Von der Idee zum eBook – kostenlose Programme für den Autorenalltag

Hin und wieder fragt mich tatsächlich jemand: „Wie macht man das überhaupt – so ein eBook zu schreiben?“ Die Antwort hat zwei Aspekte, den kreativen und den technischen. In diesem Teil des Artikels werde ich mich also mit der Technik herumschlagen, in der Hoffnung, dass der eine oder andere Leser dadurch die Hemmschwelle überwindet, selbst kreativ zu werden und zu veröffentlichen. Denn wir brauchen viele gute eBooks, um den Markt für die Leser attraktiver zu machen, und wenn ich mit der Technik klarkomme, schafft Ihr das auch!

Schreiben mit Open Office

Oft hört oder liest man, dass teure Programme für Autoren unbedingt notwendig sind, ich selbst habe aber mit dem kostenlosen Programm Open Office beste Erfahrungen gemacht. Es kann alles, was ich zum kreativen Schreiben, aber auch für anspruchsvolle Sachtexte brauche und hat mich nie im Stich gelassen.

Probleme beim Korrekturlesen – Duden hilft!

Jeder Autor kennt das. Schreiben ist das tägliche Brot, und trotzdem gibt es immer wieder Zweifelsfälle der deutschen Sprache, bei denen man immer unsicherer wird, je länger man darüber nachdenkt. Wird „kennenlernen“ jetzt zusammengeschrieben oder doch getrennt? Heißt es gang und gebe oder gang und gäbe, oder vielleicht sogar doch Gang und Gäbe? Plötzlich stellt man beim Korrekturlesen Dinge in Frage oder infrage, von denen man sich eigentlich sicher war, wie sie geschrieben werden. Einfacher wird es durch die Betriebsblindheit, die sich einstellt, wenn man den eigenen Text zum zehnten Mal liest, auch nicht. Mir hilft bei einer schnellen Überprüfung eines Satzes, bei dem ich mir nicht ganz sicher bin, immer die Duden Textprüfung. Die kostenlose Nutzung ist zwar auf 800 Zeichen beschränkt, aber das reicht allemal, um kleine Unsicherheiten zu klären und kostet nichts. Sehr hilfreich ist auch die Seite Korrekturen.de, hier gibt es auch eine interessante Rubrik zu beliebten Fehlern, in der erklärt wird, woher die korrekte Schreibweise kommt. Ich persönlich kann mir solche Dinge viel besser merken, wenn ich den Gesamtzusammenhang gelernt habe! Trotz aller Programme ist die menschliche Intelligenz aber durch nichts zu ersetzen. Wer von Euch also eine pensionierte Deutschlehrerin in der Verwandtschaft hat, sollte ihr unbedingt mal wieder Pralinchen und einen Blumenstrauß vorbeibringen!

Das Auge isst mit – die Covergestaltung

Ganz besonders bei eBooks ist die Covergestaltung ein Marketinginstrument, das man nicht ungenutzt lassen sollte! Denn der optische Anreiz ist das Erste, was potenzielle Leser beim Scrollen durch die Angebote wahrnehmen, noch bevor sie den Titel gelesen haben! Das passiert einfach unbewusst und geht blitzschnell. Das Cover sollte also einen möglichst professionellen Eindruck machen. Ich verwende dafür das kostenlose Programm GIMP. Wer noch nie damit gearbeitet hat, findet auf youtube zahllose Tutorials zum Thema Schriften einfügen, Hintergründe gestalten, Bilder einfügen etc.

