Floppy rettet die Konbautze – eine Kurzgeschichte aus meiner Schublade

Liebe Gemeinde, Freunde und Feinde,

heute habe ich für den Kreativkick einen Artikel über Reizwörter geschrieben und dabei fiel mir ein, das ich ja selbst noch haufenweise „Reizwortgeschichten“ auf der Festplatte habe, die eigentlich zu schade sind, um da zu vergammeln. Da ich nicht weiß, wann ich die Zeit haben werde, die Kurzgeschichtensammlung zu einem eBook zusammen zu stellen, präsentiere ich euch jetzt stolz eine meiner Lieblingsgeschichten: Floppy rettet die Konbautze. Für alle, die diesen Artikel angeklickt haben, weil sie sich für die Reizworttechnik interessieren: Die drei Wörter, aus denen mein Gehirn die Geschichte gemacht hat, waren Rottweiler, Ektoplasma und Puddingteilchen, gestiftet von meiner Tochter. Viel Spaß beim Lesen.

Floppy rettet die Konbautze

Auch in unserer modernen Zeit gibt es noch immer Völker, die nicht bekannt sind. Untereinander schon – nur nicht dem Rest der Welt. Einige Indiostämme sind sogar dafür bekannt, dass sie nicht bekannt sind.
Ein weiteres Volk, das noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat, lebt allerdings in einem Hinterhof in Recklinghausen. Hinter einem kleinen Metzgerladen haben hier die Konbautze einen eigenen Mikrokosmos errichtet.
Die Konbautze sind eine ausgesprochen intelligente Lebensform. Sie nutzen die Vorteile der Zivilisation, ohne sich ihr zu erkennen zu geben. Sie genießen alle Rechte, übernehmen dafür aber keine Pflichten.
Deshalb sind die Konbautze ein sehr lebensfrohes und sorgloses Volk. Sie verbringen höchstens eine Stunde pro Tag mit der Nahrungssuche, der Rest der Zeit verbleibt ihnen, um den Häuptling toll zu finden, sich gegenseitig den Nacken zu kraulen und Würfelspiele zu erfinden, bei denen keiner verlieren kann. Das alles funktioniert natürlich nur, weil die Konbautze mikroskopisch klein sind.
Doch eines Tages stellte sich heraus, dass der Häuptling doch nicht so schlau war, wie immer alle Konbautze gedacht hatten. Der Häuptling hatte nämlich verfügt, dass die Siedlung der Konbautze mittels ihrer hoch entwickelten Technologie, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann, als eine gammelige, alte Wurst getarnt werden solle. Nach dem Selbstverständnis des Häuptlings stellte diese Tarnung ein Optimum an Sicherheit dar. Eine alte Wurst im Hinterhof einer Metzgerei, die weit und breit für ihre Gammelfleischskandale berühmt war – es war perfekt.
Nur mit einem hatte der Häuptling nicht gerechnet. An einem Dienstag im Juli, es war sehr heiß und drückend, rief eine Anwohnerin, die sich von dem Geruch hinter der Metzgerei belästigt fühlte, das Ordnungsamt.
Frau Krummbiegel hatte nämlich geplant, mit ihrer alten Schulfreundin Frau Öx auf dem Balkon ein Stückchen Erdbeerkuchen einzunehmen. Denn Obstkuchen macht ja nicht dick. Wenn man sich mit der Sahne zurück hält.
Leider stieg den Damen schon beim Betreten des Balkons ein derartig unangenehmer Geruch in die Nase, dass der Erdbeerkuchen sich vor ihren Augen in blubberndes Ektoplasma verwandelte. Die Sahne nahm eine Pyramidenform an und ließ durch ihre Schnittpunkte grüngelbe Dämpfe entweichen.
Frau Krummbiegel tätigte natürlich sofort völlig empört ein Telefonat. Und dann noch eines. Das zuständige Amt war nämlich gar nicht zuständig. Das nächste Amt fühlte sich auch nicht zuständig, verwies Frau Krummbiegel aber weiter. Bei der dann doch vielleicht eventuell manchmal zuständigen Stelle, mit der Frau Krummbiegel nun verbunden wurde, war der zuständige Sachbearbeiter krank geschrieben, sein Vertreter auf einer Fortbildung und dessen Vertreter im Urlaub. Der Vertreter jenes Vertreters, der just in diesem Moment auf den Malediven einen Herzinfarkt erlitt, verband Frau Krummbiegel mit dem Pförtner.
