Jippieh: Arbeiterkampf und Solidarität bei amazon!

Liebes Internet!

Heute machen Igor und ich mal wieder in Politik! Neulich sind wir nämlich dem Aufruf gefolgt, dafür zu stimmen, dass die Mitarbeiter/innen von amazon einen fairen Tarifvertrag bekommen. Davor hatten wir eine ziemlich dämliche Diskussion, aber so ist das, wenn man mit einem Pinguin zusammenarbeitet. Ich war der Meinung, wir tun ja keinem Lieferanten weh, weil die unsere eBooks schließlich nicht von Tür zu Tür bringen müssen, und das bei Wind und Wetter. Hehe, ich war so blöd, das witzig zu finden.

Um ehrlich zu sein, ich hatte an dem Morgen schon für den Erhalt der Orang-Utans und gegen Pepsis Palmölschweinereien abgestimmt und eine eMail an Frau Merkel geschrieben, um ihr zu erklären, wie wichtig das für Europa ist, dass sie jetzt mal voran geht und die ollen Kohlekraftwerke abschaltet. Und das alles, während Igor noch in der Küche dumm rumstand und den Kaffeefilter anfeuerte. „Lauf, Kaffee, lauf!“

Dafür, dass ich mich dann auch mal um mein eigenes Business kümmern wollte, kann ich ja nix, oder? Da hatte Igor aber kein Verständnis. Plötzlich fielen hier Ausdrücke wie „Klassenkampf“, „Solidarität“ und „Revolution“ und Igor begann, aus Protest gegen mein mangelndes politisches Bewusstsein, eine Barrikade aus Möbeln und meinem Rucksack zu bauen – zwischen mir und der Kaffeekanne! Als er mich dann auch noch als Bildungsbürgerin beschimpft hat (er weiß, wo’s weh tut!), bin ich eingeknickt und hab die Petition dann eben auch noch unterschrieben. Dabei wollte ich mir die eigentlich als gute Tat für den nächsten Tag aufheben.

Lange Rede , kurzer Sinn: Ich habe unterzeichnet und heute bekam ich dann vom Initiator der Petition den Link zu diesem drolligen Streiklied. So einen Protestsong hab ich glaub ich nicht mehr gehört, seit ich in den Achtzigern mit meinem „Atomkraft, nein Danke!“-Sticker von der Mathe-Nachhilfe zur Südafrika-AG gewackelt bin. Sehr anrührend. Ich weiß jetzt gerade nur nicht, ob ich mich wieder jung oder alt fühlen soll.

Übrigens: Wenn ihr auch Petitionen unterschreiben wollt: https://www.change.org/

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Das kann auch nur mir passieren!

Liebes Internet!

Diese Woche habe ich mal wieder eine Geschichte zu erzählen, die so ausgedacht klingt, dass man sie eigentlich zu einer Kurzgeschichte verarbeiten müsste, und die geht so. Wir hatten im Herbst eine Dame in unsere Hausgemeinschaft aufgenommen, die mit aller Welt zerstritten war, keine Freunde und kein Geld hatte und dringend einen festen Wohnsitz brauchte. Wir hatten Platz in der WG und ein großes Herz.

Tja. Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, warum die Dame mit aller Welt zerstritten ist. Sie kann einfach nicht anders. Leider stellten wir uns als Feindbild als völlig untauglich heraus, speziell ich. Denn mit mir kann man sich einfach nicht streiten. Mit Menschen, an denen mir liegt, trage ich Meinungsverschiedenheiten mit gewaltfreier Kommunikation aus, zu Menschen, die Dramen brauchen um des Dramas willen, halte ich schon seit Jahren keinen Kontakt. Zeitfresser und Energievampire sind des Autors größter Feind.

Trotzdem hatte ich in gewissen Grenzen Mitgefühl mit dieser gequälten Frau, weil ich davon ausgehe, dass jeder Mensch sein Bestes tut. Wie schrecklich muss es also sein, wenn man sich überall nur Feinde macht, aus jedem Job und jedem Vertrag rausfliegt und mit jedem Mal wird das Gefühl, Opfer zu sein und von allen gehasst zu werden, größer. Ich zahlte also noch stillschweigend den nicht überwiesenen Mietanteil der Dame aus eigener Tasche und atmete auf, als sie ihre Sachen packte und wutentbrannt auszog.

