacht hat, bekommt – oft erst nach Monaten – eine höfliche, aber nichtssagende Standardabsage. Leider passt Ihr Manuskript nicht in unser Verlagsprogramm. Viele Verlage sind so freundlich, noch anzufügen, dass diese Absage kein Werturteil darstellt. Was tut sie aber dann? Für junge Autoren, die ihr ganzes Herzblut in ihr Manuskript gesteckt und ihre Nächte durchgetippt haben, um ihr Buch endlich fertigzustellen, ist eine Absage eine Absage, das kann man drehen und wenden, wie man will.

Wie soll es aber jetzt weiter gehen? Tausend Verlage anschreiben, in der Hoffnung, dass die Rechnung umkehrbar ist? Wenn eines von tausend Manuskripten veröffentlicht wird, klappt es bestimmt nach der 999. Absage? Was für ein Glück, dass man Manuskripte heute digital verschicken kann, sonst müsste man ja für Kopien und Porto so viel ausgeben, dass man das Buch auch gleich selbst drucken lassen kann! Tausend Verlage zu finden, die tatsächlich ein Programm haben, zu dem das Manuskript passen könnte, wird da schon schwieriger. Es muss also auch anders gehen.

Natürlich hat jeder Schreibanfänger jetzt die Möglichkeit, seine Arbeit erst einmal in der Schublade reifen zu lassen und sich anderen Dingen zuzuwenden. Wer aber ein manisches Arbeitstier ist und unbedingt schreiben will um des Schreibens willen, der kann die Sache nicht einfach auf sich beruhen lassen! Wer an sein Buch glaubt, will auch Leser finden, und im günstigen Fall stellen Verlagsabsagen wirklich kein Werturteil dar, sondern meinen das, was sie sagen: Das Manuskript passt einfach nicht ins Programm, oder die Programmplätze sind einfach schon auf Jahre für die Stammautoren des Verlages verplant. Wer es wirklich wissen will, hat durch Selfpublishing die Möglichkeit, sich völlig kostenlos selbst auf den Markt zu werfen und Leser zu gewinnen. Kostenlos, aber nicht risikolos. Denn ein lieblos zusammengeschustertes Manuskript mit einem Inhalt, der schon tausendmal – nur besser geschrieben – da war, wird auch ein selbst verlegtes Buch gnadenlos floppen, und das tut weh. So groß kann die wohlmeinende Verwandtschaft gar nicht sein, dass man es trotzdem in die Bestsellerlisten schafft.

Die gute Nachricht ist: Selfpublisher haben selbst in der Hand, welche Qualität sie abliefern! Wer unermüdlich an sich selbst arbeitet und auch bereit ist, Verlagsaufgaben wie Korrektorat, Lektorat und Marketing selbst zu übernehmen oder auf eigene Kosten außer Haus zu geben, der kann gerade auf dem Selfpublishermarkt zum sogenannten „Leuchtturm der Branche“ werden. Ein verlockender Anreiz für Selfpublisher ist auch die Gewinnmarge. Während unbekannte Autoren – mit Glück – fünf Prozent an einer Verlagsveröffentlichung verdienen, liegt die Gewinnmarge bei eBooks zum Beispiel deutlich höher, bei bis zu 70 %. Ein Minuspunkt ist natürlich, dass eBooks oft auch deutlich weniger kosten als Printausgaben, es sei denn, es handelt sich um die Bestseller bekannter Autoren.

Ein weiterer Pluspunkt für das Selfpublishing ist auch die Nähe zum Leser. Durch das Internet kann jeder Autor in direkten Kontakt zum Leser kommen (etwa auf Portalen wie LovelyBooks oder über einen eigenen Blog und Social Media Plattformen) und erhält so ein unverfälschtes und direktes Feedback unmittelbar von seinen Lesern. Was gefällt an dem Buch, was kann man verbessern? Auch der zeitliche Aspekt spielt eine große Rolle. Eine Verlagsveröffentlichung hat oft eine Vorlaufzeit von bis zu einem Jahr oder sogar länger – ein eBook oder auch Printausgaben on demand sind innerhalb weniger Tage auf dem Markt.

So oder so muss jeder Autor, der etwas veröffentlichen will, sich Bewertungen und Kritik stellen. Und auch von Verlagsautoren wird inzwischen erwartet, dass sie Marketingaufgaben übernehmen, wie etwa eine eigene Webseite zu pflegen oder aktive Pressearbeit zu leisten. „Nur“ zu schreiben funktioniert also auch dann nicht mehr, wenn man bei einem Verlag untergekommen ist.