Diesem erklärte Frau Krummbiegel völlig aufgebracht, dass das Ektoplasma Gase abgebe und Frau Öx bereits ihre Farbe verändert habe. Schuld sei der Metzger im Parterre.
Der Pförtner nahm still alle Daten auf, enthielt sich aber einer eigenen Meinung.
Dann überschlugen sich die Ereignisse.
Der Häuptling der Konbautze verschluckte einen Würfel. Genau in dem Moment, als der völlig verstörte Metzger mit einem Herrn mit Klemmbrett und Kugelschreibern in der Hemdtasche, den Hinterhof betrat.
Der fremde Herr mit dem Klemmbett murmelte Worte wie Mängelliste, Gesundheitsgefährdung, Strafanzeige und „unhygienisch“.
Der Metzger fuhr sich derweil über die verschwitzte Stirn und nahm einen großen Schluck aus einem Flachmann.
Die Konbautze bemerkten dies alles zunächst nicht. Alle hatten sich um den blau angelaufenen Häuptling gescharrt. Der erste und der zweite Minister klopften ihm auf den Rücken, während der Schamane aufgeregt hin und her lief und immer wieder ausrief, dies sei ein Zeichen, nun stünden die Sterne günstig, um die Erde zu pulverisieren und bei eBay zu verkaufen.
Ein vorlautes Konbautzenkind drängte sich nach vorn und schlug vor, dem Häuptling das Leben zu retten, indem man ihm einen Würfelbecher über den Kopf stülpt und schüttelt.
Da schrie der Herr mit dem Klemmbrett: „Und werfen sie gefälligst die vergammelte Wurst da weg!“
Kleinlaut bückte sich der Metzger nach der Siedlung der Konbautze und klappte den Deckel einer stinkenden Mülltonne hoch.
Die Konbautze erstarrten vor Schreck. Dann liefen sie blitzschnell durcheinander und richteten drohend ihre solarbetriebenen Teilchenbeschleuniger auf den Metzger.
Doch dann passierte etwas Unvorhergesehenes. Die Tür zum Hinterhof sprang auf und Frau Krummbiegel, mit gehetztem Blick, stürmte heraus, verfolgt von zwei übereifrigen Sanitätern und einem Amtsarzt, der schnaufend Fragen rief. Welchen Wochentag haben wir heute? Wie heißt der Bürgermeister von Wesel?
Abgelenkt durch dieses Schauspiel verharrte der Metzger für den Bruchteil einer Sekunde mit dem, was er für eine Gammelwurst hielt, in der Hand, über der Mülltonne.
Diese kurze mentale Schwäche des alkoholkranken Fleischermeisters machte sich eine andere Lebensform zunutze. Ein im städtischen Tierheim bereits als notorischer Ausreißer bekannter Rottweiler sprang aus dem Gebüsch, riss dem Metzger die Siedlung der Konbautze aus der Hand und verschwand in einer nahe gelegenen Grünanlage.
Die Konbautze wurden durchgeschüttelt wie noch nie zuvor im Leben. Der Häuptling erbrach sprötzelnd den Würfel.
Doch allen Widrigkeiten zum Trotz gelang es dem Praktikanten des Verteidigungsministers, den Teilchenbeschleuniger so zu positionieren, dass Floppy, der Rottweiler, ein Puddingteilchen von gestern direkt ins Auge bekam.
Floppy ließ die Siedlung fallen und rannte jaulend davon.
Noch heute erinnert eine Statue von Floppy auf dem Dorfplatz der Konbautze an diese heldenhafte Rettung einer Spezies, die bis heute nur der allwissenden Erzählerin bekannt ist.

Wenn die Geschichte dir gefallen hat und du gern mehr Groka-Geschichten lesen würdest, hinterlasse mir bitte einen Kommentar, damit ich weiß, ob es sich lohnt, ein eBook daraus zu machen! 🙂

Der Lesetipp für verregnete Sonntage: Ein-Sterne-Rezensionen bei Amazon!

Wahrum

Liebes Internet!