Als besonderes Gimmik kann ich Euch noch den kostenlosen 3D-box maker empfehlen. Wenn Ihr Euer eBook auf Eurer Landingpage oder in Eurem eigenen Online-Shop anbieten oder einfach als kostenlosen Anreiz in Eurem Blog verschenken wollt, um Eure Conversion-Rate zu erhöhen (was das ist, erkläre ich in einem späteren Artikel), macht es sich natürlich gut, wenn Ihr eine Grafik habt, auf der das Buch aussieht, als könne man es tatsächlich anfassen. Wenn Ihr mit dem 3D-box maker arbeitet, denkt aber daran, auch einen schmalen Buchrücken zu erstellen, auf dem die Schrift von unten nach oben läuft. Ich habe Euch mal zur Anschauung ein 3D-Cover erstellt:

3D Cover

Mit dem 3D-box maker erstelltes Cover

Das eBook erstellen

Ist das eBook geschrieben, korrigiert und im Idealfall lektoriert, das Cover erstellt und der Klappentext geschrieben, wird es endlich Zeit zum Hochladen. Ich arbeite dazu zurzeit mit dem BoD-Verlag zusammen und nutze dabei den ebenfalls kostenlosen Easy Editor. Ich sag jetzt einfach mal ganz flapsig, wer den Grips hat, um ein Buch zu schreiben, hat auch den Grips, den Text hier einzufügen und sein Cover hochzuladen. Wenn ich es mal mit dem Kindle-Editor von amazon probiert habe, sprechen wir uns nochmal! 😉

Fazit

Bis das erste eigene eBook erstellt ist, muss man also keinen Pfennig, äh, Cent ausgeben, solange man kreativ bleibt und seinen Humor behält, dann ist man den meisten Programmen gewachsen. Und wenn man doch mal an der Technik verzweifelt, habe ich noch einen kostenlosen Tipp für alle Autoren mit Kindern: Einfach warten, bis die Brut aus der Schule kommt und dann um Hilfe schreien – die regeln das schon! 😀

Verlag oder Selfpublishing?

Für viele schreibbegeisterte Menschen stellt sich irgendwann die Frage: Möchte ich veröffentlichen, und wenn ja, wie? Der klassische Weg führt über einen Verlag, sieht man sich aber die Zahlen an, die durch die Buchbranche geistern, ist man schnell demotiviert: Eines von tausend unverlangt eingesandten Manuskripten wird veröffentlicht, wird da gemunkelt, einige Verlage geben sogar an, dass eines von 9000 Manuskripten das Potenzial hat, veröffentlicht zu werden. Das macht junge Autoren natürlich nachdenklich und wirft die Frage auf: Wieso sollte ausgerechnet mein Manuskript es schaffen?

Um die Frage zu beantworten, muss man sich darüber klar werden, wie der Buchmarkt funktioniert. Das Wort Verleger kommt von Vorlegen, und zwar Geld. Ein Verlag tritt mit der Veröffentlichung eines Buches in Vorleistung und trägt die gesamten Kosten für Korrektorat, Lektorat, Druck, Vertrieb und Marketing. Hat der Verlag sich für das richtige Manuskript entschieden, kann er durch hohe Verkaufszahlen all diese Unkosten decken und kommt mit Glück noch in die Gewinnzone. Trifft eine Neuerscheinung aber nicht den Nerv der Zeit, oder geht das Marketing am Geschmack der Zielgruppe vorbei, sodass auch ein gutes Buch seine Leser einfach nicht findet, hat der Verlag das Geld versenkt. Aus Verlegersicht ist es also nur zu verständlich, wenn Verlage äußerste Vorsicht walten lassen mit der Veröffentlichung junger und unbekannter Autoren.

Auf der Autorenseite sieht es dann oft leider so aus: Auch, wer fleißig alle Bücher zum Thema „So finden Sie den richtigen Verlag für Ihr Buch“ durchgeackert und alles richtig gemacht hat, bekommt – oft erst nach Monaten – eine höfliche, aber nichtssagende Standardabsage. Leider passt Ihr Manuskript nicht in unser Verlagsprogramm. Viele Verlage sind so freundlich, noch anzufügen, dass diese Absage kein Werturteil darstellt. Was tut sie aber dann? Für junge Autoren, die ihr ganzes Herzblut in ihr Manuskript gesteckt und ihre Nächte durchgetippt haben, um ihr Buch endlich fertigzustellen, ist eine Absage eine Absage, das kann man drehen und wenden, wie man will.

