Und die Dunkelziffer ist noch VIEL höher …

Schwerverentzte in sozialen Netzwerken

Die Zahl der Schwervernetzten auf der Datenautobahn steigt weiter!

Liebes Internet!

Genau so fühle ich mich heute, aber genau so! Nachdem ich dieses Social Media Dingens in Angriff genommen habe, bin ich total verkatert. Immer leuchten irgendwo rote Zahlen auf und dann muss man JETZT auf irgendwas draufklicken, um nichts zu verpassen, und dann immer dieses Geräusch, als müsste man einen Lappen holen, so ein Blupp!, ich weiß nicht, wo das herkommt oder was es mir sagen will. Heute Morgen dachte ich völlig zerschlagen mit Francois Villon: Ich bleibe unter dem Holunderstrauch, auf den noch nie ein Stern hernieder schien … Aber Igor hat mir Kaffee gemacht. Alles wird gut.

Verarschen kann ich mich alleine!

Frau Groka versenkt ihren Handschuh

Liebe Leser!

Heute hat die liebe Frau Groka, also ich, einen toten Punkt, der ist so lang, das ist schon ein toter Strich. Weil nämlich – heute habe ich im Garten das Johanniskraut geschnitten, und das soll ja die Nerven beruhigen. Danach hab ich es im Arbeitszimmer zum Trocknen aufgehängt und weiter so vor mich hingearbeitet und dann muss ich sagen…*gääääähn*…ich war dann nach einer Stunde sowas von beruhigt, ich musste mich erst mal hinlegen. Das Zeug wirkt echt bombe. Dann lag ich da aber so rum und konnte die Klüsen nicht offen halten, schlafen konnte ich aber auch nicht. Und dann kam der Ohrwurm. „Im Wagen vor mir sitzt ein schönes Mädchen…hübsches Mädchen? Nee, wie ging das denn…ich seh zwar nix, doch sie scheint hübsch zu sein…“. Ich möchte den Texter des Liedes bitte gerne verklagen. Auf jeden Fall war es vorbei mit der Mittagsruhe und ich hab dann beschlossen, Ingwertee mit Guevara zu trinken. Guarana. Ist ja auch egal. Jedenfalls konnte ich die Teebeutel nicht finden und musste dann in meinem massiven Erschöpfungszustand eine digitalisierte Wiederholung von „Hart aber herzlich“ gucken. Ihr wisst schon. „Das ist mein Boss. Jonathan Hart. Ein Selfmade-Millionär. Der hat Nerven…“.  Oh. Mein. Gott. Also dachte ich, na gut, ob ich weiter das digitalisierte Orange von Missus Harts Bluse ertrage oder mir einen Tritt gebe um künstlerisch tätig zu werden, ist Jacke wie Hose. Dann kann ich Euch auch an meiner Blödheit teilhaben lassen. Ich hab nämlich gestern…nee, ich muss anders anfangen. Wir versuchen ja, unserem kleinen Stück Ostfriesland ein Körbchen voll Selbstversorger-Gemüse abzuringen. Und da muss man natürlich gießen. Jetzt haben wir neuerdings so einen Rasensprenger mit acht verschiedenen „Spreng-Modi“, also das Ding kann im Kreis, im Quadrat, im Zickzack, herzförmig, Rautenmuster usw. Dummerweise liegt aber der Brauchwasseranschluss hinten im Flur, und da muss der Schlauch dran. Weil das jetzt aber immer ein bisschen suppt und das Wasser ja nicht auf die hippen 70er Jahre Fliesen im Popokatepeteldesign dröppeln soll, hänge ich den Schlauch immer in einen Eimer. Damit der Eimer nicht umkippt, wenn ich von draußen am Schlauch zerre ( ich werde nie erleuchtet, ich bin einfach zu ungeduldig ), lege ich auf den Schlauch in dem Eimer immer einen Ziegelstein. Meistens murmele ich dann noch: „Mir ist, als hätte ich Wackersteine im Bauch…“ und erinnere mich selber daran, dass ich auf jeeeeeden Fall die Gartenhandschuhe ausziehen muss, wenn ich nach dem Gießen den Stein aus dem vollen Eimer hebe, um den Schlauch wieder raus zu holen. Also, das Procedere ist immer: Handschuh aus, Stein raus, Schlauch raus, Eimer auskippen. „Eimer auskippen“, was rede ich hier für einen umgangssprachlichen Scheiß, ich kippe natürlich nicht den Eimer aus, woraus auch, sondern das Wasser aus dem Eimer. Also, nochmal von vorne: Die grobmotorische Meisterleistung heißt Handschuh aus – Stein raus – Schlauch raus – sprachliche Ungenauigkeit auskippen.

Aber gestern – Ihr ahnt bereits, was passiert ist… *schlorp*

Der Handschuh ist immer noch nass…

Landlust vs. Blutverlust

Weltbeste Leserschaft!