Heute war einer dieser zum Glück seltenen Tage, die zu nichts taugen, außer Zeit zu verplempern. Das fing schon an, als ich versuchte, etwas von dem „Anti-Stress“-Duftöl, das ich neulich für billig abgegriffen habe, in die Duftlampe zu füllen. Und diese verstockte Flasche wollte absolut keinen Tropfen hergeben. Wie ein Schimpanse im Versuchslabor versuchte Frau Groka, an das Duftöl zu kommen, um „nicht gestresst zu sein“. Klopfklopf, schüttelschüttel, klopf! SCHÜTTELSCHÜTTEL, kipp! „Du verdammte scheiß Arschlochflasche sollst machen, dass ich nicht gestresst bin!“ *schrei*

Nach einer guten Viertelstunde hatte ich rot unterlaufene Augen, Schnappatmung und war gestresster, als ich es ohne „Anti-Stress“-Duftöl jemals hätte sein können! „IGORRRR!“ Und dann kommt dieser verdammte Pinguin, nimmt mir mit einem herablassenden Lächeln das Fläschchen aus der Hand und … tröpfel. Ich hasse die Flasche! Echt.

Ist ja auch egal. Ich wollte dann – den aufdringlichen Entspannungsgestank tapfer ignorierend (drei Tropfen hätten’s auch getan, aber der Pinguin kann ja 3 und 30 nicht unterscheiden … ) – doch noch was Sinnvolles tun und befasste mich mit den youtube-Videos aus der Self-Publishing Area der letzten Buchmesse. Ich wollte artig sein, gerade sitzen und von den „Leuchttürmen der Branche“ lernen. Und natürlich ging es wieder um Social Media Marketing, einen Begriff, den ich bald nicht mehr hören kann. Vielleicht haben die Menschen da auf dem Podium ein anderes Internet als ich, aber ich komme mit diesen angeblich so hilfsbereiten und familiären Autorengruppen auf Facebook ja nicht klar.

Das ist ein Lärm da, unfassbar. Alle drängeln nur nach vorne und schreien „Hier, hier, ich! Lest mein Buch!“ Gestern las ich irgendwo sogar die Botschaft: Nur noch heute zum halben Preis, wer mein Buch jetzt nicht kauft, zahlt hinterher drauf!!! Gnnnnn … was soll ich da sagen?! Ein paar hundert anderen Autoren (die auch nur da sind, um sich selbst zu verkaufen), mit diesem sagenhaften Verlustgeschäft zu drohen, ist doch gar nicht looogisch! Für mich jedenfalls nicht, ich kauf es dann eben gar nicht und gut is‘.

Naja. Auf jeden Fall hoffte ich, die Leuchtürme könnten mir helfen, meinen Denkfehler aufzudecken, damit ich mal dahinter komme, wieso dieses ganze Social Media Gedöns mich so ausbremst, dass ich meine Igors am liebsten wieder einpacken würde. Und dann passierte das.

Ich suchte mir bei Amazon die Kindle-Bestseller der Social Media Fachleute von der Buchmesse und war frohgemut und gespannt, denn ich dachte: Cool, die bieten bestimmt grandiose Qualität, jetzt finde ich raus, wie der Hase läuft und dann kauft Igor mir von unseren Tantiemen einen pinken Cadillac, wie Elvis für seine Mama! Ich hab zwar gar keinen Führerschein, aber ich könnte dann in der Garage in dem coolen Auto sitzen. Vorausgesetzt, da ist W-Lan.

Kaum auf Amazon angekommen, fiel mir aber ins Auge, dass viele der Kindle-Bestsellerautoren zwar viele 4- oder 5-Sterne-Rezensionen haben, wie bei einem Bestseller nicht anders zu erwarten, aber auch wirklich erschreckend viele 1-Sterne-Rezensionen. Hö?, dachte die liebe Frau Groka, watt is da los?

Und natürlich, klick, interessierte Igor und mich brennend, was dahinter steckt und wir lasen stundelang Verrisse! Unfassbar. Von unterirdischer Sprache, haarsträubender Rechtschreibung, eindimensionalen, durchweg unsympathischen Charakteren war da die Rede, von „nach 20% völlig genervt vom Reader gelöscht“. Immer wieder tauchten Sätze auf wie „Ich werde garantiert keine eBooks mehr runterladen!“. Und DAS bedeutet dann für jeden eBook-Autoren, der seine ganze Leidenschaft für gute Literatur in seine Arbeit wirft, dass er diese potentiellen Leser verloren hat. Denn je öfter Leser an lieblos zusammengeschusterte eBooks geraten, die sich durch Shares und Likes verkaufen, anstatt durch Qualität, umso weniger Leser, die Qualität suchen, werden sich hier umgucken.