Wie soll es aber jetzt weiter gehen? Tausend Verlage anschreiben, in der Hoffnung, dass die Rechnung umkehrbar ist? Wenn eines von tausend Manuskripten veröffentlicht wird, klappt es bestimmt nach der 999. Absage? Was für ein Glück, dass man Manuskripte heute digital verschicken kann, sonst müsste man ja für Kopien und Porto so viel ausgeben, dass man das Buch auch gleich selbst drucken lassen kann! Tausend Verlage zu finden, die tatsächlich ein Programm haben, zu dem das Manuskript passen könnte, wird da schon schwieriger. Es muss also auch anders gehen.

Natürlich hat jeder Schreibanfänger jetzt die Möglichkeit, seine Arbeit erst einmal in der Schublade reifen zu lassen und sich anderen Dingen zuzuwenden. Wer aber ein manisches Arbeitstier ist und unbedingt schreiben will um des Schreibens willen, der kann die Sache nicht einfach auf sich beruhen lassen! Wer an sein Buch glaubt, will auch Leser finden, und im günstigen Fall stellen Verlagsabsagen wirklich kein Werturteil dar, sondern meinen das, was sie sagen: Das Manuskript passt einfach nicht ins Programm, oder die Programmplätze sind einfach schon auf Jahre für die Stammautoren des Verlages verplant. Wer es wirklich wissen will, hat durch Selfpublishing die Möglichkeit, sich völlig kostenlos selbst auf den Markt zu werfen und Leser zu gewinnen. Kostenlos, aber nicht risikolos. Denn ein lieblos zusammengeschustertes Manuskript mit einem Inhalt, der schon tausendmal – nur besser geschrieben – da war, wird auch ein selbst verlegtes Buch gnadenlos floppen, und das tut weh. So groß kann die wohlmeinende Verwandtschaft gar nicht sein, dass man es trotzdem in die Bestsellerlisten schafft.

Die gute Nachricht ist: Selfpublisher haben selbst in der Hand, welche Qualität sie abliefern! Wer unermüdlich an sich selbst arbeitet und auch bereit ist, Verlagsaufgaben wie Korrektorat, Lektorat und Marketing selbst zu übernehmen oder auf eigene Kosten außer Haus zu geben, der kann gerade auf dem Selfpublishermarkt zum sogenannten „Leuchtturm der Branche“ werden. Ein verlockender Anreiz für Selfpublisher ist auch die Gewinnmarge. Während unbekannte Autoren – mit Glück – fünf Prozent an einer Verlagsveröffentlichung verdienen, liegt die Gewinnmarge bei eBooks zum Beispiel deutlich höher, bei bis zu 70 %. Ein Minuspunkt ist natürlich, dass eBooks oft auch deutlich weniger kosten als Printausgaben, es sei denn, es handelt sich um die Bestseller bekannter Autoren.

Ein weiterer Pluspunkt für das Selfpublishing ist auch die Nähe zum Leser. Durch das Internet kann jeder Autor in direkten Kontakt zum Leser kommen (etwa auf Portalen wie LovelyBooks oder über einen eigenen Blog und Social Media Plattformen) und erhält so ein unverfälschtes und direktes Feedback unmittelbar von seinen Lesern. Was gefällt an dem Buch, was kann man verbessern? Auch der zeitliche Aspekt spielt eine große Rolle. Eine Verlagsveröffentlichung hat oft eine Vorlaufzeit von bis zu einem Jahr oder sogar länger – ein eBook oder auch Printausgaben on demand sind innerhalb weniger Tage auf dem Markt.

So oder so muss jeder Autor, der etwas veröffentlichen will, sich Bewertungen und Kritik stellen. Und auch von Verlagsautoren wird inzwischen erwartet, dass sie Marketingaufgaben übernehmen, wie etwa eine eigene Webseite zu pflegen oder aktive Pressearbeit zu leisten. „Nur“ zu schreiben funktioniert also auch dann nicht mehr, wenn man bei einem Verlag untergekommen ist.