Als die Luft rein war, stellten wir allerdings fest, dass sie unseren Router und einen Fernsehreceiver mitgenommen hatte. Am toten Telefonkabel hing ein Erpresserbrief, in dem sie 500 Euro Lösegeld für die Geräte forderte, keine Polizei. Das war dann doch der Moment, in dem wir in schallendes, befreites Gelächter ausbrachen. Unser Router war entführt worden, wie absurd ist das denn!

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin dann, auch auf die Gefahr hin, dass die Entfüherin sich missachtet fühlt, nicht zur Lösegeldübergabe gegangen, sondern hab mit einem netten Serviceherren bei unserem Telefonanbieter telefoniert, der mir versprach, ganz schnell einen neuen Router zu schicken. Trotzdem waren wir für ein paar Tage von der Welt abgeschnitten. Und was soll ich sagen?

Ich hatte die entspannteste und produktivste Woche seit Jahren. Ich liebe das Internet, keine Frage, aber es frisst Zeit, wie ein Hamster auf der Suche nach Nistmaterial ein Sofakissen! Da denkt man immer, dass man konzentriert und fokussiert an seinen Texten arbeitet, aber wie oft checkt man zwischendurch das eMail-Postfach, die Blogstatistiken, die Amazon-Verkaufsränge, liest sich in einem interessanten Blog fest oder lädt „mal eben“ das eBook eines Kollegen herunter …

Das Leben ohne Internet sah für mich so aus: Um acht Uhr morgens kochte ich mir meinen Tee, machte Feuer im Kamin und setzte mich an das Romanmanuskript, das ich seit zehn Jahren überarbeiten will. Und die Arbeit nahm mich ohne Ablenkungen völlig gefangen. Endlich weiß ich, wo der Roman hin will. Ich entwarf begeistert eine völlig neue Kulisse, entdeckte, wie ich den Charakteren, die mir bisher zu flach und unmotiviert schienen, Vielschichtigkeit einhauchen muss und führte noch nachts im Bett Dialoge mit meinen Figuren. Ich arbeitete mich in einen Schreibrausch, wie ich ihn ewig nicht erlebt hatte. So muss schreiben sich anfühlen, genau so, mit Leidenschaft und Besessenheit für die eigene Arbeit, alles andere ausblendend.

Als der Paketbote den neuen Router brachte, war ich tatsächlich ein bisschen enttäuscht. Aber ich habe daraus gelernt. Ich habe die Muße beim Schreiben wiederentdeckt. Überall liest man Tipps, wie man mal schnell ein paar eBooks schreiben kann, um ein passives Einkommen zu generieren, aber ich sage: Leute, lasst euch nicht hetzen! Gute Geschichten müssen reifen und wachsen. Verbringt eure Zeit lieber mit euren Romanfiguren, als mit euren Facebookfreunden oder Browsergames!

Im Nachhinein bin ich der Entführerin unseres Routers richtig dankbar, auch wenn es sicherlich nicht in ihrer Absicht lag, mir eine so große Freude zu machen. Aber ich habe wiederentdeckt, wie gut es für die eigenen Texte ist, nicht in die durchgetaktete Hektik des Internets zu verfallen, sondern das Schreiben an sich zu genießen. Nicht als zielgerichteten Akt, sondern als lustvollen Schaffensprozess. Ich hab mir jetzt einfach einen Stundenplan gemacht, um meine Arbeit besser zu strukturieren. Und ein paar Stunden am Tag habe ich jetzt der Arbeit an meinem Roman reserviert. Und zwas offline. Und danach darf ich zur Belohnung lesen, was während meiner Arbeitszeit im hektischen Internet so alles passiert ist! 😉

Fazit: Wenn euch jemand ärgern will, macht das Beste draus! Setzt euch hin und schreibt, schreibt, schreibt!

Eine Liebeserklärung an alle Blogger da draußen!

Jeder Mensch braucht seine Rituale, denn Rituale machen das Leben einfach schöner. Wer seine Rituale hat, muss nicht vor jeder Bewegung neu überdenken, ob das jetzt Sinn hat, ob wir erst den linken Fuß nehmen und dann den rechten, und ob wir zwischen den Schritten atmen, oder besser davor oder danach. Nein, wir tun es einfach, weil wir uns daran gewöhnt haben, weil wir es ritualisiert haben. Und mein Ritual, um gut in den Arbeitstag zu kommen, ist der Blick ins Mailpostfach, um zu lesen, was andere Blogger geschrieben haben.