Und fast jeder Rezensent merkte an, er habe sich von den vielen guten Bewertungen blenden lassen und könne sich nicht erklären, wie die zustande gekommen sind. Igor und ich sahen uns betreten an, bis einer von uns leise fragte: „Social Media Marketing?“ Gute Bewertungen fangen sogar heute schon selbstverständlich an mit Einleitungen wie: „Ich fühle mich sehr geehrt vom Autor XY um eine Rezension gebeten worden zu sein … “ Tja. Wer sagt da noch: „Boar, war der Schinken langweilig … “

Sind wir tatsächlich schon so weit, dass wir unseren „Facebook-Freunden“ mehr trauen als unserem eigenen Urteil und die schlechten Rezensionen von den Lesern kommen, die eben nicht auf den einschlägigen Portalen unterwegs sind und daher der „Schwarmintelligenz“ nicht folgen können, sondern sich noch ein eigenes Urteil bilden? Das Wort Schwarmintelligenz wird in Selfpublisher-Kreisen sehr inflationär und völlig bedenkenlos benutzt. Ich gestehe ja, ich hab den Ausdruck auch letztens benutzt, als ich gesagt habe, mein einziger Schwarm sei ein etwas in die Jahre gekommener Pinguin mit leichtem Bauchansatz, aber ob man da gleich von Intelligenz sprechen könne … Aua! Ist ja gut, ich hör ja schon auf …

Auf jeden Fall ist „Schwarmintelligenz“ ein Wort, dem ich nicht so recht traue. Ich will da jetzt gar nicht erst schwermütig auf die deutsche Geschichte anspielen oder so, aber „Schwarm“ und „Intelligenz“ schließt sich für mein Empfinden aus, weil Intelligenz für mich voraussetzt, dass das einzelne Individuum erstmal innehält und selber denkt. Man kann sich dann natürlich entschließen, dem Schwarm zu folgen, keine Frage, aber dann doch bitte aus freiem Willen und aus selbst durchdachter Entscheidung heraus!

Aber ganz offensichtlich kommen im Selfpublisher-Bereich Bestseller zustande, indem diese Schwarmintelligenz durch Social Media Kampagnen freigesetzt wird. Hm. Mir fällt gerade auf, dass ich keine Ahnung habe, was ich eigentlich sagen will.

Als Fazit kann ich nur noch anschließen: Ich selbst habe auf Amazon sehr wenige, aber durchweg gute Rezensionen. Und ich kann mit Freude sagen, dass ich keinen dieser Rezensenten von irgendwoher kenne. Ich freue mich deshalb so darüber, weil ich dadurch weiß, dass mein Stil den Lesern wirklich gefallen hat. Meine Rezensionen sind nicht der Tatsache geschuldet, dass ich die süßen Katzenfotos meiner Rezensenten 200 mal geliked habe, bevor ich sie um eine Rezension bitte. Ich freue mich riesig über jede Rückmeldung, aber bei Gefälligkeitssternchen hätte ich ein dummes Gefühl.

Ein Glück. Heute Abend kommt Inspektor Barnaby. Dann muss ich mir mal 90 Minuten lang nicht selber beim Denken zuhören.

Was diese Rezension für Sie hilfreich? Ja/Nein/Weiß nicht …

Ich hab das ungute Gefühl, heute eine heilige Kuh geschlachtet zu haben.

Frau Groka und Google+

Liebes Internet!

Gestern habe ich mich ermannt und ein Google+ Konto angelegt. Ich gebe ja zu: Ich habe Berührungsängste mit sozialen Netzwerken. Was natürlich völlig antiquiert ist, aber trotzdem. Jetzt habe ich aber dermaßen viele Webinare zum Thema „Social Media Marketing“ absolviert, dass auch mir klar war: Jetzt muss es aber mal sein! Da Google+ als Geisterstadt verschrien ist, dachte ich, gut, da sieht mich wenigstens keiner, dann fang ich da einfach mal an! Und was soll ich sagen? Keiner sieht mich, ich bin total frustriert!

Dabei habe ich mich fleißig in allen Communities angemeldet, die irgendwas mit Schreiben, Lesen, eBooks oder Bloggen zu tun haben. Ich hab sogar zum Einstand zweimal eine Runde kostenlose eBooks ausgegeben, und keiner klickt. Buäähähähähähäää! Ich bin unattraktiv! Selbst „Der Geist der vergammelten Weihnacht“, der allein bei amazon schon weit über tausendmal runtergeladen wurde, liegt auf Google+ wie der letzte Ladenhüter. Ich fühl mich, als hätte ich zum Einstand drei Kästen Bier gekauft und müsste die jetzt selber trinken. Dabei mag ich gar kein Bier! Nur nach dem Rasenmähen, und da ist ja gerade wahrlich nicht das richtige Wetter für.

