Schuld und Sühne!

Der Linolschnitt des Grauens…

Liebe Leser!

Also, da hat mich doch jemand gefragt, ob es zu meinem Bild von Dimitri Karamasow auch ein Bild vom Autoren gibt. Angefügt ist ein Link, der tatsächlich zu einer großartigen Sammlung von Dostojewski-Portraits jedweder Sorte führt. Das macht voll Laune, sich da durch zu klicken!

Jetzt hab ich mir aber gedacht, hmmm, Dostojewski-Portraits gibt es wohl wirklich genug, was ich aber seit Jaaahren machen will…nee, ich muss andersrum anfangen. Seit ich zum erstenmal die Filme von „Wallace und Gromit“ gesehen habe, und das ist laaange her, spukt mir im Kopf herum, dass ich unbedingt mal ein Portrait machen will von Fido Dogstojewski. Denn ( Kenner erinnern sich ), als Gromit im Knast gelandet ist, liest er „Crime and Punishment“ von Fido Dogstojewski. Dass außer mir noch jemand die Logik erkannt hatte, dass ein Hund im Knast Dogstojewski lesen muss, hat mir damals tiefen inneren Frieden geschenkt. Ich fühlte mich als „dogstojewskischer Charakter“ ( also als Idiot ) nicht mehr so allein auf der Welt! *schnief*

Tja, und daran haben mich diese ganzen Dostojewski-Portraits erinnert und ich wußte, was ich mit der Linolschnittschnitz… Linolschnitzel? Na, mit dieser Platte, die hier seit Tagen rumliegt, zu tun habe!

Jetzt mal ohne Witz, Linolschnitt hab ich seit der Schule nicht mehr gemacht, und damals hat einem ja auch kein Mensch gesagt, dass man die Platte einfach mal auf eine Wärmflasche legen kann, damit die weich wird und sich überhaupt verarbeiten läßt! Aber auch wenn man das Material anwärmt, man fühlt sich schon so ein bißchen wie Käthe Kollwitz an einem schlechten Tag, wenn man da *gnnnnnnn* mit zusammengebissenen Zähnen in dem Zeug rumschnitzt. Kein Wunder, dass Linolschnitte irgendwie immer ein bißchen verhärmt aussehen…

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Dimitri Karamasow

Weiter geht’s mit 2011! Ich starte ins Jahr mit einem Portrait von Yul Brunner in der Rolle des Dimitri Karamasow. Und weil Dostojewski an sich ja oft schon verzettelt genug ist, hab ich mich als Technik für eine schlichte Lavierung, also für ein „einfarbiges Aquarell“ entschieden. Eine Technik, bei der das Ergebnis immer so einfach aussieht, aber ich staune jedesmal, wo die Zeit hin ist, wenn ich mich  in eine Lavierung vertieft hatte…

Als lustiges Detail ist mir bei der Verfilmung der Brüder Karamasow von 1958 übrigens aufgefallen, dass der jüngste Bruder, Alexei, Aljoscha, Brüderchen!, also, äh, der wird von William Shatner gespielt. Von einem blutjungen Captain Kirk. Und ich muss sagen, diese schwarze Popenkutte stand ihm wirklich besser als hinterher der bunte Schlafanzug auf der Enterprise…