Ein weiterer Pluspunkt für Selfpublisher ist, dass das Image dieser Form der Veröffentlichung sich innerhalb weniger Jahre völlig gewandelt hat. Selbstverleger werden nicht mehr automatisch schief angeguckt als der Kaffeesatz der Autorenwelt, der es nicht bis zum Verlagsautor geschafft hat. Im Gegenteil, inzwischen treten sogar schon Verlage von sich aus an besonders erfolgreiche eBook-Autoren im Selbstverlag heran, um sich ein Stück vom Kuchen zu sichern. Was nicht bedeutet, dass diese Autoren dann immer sofort den Vertrag unterschreiben. Denn Selfpublishing ist ein Knochenjob, der an sieben Tagen in der Woche vollen Einsatz erfordert, aber Vollblutautoren einfach süchtig macht.

Auch für die Leser ist der neue Trend ein Gewinn. Denn wer früher warten musste, was die Lektoren der Verlage auf den Buchmarkt lassen, kann sich heute quasi selbst als literarischer Spürhund auf die Suche machen und finden, was ihm gefällt, nicht dem Gesamtbuchmarkt. Selfpublishing als eBook hat sogar den Vorteil, dass der Download nur wenige Sekunden dauert und man sofort drauflos schmökern kann, anstatt zu warten, bis der Buchhändler das Buch bestellt hat oder der Postbote es an die Tür bringt. Und sollte ein Buch doch einmal nicht halten, was Klappentext und Leseprobe versprochen haben, sind wenigstens keine Bäume dafür sinnlos gestorben! 😉

Platz 3 der Bestsellerliste! Mir wird ganz schwummerig…

Liebe Leser!

Heute muss ich einfach mal in aller Öffentlichkeit vor Stolz platzen. Igors Weihnachtserzählung hat es bei amazon auf Platz 3 der Bestsellerliste in der Kategorie Top 100 gratis Humor geschafft! Ha, werden die Zweifler jetzt sagen, ein eBook zu verschenken kann ja auch nicht so schwer sein! Wenn man jetzt aber mal überlegt, dass bei amazon insgesamt zur Zeit 43.115 kostenlose eBooks angeboten werden, finde ich, dass Igor ziemlich gut dasteht, mit einem Gesamtverkaufsrang von – jetzt gerade – 146. Wer Mathe kann, darf sich jetzt ausrechnen, an wie vielen eBooks aus sämtlichen Kategorien mein unbekannter kleiner Igor da vorbeigezogen ist. Und das alles ohne „Stützkäufe“ und selbstgeschriebene Bewertungen! Ich hab nämlich meinen Stolz und wollte ohne die bei manchen Autoren üblichen Manipulationen wissen, ob die Geschichte ihre Leser findet.

Wieso ich das eBook gratis eingestellt habe? Kommen wir also zum Marketing! Um mir eine (zahlende) Leserschaft aufzubauen, muss ich ja erst einmal Leser gewinnen. Also habe ich zwei kostenlose eBooks hochgeladen, um quasi Köder auszulegen. Das Prinzip ist das gleiche, wie eine Parfümprobe in einer Frauenzeitschrift oder ein Käsehäppchen im Bioladen. Riecht gut oder schmeckt lecker – geben Sie mir doch mal hundert Gramm. Darf es noch etwas mehr sein? Und so nimmt der Wahnsinn hoffentlich irgendwann seinen Lauf.

Ach, Igor … Ich würde mich jetzt zu gern entspannt zurücklehnen und den Screenshot genießen, aber ich muss wieder an die Arbeit. Heute arbeite ich in meiner Marketingabteilung und muss den Klappentext für den Pinguin des Scheichs konzipieren und das gesamte eBook hochladen – hoffentlich hebe ich mir dabei keinen Bruch, Igor hat ganz schön zugenommen …

Ach so, bevor ich das vergesse! Falls Ihr die Geschichte selbst lesen wollt, klickt auf das Bild „Der Geist der vergammelten Weihnacht“ rechts im Menü, dann gelangt Ihr sofort zum kostenlosen Download.