Wer hat sich eigentlich ausgedacht, dass Landmücken so groß sein müssen wie Taranteln in einem Fünfziger-Jahre-Horrorstreifen? Also, wenn man hier eine Mücke erlegt – das scheppert! Ich wollte jetzt sagen „Ich schwör mit Blut!“, aber ich hab ja keins mehr…

Hier seht ihr zum Beispiel Griseldis und mich beim Abendbrot. Also, äh, bei ihrem Abendbrot. Ich bin schon ganz schwach und abgemattet, aber Griseldis und ich sind dann jetzt wohl Blutsbrüder.

Und achtet gefälligst darauf, dass Griseldis in künstlerischer schwarz-weiß Ästhetik widergegeben ist, hehe. Das hab ich in Anlehnung an den großen Jack Arnold getan, den Titan des billigen Gruselfilms. Früher kam nämlich donnerstags auf dem Dritten immer „Jack Arnold erzählt“, da hat dieser distinguierte Oppa geplaudert und dabei seine Tricks verraten. Wenn ich damals gewußt hätte, dass er damit Einfluß auf meine künstlerische Entwicklung nimmt, hätte ich Dalli Dalli geguckt…

Landleben für Anfänger!

Liebe Leser!

Jetzt mal ganz ohne Witz, ja, manchmal ist man ja noch viel blöder als wie man denkt. Ich zum Beispiel, nä, gestern im Garten. Also, wir waren mal wieder mit einer unserer Grundstücksbegehungen beschäftigt, um den Möhren gut zuzureden und zu gucken, warum da dieser Pin mit Dornen aus dem Rasen guckt, da steht da dieser Korb rum. Also, der stand da vorher auch schon, ein großer, ganz verwitterter Korb, aus dem fröhlich das Unkraut hervorsprießt, sehr malerisch. Jane Austen hätte sogar gesagt „pittoresk“.

Und da haben wir uns dann so gedacht: Deeen bepflanzen wir fein und stellen den dann als krönenden Abschluss auf das Projekt „Kräuterspirale“ oben drauf. Weil nämlich – meine Mitbewohnerin Jutta hat da ja ein ehrgeiziges Ziel vor Augen und schon ganz viele Steine hin und her gelegt und gymnastische Übungen mit einer Teichfolie gemacht und so. Und einen Weidenzaun geflochten, um ein Ameisenschutzreservat zu errichten. Die Königstochter, Jüngste!, hat dann auch schon eine Ameise „ins Reservat gehievt“, also ausgewildert quasi.

Auf jeden Fall stand dann da dieser Korb. Und ich, nä, Frau der Tat, hab geprotzt: „Ha! Den pack ich jetzt sofort bei den Ohren und kipp den aus!“ Und watt is? WATT is?

Ich hab die Henkel in der Hand! Während der Korb sich kaputt lacht! Frechheit!

Naja, also, das war dann wohl gar kein pittoresker Vintage-Look, der war wirklich verwittert…

Germanische Mythologie für Anfänger

Die Ankunft in Walhalla hatte Grimme sich irgendwie anders vorgestellt…

Tja, liebe Leser, heute begeben wir uns in vergangene Zeiten. Ich hab nämlich gerade „Die Männer von Midgard“ gelesen, einen Schmöker von Akky van der Veer. Das Buch spielt in Friesland zur Zeitenwende und es wimmelt natürlich von Friesen, Römern, aber auch Leuten, deren Namen ich mir gar nicht merken kann. Brukterer, Tubanten, Angrivarier, lauter so Volk. Und alle haben Angst vor Thors Hammer.

Ich fühlte mich wirklich bestens unterhalten, wachte aber dann nachts wieder ständig auf, weil mir Germanen-Witze einfielen…

Deswegen sehen wir hier Grimme, dem bei einem kleinen Arbeitsunfall in der ruhmreichen Schlacht der Schädel gespalten wurde. Die Germanen waren schließlich keine Warmduscher, weil nämlich – die hatten noch keine Durchlauferhitzer.

Eine Axt im Schädel war damals ja ganz was feines, weil: Das war die Eintrittskarte zur Trinkhalle von Allvater Wotan. Dass man bei Wotan anne Bude aber für seinen Trinkschädel bezahlen muss, hat man immer erst erfahren, wenn es zu spät war.

Wotan hatte übrigens nur ein Auge, weil er aus dem Brunnen Mimir getrunken hatte, um eine Weisheit zu erlangen, welche die aller anderen Götter überragt, der wollte halt ganz besonders schlau sein, aber der Preis war das Auge. Wo er das schmadderige Feinrippunterhemd auf dem Bild her hat, weiß ich aber nicht. Vielleicht hat er’s gegen Götterspeise getauscht…

Mir ist übrigens auch der Himmel auf den Kopf gefallen – ich muss vorm Auszug sämtliche Tapeten in meiner Behausung abkratzen. Also seid mir gnädig, wenn der Blog die nächsten Tage etwas schleppend läuft. Ich geh dann mal wieder an die Arbeit…

 

Gestrandet im Watt

Liebe Gemeinde!