Ein weiterer Pluspunkt für Selfpublisher ist, dass das Image dieser Form der Veröffentlichung sich innerhalb weniger Jahre völlig gewandelt hat. Selbstverleger werden nicht mehr automatisch schief angeguckt als der Kaffeesatz der Autorenwelt, der es nicht bis zum Verlagsautor geschafft hat. Im Gegenteil, inzwischen treten sogar schon Verlage von sich aus an besonders erfolgreiche eBook-Autoren im Selbstverlag heran, um sich ein Stück vom Kuchen zu sichern. Was nicht bedeutet, dass diese Autoren dann immer sofort den Vertrag unterschreiben. Denn Selfpublishing ist ein Knochenjob, der an sieben Tagen in der Woche vollen Einsatz erfordert, aber Vollblutautoren einfach süchtig macht.

Auch für die Leser ist der neue Trend ein Gewinn. Denn wer früher warten musste, was die Lektoren der Verlage auf den Buchmarkt lassen, kann sich heute quasi selbst als literarischer Spürhund auf die Suche machen und finden, was ihm gefällt, nicht dem Gesamtbuchmarkt. Selfpublishing als eBook hat sogar den Vorteil, dass der Download nur wenige Sekunden dauert und man sofort drauflos schmökern kann, anstatt zu warten, bis der Buchhändler das Buch bestellt hat oder der Postbote es an die Tür bringt. Und sollte ein Buch doch einmal nicht halten, was Klappentext und Leseprobe versprochen haben, sind wenigstens keine Bäume dafür sinnlos gestorben! 😉

Platz 3 der Bestsellerliste! Mir wird ganz schwummerig…

Liebe Leser!

Heute muss ich einfach mal in aller Öffentlichkeit vor Stolz platzen. Igors Weihnachtserzählung hat es bei amazon auf Platz 3 der Bestsellerliste in der Kategorie Top 100 gratis Humor geschafft! Ha, werden die Zweifler jetzt sagen, ein eBook zu verschenken kann ja auch nicht so schwer sein! Wenn man jetzt aber mal überlegt, dass bei amazon insgesamt zur Zeit 43.115 kostenlose eBooks angeboten werden, finde ich, dass Igor ziemlich gut dasteht, mit einem Gesamtverkaufsrang von – jetzt gerade – 146. Wer Mathe kann, darf sich jetzt ausrechnen, an wie vielen eBooks aus sämtlichen Kategorien mein unbekannter kleiner Igor da vorbeigezogen ist. Und das alles ohne „Stützkäufe“ und selbstgeschriebene Bewertungen! Ich hab nämlich meinen Stolz und wollte ohne die bei manchen Autoren üblichen Manipulationen wissen, ob die Geschichte ihre Leser findet.

Wieso ich das eBook gratis eingestellt habe? Kommen wir also zum Marketing! Um mir eine (zahlende) Leserschaft aufzubauen, muss ich ja erst einmal Leser gewinnen. Also habe ich zwei kostenlose eBooks hochgeladen, um quasi Köder auszulegen. Das Prinzip ist das gleiche, wie eine Parfümprobe in einer Frauenzeitschrift oder ein Käsehäppchen im Bioladen. Riecht gut oder schmeckt lecker – geben Sie mir doch mal hundert Gramm. Darf es noch etwas mehr sein? Und so nimmt der Wahnsinn hoffentlich irgendwann seinen Lauf.

Ach, Igor … Ich würde mich jetzt zu gern entspannt zurücklehnen und den Screenshot genießen, aber ich muss wieder an die Arbeit. Heute arbeite ich in meiner Marketingabteilung und muss den Klappentext für den Pinguin des Scheichs konzipieren und das gesamte eBook hochladen – hoffentlich hebe ich mir dabei keinen Bruch, Igor hat ganz schön zugenommen …

Ach so, bevor ich das vergesse! Falls Ihr die Geschichte selbst lesen wollt, klickt auf das Bild „Der Geist der vergammelten Weihnacht“ rechts im Menü, dann gelangt Ihr sofort zum kostenlosen Download.

Covergestaltung für Anfänger

Liebe Leser!

Heute könnt Ihr mir das Händchen halten, während ich Blut und Wasser schwitze. Ich gestalte nämlich gerade das Cover für den zweiten Igor-Band „Der Pinguin des Scheichs“. Klar, dass vorne ein Portrait von Igor mit seinem Freund Rudi Valentino zu sehen sein muss. Schließlich ist Rudi heute noch ein Eyecatcher, wie es neudeutsch heißt, und Igors Luxuskörper sieht sowieso immer gut aus. Das Bild zu malen war auch kein Problem, mit einem echten Pinsel und Papier, das nicht aus Pixeln, sondern aus Bäumen besteht, fühle ich mich wohl, ah, das gibt Sicherheit! Dafür, dass ich das Bild spontan in finsterster Nacht gemalt habe (wer selber malt, weiß, was Tageslicht bedeutet!), bin ich sogar sehr zufrieden. Wer sich übrigens für die Technik interessiert: Ich habe Aquarellpapier in einem warmen Orangeton koloriert, trocken geföhnt (ich wollte ja loslegen) und dann eine Lavierung mit schwarzer Aquarellfarbe gemalt. Für den dramatischen Effekt – immerhin war Rudi ein Silent Screen Superstar – hab ich die Highligths mit weißer Acrylfarbe hervorgehoben.