Was für ein Glück, dass man Blogs abonnieren kann!

Ich persönlich gehöre ja zu den Nachteulen, die einfach nicht einschlafen können. Manchmal wälze ich mich bis vier Uhr morgens rum und brüte geniale Ideen aus über Artikel, die ich schreiben werde, Cartoons, die ich unnnbedingt malen muss und erzähle mir Kurzgeschichten, die ich garantiert am nächsten Morgen „mal eben“ aufschreiben werde. Wenn der Wecker dann klingelt, bin ich oft so gerädert, dass ich nichts davon hinkriege. Eine dumme Sache. Da muss ich noch dran arbeiten. Entweder ich starte eine Petition, um das Zeitsystem in Europa umzustellen (jetzt waren ein paar tausend Jahre lang die Frühaufsteher dran, lasst uns doch jetzt mal den Tag von 12 bis 24 Uhr einführen!) oder ich besorge mir Baldrian und trainiere um 21 Uhr ins Bett zu gehen. Das sind aber leider Projekte, die eine längere Planung erfordern und helfen mir gerade nicht viel. Was aber hilft ist: Neugier!

Das Eigenleben der Bloggerszene hat etwas Magisches

Wirklich wach werde ich in dem Moment, wo mir einfällt: Hey, gibt es was Neues zu lesen? Und dann arbeite ich mich durch mein Mailpostfach. Ich habe einige wirklich interessante Blogs aus den verschiedensten Bereichen abonniert. Wenn ich dann fertig bin, kenne ich zehn neue Tipps für XY, weiß, wer gerade an seiner Schreibblockade knabbert und kenne neue Marketingideen für Autoren. Es ist, als hätte ich mir meine eigene Morgenzeitung zusammengestellt, in der nur Artikel stehen, die mich interessieren. Und wisst Ihr, was mich dann motiviert, mich selbst auf den Hintern zu setzen und zu schreiben? Wenn all die Blogger da draußen sich nicht hingesetzt und konsequent gearbeitet hätten, hätte ich ja nix zum Lesen gehabt. Und wenn ich auch gelesen werden will, muss ich ja schließlich erstmal was schreiben, nä? Also: Immer ran an den Speck und schreibt, was das Zeug hält! Da draußen gibt es Leser, die sich auf eure Posts und Geschichten freuen!

Der IQ-Test der Hebamme

Das Sonntags-Cover: Der IQ-Test der Hebamme

Der IQ-Test der Hebamme

Liebe Leser!

Heute habe ich mal wieder mit GIMP gespielt. Habt Ihr geglaubt, es gäbe schon genug Hebammen-Romane? Ha, da habt Ihr nicht mit Frau Groka gerechnet! Das Cover ist ein erster Entwurf für meine Satire-Serie „Cover, die die Welt nicht braucht“. Oder so. Das musste heute einfach mal sein! 😉

Selfpublishing und Vorurteil

Liebe Leser!

Die Frage, ob es gut oder schlecht ist, seine Bücher selbst zu verlegen, geistert ja in einer völlig neuen Auflage aktiv durchs Internet. Ich selbst bin ja alt und vom Schicksal gebeutelt, deshalb kann ich mich noch gut daran erinnern, wie der Buchmarkt vor 20 Jahren funktionierte. Selbtverleger waren unten durch, bevor sie überhaupt angefangen hatten und wären nach Meinung ihrer Freunde und Feinde besser bei ihren Manuskripten geblieben – nämlich in der Schublade. Wer es nicht schafft, einen Verlag zu begeistern, der wird es schon gar nicht schaffen, Leser zu begeistern! Und wer sich auch nur mit dem Gedanken trug, auf eigene Kosten etwas zu veröffentlichen, der wurde gleich von allen Seiten mit der gleichen Warnung gehauen: Pass bloooß auf mit diesen Zuschussverlagen! Die machen nur ein Geschäft mit deiner Eitelkeit!