So, das nächste Motiv für die Ostfriesland-Kollektion ist fertig und wird seinen Weg in den Postkarten-Ständer finden! Wer seinen Weg nicht gefunden hat, sind Hauke und Elsa, die wir hier in Liebe vereint einsam im Watt an Deck sehen. Er denkt sich wohl „Frauen an Bord bringen Unglück!“. Sie denkt sich wohl eher „Der Blödmann, zu doooof, den Tidekalender zu lesen!“. Aber beide sind um Deeskalation bemüht – muss Liebe schön sein!

Naja. Gezeichnet habe ich dieses maritime Motiv, während ich schlotternd gegen die Ende-des-Winters-Depression ankämpfte. Im Atelier hat’s gefühlte 3°, was bedeutet, dass Igor sich pudelwohl fühlt und gar nicht mehr in seinem Kühlschrank verschwindet. Das Geschubse um die Ottomane ist deshalb groß, und wie ich da so gestern unter meinem Wolldeckenturm mit dem Zeichenbrett auf dem Schoß bibbernd mit den Stiften jonglierte, fiel mir ein, dass ich mir von außen betrachtet so merkwürdig bekannt vorkam…

Ich hab doch da noch irgendwo in den Mappen…*raschel*…

So sitz ich hier! Genau so!

Verfolgen Sie das Paket!

Liebe Leser!

Kennen Sie das? Dank der schönen, digitalen Welt kann man ja seine Pakete jetzt online verfolgen. Man bekommt einen voll geheimen Zugangscode geschickt, und mit dem kann man dann gucken, wo das Paket, das man bestellt hat, sich gerade befindet. Als wenn das Paket nicht ankäme, wenn man das nicht genau überprüft…aber ich persönlich kann ja von solchen Seiten die Finger nicht lassen.

Wie zum Beispiel diese Woche. Weil ich nämlich einen bedauerlichen Todesfall bei meinen Haushaltsgeräten zu verzeichnen hatte. Also, äh, meine Nähmaschine hat sich das Leben genommen. Weil ich aber nun mal ohne Handy, MP-welche Zahl auch immer Player oder Ei-Pötte, nicht aber ohne Nähmaschine leben kann, mußte ich eben den Sparstrumpf plündern und eine neue bestellen. Und was mache ich jetzt? Ich vertreibe mir die Wartezeit damit, das Paket zu verfolgen!

Dabei sagt mein Postmann, ich soll keine Pakete im Internet verfolgen, das tut mir gar nicht gut, sagt er! Und er hat Recht! Ich könnte jetzt schon wieder gucken! Das macht mich nur nervös, dieses Internet…

Andererseits – wie soll ich meine neue Nähmaschine denn sonst verfolgen? Mit dem Bobby-Car?

Muss Liebe schön sein…

Liebe Leser, sehr geehrter Herr Yps!

Tja. Das haben wir jetzt davon, wenn Sie mir mit Ihren Anekdötchen um die Ecke kommen. Datt sind Jupp und Matta, seit 58 Jahren glücklich verheiratet, und auffem Wech inne Zitty, für zum Rente auffen Kopp haun.

Also, mir riet mal eine alte Dame „Werdense bloooß nicht alt!“ Ich grübel heute noch, wie die das gemeint hat…

Mein Euro-Rettungsschirm

Also, das war so. Vor ein paar Tagen habe ich an einem dieser kostenlosen Lotto-Spiele im Netz teilgenommen, wo man als Gegenwert für die Teilnahme dann nur ungefähr 400-Spam Gutscheine für Versandhäuser löschen muss, wo man sowieso nie was bestellen würde. Jau, hab ich gedacht, für eine Million kann ich meine Mail-Adresse ruhig verhökern, schließlich hat ja jeder seinen Preis.

Dann hab ich aber, quasi zur magischen Verstärkung, um meine Chancen zu erhöhen, das gute alte Ruhrgebietsgebet vor mich hin gemurmelt. Nein, diesmal meine ich nicht „Herr, lass Schalke Meister werden!“, sondern: „Heiland, schmeiss Geld runna, darf au‘ Hartgeld sein!“

Dann fiel mir aber ein – wenn mein Gebet jetzt tatsächlich erhört wird – dann krieg ich ja eine Million in Hartgeld auffen Kopp!

Also habe ich flux den Euro-Rettungsschirm aufgespannt! Und jetzt steh ich da so rum, und warte…

Wann benachrichtigen die einen eigentlich, wenn man die Million gewonnen hat?