Dann kommt aber der zweite Teil des Unterfangens, und der kostet mich bei jedem Cover neue Nerven! Das Drama heißt: GIMP. GIMP und mich verbindet eine echte Hassliebe. Ich weiß nicht, wie ich es schaffe, aber ich klicke mich grundsätzlich in die falsche Ebene, alles verrutscht, ich will die Buchstaben zentrieren und verschiebe saudämlich den Hintergrund, und überhaupt. Argh! Dieses Programm mit seinen ganzen Ebenen macht mich wahnsinnig. Noch wahnsinniger macht mich, dass ich ja nicht nur ein bisschen rumspiele, um in meinem Blog zu zeigen, was ich schönes gebastelt habe, sondern versuche, Buchcover zu gestalten, die zwischen den ganzen Proficovern bei Amazon wenigstens nicht, naja, sagen wir mal, peinlich aussehen.

Covergestaltung ist nämlich eine Wissenschaft. Natürlich kann man das als Selfpublisher auch „außer Haus“ geben und sich einen Grafiker suchen. Wenn man aber, wie ich, ein absoluter Kontrollfreak ist und unbedingt alles selber machen will, dann muss man sich nunmal an dieser Materie festbeißen. Ein gutes Cover MUSS ein Blickfang sein, ganz besonders bei „nicht-physischen“ Büchern, also eBooks. Wer durch die eBook-Shops scrollt, muss einfach dran hängenbleiben und draufklicken, da hilft auch der beste Titel nix, das Auge isst mit. Und natürlich muss das Cover zum Inhalt des Buches passen. Eine rosa Schnörkelschrift eignet sich nicht wirklich für „Tausend Fakten über Fußball“, während eine reißerische Schrift in massiven roten Blockbuchstaben vielleicht zu einem Titel passt wie „So werden Sie reich in sieben Tagen!“, nicht aber zu einem leisen Lyrikbändchen.

Meine Challenge lautete jetzt also: Welcher Schrifttyp passt zu Igor, aber auch zu meinen anderen Geschichten ohne Pinguin (sorry, Igor!), denn, haha!, für das richtige „Branding“ sollen ja auch alle eBooks der Groka-Reihe auf den ersten Blick erkennbar sein. Für Igor hätte ich gern einen Schrifttyp gehabt, der irgendwie nach Ernest Hemingway aussieht, also so, wie die alten rororo-Taschenbücher mit dem Leinenrücken riechen. Zu maskulin sollte sie aber auch nicht sein. Man kann sich eben selbst verrückt machen wie kein anderer. 😉

Ich denke, ich hab jetzt einen ganz guten Kompromiss gefunden, aber der Weisheit letzter Schluss sind meine Cover bis jetzt wohl noch nicht, besonders, weil ich an jedem Tag, an dem ich die Grafikabteilung meines sehr chaotischen kleinen Familienunternehmens bin, etwas Neues lerne. Heute bin ich besonders stolz darauf, dass ich es geschafft habe, dem Cover eine „Wüstensand-Optik“ zu geben, die zum Thema des Titels passt. Und wisst Ihr, wo ich das gelernt habe? Natürlich auf youtube. Ich hab da nämlich einen Tipp für alle meine Leser, die selbst endlich eBooks veröffentlichen wollen: Wenn Ihr nach verständlichen Tutorials sucht, um GIMP zu durchschauen, dann klickt nicht die absoluten Vollprofis an, die am besten noch mit Südstaatenakzent kommentieren, wie sie blitzschnell mit der englischen Version die geilsten Grafiken zaubern. Da kommt man nicht hinterher und schmeißt dann als Anfänger alles hin. Sucht euch am besten Tutorials von Youtubern, wo Ihr schon bei der Stimme aus dem Off denkt: Müsste das Kind nicht längst im Bett sein? Hat das überhaupt seine Eltern gefragt, ob es schon Videos hochladen darf? Ohne Witz jetzt. Die machen die besten Tutorials für Anfänger und Menschen, die als Autor zur Welt gekommen sind, nicht als Grafiker.

Das Thema Grafiken und Coverdesign hat mich echt gepackt, als ich das erstmal entdeckt hatte. Klein anfangen, dann macht es richtig Spaß. So sehr, dass ich sogar schon schlaflose Nächte hatte, weil mir plötzlich unglaublich absurde Cover einfielen, die ich alle irgendwann mal designen und dann – wie könnte es anders sein – als eBook herausgeben will. Den Titel „Die Möbel von Avalon“ habe ich mir also hiermit schonmal offiziell gesichert!