Tja. Ratschläge sind eben auch Schläge. Ich selber hatte das so oft gehört, dass ich vor vielen Jahren als Anfängerin einen Brief von einer Literaturagentur, die mir ein professionelles Lektorat anbot, um ein (zugegeben sehr dilettantisches Manuskript) unterbringen zu können, entsetzt in die Ecke schmiss. Vorsicht, die wollen nur mein Geld! Dabei hatte das Lektorat im Vergleich zu heutigen Anbietern einen lächerlich kleinen Preis. Äh, mir fällt gerade ein, könnte ich dieses professionelle Lektorat für einen 300 seitigen Roman für 500 Mark jetzt vielleicht noch haben? Nein?

Rückblickend sehe ich vieles aus einer anderen Perspektive und rege mich jetzt über Dinge auf, für deren Reaktion es eigentlich viel zu spät ist. Da ist dieser Vorwurf der Eitelkeit an alle Autoren, die gern veröffentlicht werden wollen. Nach meiner Erfahrung sind gerade ernsthafte Autoren die introvertiertesten und von Selbstzweifeln geplagtesten Menschen, die im Kulturbetrieb unterwegs sind. Das ist auf einer Eitelkeitsskala von 1 bis 10 eine -10. Für diese Autoren hat der Wunsch nach Veröffentlichung wenig damit zu tun, dass sie „bewundert“ werden wollen. Geht es nicht viel mehr darum, Leser zu finden, die die Begeisterung an der eigenen Geschichte teilen, damit man nicht mehr so allein ist auf seiner selbstgebauten Insel? Das Autorenleben ist ein einsames Geschäft und jeder Leser ist eine verwandte Seele, mit der man die Höhen und Tiefen der Geschichte teilen kann wie mit einem Freund. Ein Leser ist also viel mehr als ein zahlender Kunde, der einem ein Brötchen oder eine anonyme Wurst abkauft – er ist ein Verbündeter. Und das hat nichts mit Eitelkeit zu tun.

Auf der anderen Seite stehen die Verlage, die – man glaubt es kaum – knallhart rechnende Wirtschaftsbetriebe sind, sein müssen. Was sich nicht an die breite Masse verkaufen lässt, kann einem Verlag das Genick brechen, und daran hängen Arbeitsplätze. Aus Sicht der Verlage ist es nur natürlich, dass sie lieber auf Nummer sicher gehen und erfolgreiche Lizenzausgaben aus dem Ausland veröffentlichen und auch eher den Roman einer bekannten Schauspielerin veröffentlichen als den einer unbekannten Hausfrau, denn welche von beiden sitzt sowieso in den Talkshows und kann dann auch gleich das Buch promoten?

Es liegt also auf der Hand, dass Autoren, die nicht für die breite Masse schreiben – entweder, weil sie einen sehr speziellen Stil haben oder einfach dieser diffusen Masse noch völlig unbekannt sind – keine Chance haben, Verlagsverträge zu ergattern. Aber muss ihre Arbeit deswegen schlecht sein? Nein, sie ist ebenso wenig zwangsläufig schlecht, wie auf regulärem Weg veröffentlichte Bücher automatisch gut sind!

Es wird also Zeit, dass das Image des Selbstverlegers sich wandelt. Erstmal sollten wir den bornierten Vorwurf der Eitelkeit in die Tonne stopfen. Wenn wir uns von den üblichen Vorurteilen über dumme Autoren, die sich über den Tisch ziehen lassen, um ihr Buch in der Garage stapeln zu können, frei machen, haben wir einen unverstellten Blick auf den aktuellen Buchmarkt und stellen fest, dass beim Selfpublishing sicher viel Schrott rauskommt, aber ebenso Perlen der Literatur, die ohne Selbstveröffentlichung den Weg zum Leser nie gefunden hätten.

Das Beste daran ist: Die Gewinner sind auf jeden Fall die Leser! Gerade, wer in den großen Buchhandlungen auf dem Bestsellerstapel vorne am Eingang nie etwas Passendes findet und immer nur das Gefühl hat, dass ewig der gleiche Kaffeesatz neu aufgebrüht wird, kann bei Self-Publishern im Internet fündig werden. Denn hier tummeln sich tatsächlich auch Bücher, die zwar haarscharf am Geschmack von Verlegern und Bestsellerkonsumenten vorbeisegeln – aber trotzdem brillant geschrieben sind und endlich mal frischen Wind in den Buchmarkt bringen. Diese Bücher und Texte zu finden, gleicht einer spannenden Detektivarbeit und macht Lesen endlich wieder zum ganz persönlichen Abenteuer.

Back in Town

Liebe Leser,

nach langer Internetabstinenz sitze ich zum ersten Mal wieder vor einem Blogpost und weiß nicht, wo ich anfangen soll. Für alle, die sich gefragt haben, wo ich abgeblieben bin – ich habe ein Jahr lang als Pferdeknecht im Stall geackert und ein Jahr lang an einer freien Schule gearbeitet, wo ich unter anderem kreatives Schreiben unterrichtet habe. Warum ich das gemacht habe? Das Leben entwickelt sich eben immer anders als geplant, und ich hatte ja noch nicht mal einen Plan!

Vor lauter Alltag blieb da keine Zeit zum Zeichnen, Schreiben oder Tüfteln (an was auch immer). Und doch bin ich im Nachhinein dankbar für die Auszeit, die eben einfach so mit mir passiert ist, aber viele neue Perspektiven eröffnet hat und eines Tages stellte ich fest, dass ich – tja, das passiert auch den Besten unter uns irgendwann – erwachsen geworden bin. Ich hab mich jetzt endlich entschieden, was ich werden will, wenn ich groß bin. Und bei meiner Vita war das gar nicht so einfach.

Als junges Ding habe ich Theater gespielt und wurde gefragt, ob ich wirklich so naiv bin oder das tatsächlich so grandios spielen kann. Bilder von mir hängen an Wänden von Portugal bis Wien, aber als Malerin hab ich mich selbst nie ernst genommen. Meine Cartoons geistern durchs Internet, aber die wenigsten wissen, dass sie von mir sind. Bei vielen Menschen liegen noch irgendwo kleine und selbstgebastelte Printausgaben von meinen Geschichten rum, echter Garagenpunk. Und in meinen wilden Zwanzigern war ich sogar Mitglied in einer Band, weil ich im Minirock einfach besser aussah als Mario und Harald. Tja. Was soll da noch kommen?

Der rote Faden war, dass ich immer geschrieben habe. Das behauptet jeder Autor in seiner Vita. Außer denen, die als Spätberufene ihren ersten Roman schreiben, wenn sie die Rente durch haben und dann natürlich immer prompt einen Weltbestseller zu landen scheinen. Von den schreibenden Rentnern, die keinen Bestseller landen, hört man ja schließlich nicht.

So. Ich will jetzt nicht bis zur Rente warten. Ich hab auch keine Lust mehr, mich ständig zu fragen, was aus mir mal werden soll. Ich bin jetzt Selfmade-Autorin und mach mich dann mal auf den Weg, meine Leser zu finden. Erstmal jeden einzeln. Und ich werde diesen Blog nutzen, um darüber zu berichten. Natürlich habe ich auch darüber nachgedacht, einen neuen Blog anzulegen, aber das wäre verschenktes Potential. Mein schönes Googleranking, meine Backlinks, meine Besucherzahlen und alles, was in der Besenkammer eines Blogs so rumliegt, wären dann schließlich weg. Die älteren Beiträge lasse ich teilweise stehen, was nicht unbedingt suchmaschinenrelevant ist, wird gelöscht, taucht aber vielleicht später an anderer Stelle wieder auf. Für die Fans meiner Zeichnungen zur Beruhigung: Das Kritzeln werde ich nicht lassen, schließlich muss auch ein Autorenblog illustriert werden!

Und jetzt freue ich mich auf alte Leser, die mir treu bleiben und über jeden neuen Leser, der hinzu kommt, um zu lesen, was das Autorenleben so ausmacht: Drama, Liebe, Wahnsinn. Und natürlich der Amazon-Verkaufsrang! 😉

Heute: Tango Lumbago!

Der Tango – Eine Leidenschaft, die Leiden schafft!

Liebe Gemeinde!

Nachdem ich gestern Abend zum erstenmal seit Eeewigkeiten kalte Füße hatte und deswegen nicht einschlafen konnte, wollen wir jetzt mal etwas Feuer in die Sache bringen! Eigens zu diesem Zweck hab ich nun den legendären Rudi Valentino gekritzelt ( eins, zwei, drei, vier, Wiegeeeeschrittt! ) und…vergessen, was ich sagen wollte. Ach so. Sollte jemand von euch Lust haben, seinen eigenen Rudi zu zeichnen, so bedenket um Gottes Willen, dass ihr ein Blatt unter die Zeichenhand legen müsst! Die blöde Frau Groka hat nämlich wieder voll rumgeschmiert und sowas macht man einfach nicht! Im nächsten Leben halte mich strikt an die Regel: Sei schlau, geh zum Bau! Geh mir bloß wech mit die Kunst…

Endlich wieder Wahn! WAHN! Harrrrr…

Leider unscharf fotografiert: Miniatur-Schinken, frisch gepresst!

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

liebe Negerinnen und Neger!

Hach, heute ist die liebe Frau Groka aber ausgesprochen gut gelaunt! Ich hatte nämlich endlich Zeit, die neuen Ölfarben auszuprobieren, die meine Mitbewohnerin mir letztens zum Geburtstag geschenkt hatte – weil nämlich, das sind Ölfarben ohne Öl. Oder so. Äh…Color al óleo para Artistas oder so, ich finde ja immer, solche Wörter klingen, als hätte der Che da irgendwie die Finger im Spiel gehabt, auf jeden Fall sind die wasserlöslich und stinken nicht. Absolut großartiges Malen, nur hab ich mich dabei wieder so dermaßen in einen wahnhaften Zustand reingepinselt, dass ich hinterher beim Pfoten waschen durch einen flüchtigen Blick in den Spiegel feststellte, dass ich mich geschminkt hatte. Color para trottelige Artistas kann ich da nur sagen, aber ich sah aus wie der Hund bei den kleinen Strolchen – der mit dem aufgemalten Fletschauge. Ich glaub, bei der Augenbraue hilft nur noch abrasieren. Blaugrüntöne verwandeln mich immer in eine Wasserleiche aus dem Tatort…

Spirituelle Erleuchtung für ALLE! *schrei*

Frau Groka beschwört Saturn im 8. Haus

Liebe Freunde der brotlosen Kunst!

Nachdem ihr mit mir durchleiden musstest, wie ich für minimalen Reichtum mein Gehirn zu waschen gezwungen war und dann auch noch die Begegnung mit der Hexe hatte, fiel mir heute ein Buch in die Hände, welches ich vor ein paar Monaten im Second Hand Lädchen von Esens mitgenommen hatte. Ich hatte damals 50 Cent investiert, weil auf dem Titel stand, dass dieses fundamental(istisch)e Werk mir verraten wird, wie ich reich werde. Allerdings nicht mit Gottes Hilfe, sondern mit der andern. Also, äh, Knochen schmeißen, Sterne schubsen etc. Und ich dachte so: „Das sieht doch noch gut aus, wenn ich das für 2 Euro verticke, hab ich, äh…viele Prozente Gewinn!“

Dann hab ich das aber, wie ich halt so bin, einfach vergessen. Als ich aber heute morgen aufwachte und mindestens gefühlte 173 Jahre alt war, streckte ich mit einem kinskiesken Stöhnen den Arm aus, um in einen Stapel zu greifen, der meinen Gehirn Beschäftigung verschaffen könnte und hatte den Orakel-Wälzer in der Hand. Schön bunt, auch mit Aquarellchen. Ja, und, was soll ich sagen, dann hab ich mich mal schlau gemacht. Dazu musste ich auf einer Sternzeichen-Uhr rückwärts zählen, was mir allerdings sehr gelegen kam, denn als Linkshänder finde ich sowieso, dass die Uhr immer genau falschrum geht. Jedenfalls habe ich dann – alles rein wissenschaftlich! – ermittelt, dass Saturn durchs achte Haus muss, und ich werde reich. Dann hab ich natürlich sofort nachgezählt, wie oft ich schon umgezogen bin, und ha! Ich bin gerade im 8. Haus, wenn das kein Glück ist! Jetzt brauche ich nur noch einen Saturn, der hier mal durchwandert, dann wird alles gut. Also. Sollte irgendwo da draußen ein Leser sein, der Saturn heißt – einfach melden!