Tja. Und mein Profil hatte noch nicht einen Besucher. Vorbei die Zeit, als Neuankömmlinge im Internet noch persönlich per Handschlag begrüßt wurden. Falls jemand von euch sich erbarmen und es anklicken will: Elisa Groka bei Google+.

So, genug Selbstmitleid, heute versuchen wir es bei Facebook! Und ich hab da auch schon einen Plan. Wieso soll ich eigentlich immer alles machen? Igor kann ja auch mal! Wozu hat man einen Privatsekretär! Sind bei Facebook eigentlich auch schon andere Pinguine aktiv? Vielleicht findet Igor ja eine kleine Freundin! Oh, süüüüß … AUA! Ich bin ja schon ruhig …

Also, ihr wisst bescheid! Ich bin dann heute mal bei Facebook …

Blog-Branding und andere Katastrophen

Liebes Internet!

Bevor wir heute starten, machen wir doch erstmal ein bisschen Musik an, live aus der niedersächsischen Tundra in Großenkneten. Tja, also, was soll ich sagen, ich habe so lange keinen frischen Sonnenstrahl mehr gesehen, dass 90 % meiner gesamten Energie dabei draufgehen, gegen den Winterschlaf anzukämpfen. Und gestern war es dann so weit. Ich tippte und tippte und war gar nicht mehr in der Lage, zu verstehen, was ich da selber schreibe.

Ich wollte nur noch Marzipan, auffen Arm und ab ins Bett, alles gleichzeitig. Da Igor sich aber geweigert hat, mich die Treppe rauf zu tragen, bin ich dann mit Marlon Brando vorm Fernseher eingeschlafen. Endstation Sehnsucht.

Heute habe ich dann beschlossen, Bestelarbeiten zu machen, um den Tag sinnvoll nutzen zu können, ohne mein Gehirn zu gebrauchen. Fleißig wie ein Eichhörnchen hab ich also Leserstimmen in meinen Blog eingebaut, da ich gelernt habe, das „Testimonials“ ein wichtiges Marketinginstrument für Autoren sind. Hach, ich liiiebe diese Rezensionen, ich könnte die den ganzen Tag bewundern!

Ja, und dann hatten Igor und ich noch eine Konferenz. Auf der Tagesordnung stand unser „Blog-Branding“. Wir brauchen ein Markenzeichen, an dem jeder Leser uns sofort erkennt. Tja. Das ist gar nicht so einfach. Es ist so ähnlich, wie wenn man sich einen Hund kauft und dem jetzt einen Namen geben muss, mit dem der arme Kerl dann durch’s Leben gehen muss. Für immer! Mich machen solche Entscheidungen immer ganz nervös. Igor wollte natürlich, dass sein Portrait die Welt überschwemmt, aber ich habe für die Selfpublisher-Gedenkmünze gestimmt. Was meint ihr?

Elisa Grokas Gedenkmünze

Die Selfpublisher Gedenkmünze

Oder sollen wir lieber gleich Igor-Sammelmünzen prägen? Helft uns!

Igor Sammelmünze

Igor Sammelmünze

Frau Groka hat eine Erscheinung. Eine Neuerscheinung!

Liebe Leser!

Heute weht mal wieder der Duft der großen weiten Welt durch mein abgeschiedenes Grummelkontor. Soeben hab ich eine Mail erhalten, dass mein neuer Igor-Band „Der Pinguin des Scheichs“ fertig ist und jetzt an die eBook-Stores dieser Welt ausgeliefert wird. Irgendwie ist die Situation, wenn ein neues eBook erscheint, immer völlig absurd. Es ist wohl so ähnlich, wie wenn das eigene Kind eingeschult wird und sich jetzt in der Welt beweisen muss, nur darf man als Autor nicht mitgehen und eine Schultüte bekommt das Buch auch nicht! Da sitze ich jetzt alleine an meinem Schreibtisch und mir bleibt nur, die Verkaufsseite auf amazon zu bewundern:

Igor2VeröffentlichungWird Igor seinen Weg da draußen machen? Wird irgendjemand das Buch kaufen? Wird er eine Fünf in Mathe, oder – schlimmer noch – eine 1Sterne Bewertung bekommen? Liebe Leser, seid gnädig zu meinem Igor, er ist doch noch ein Pinguin! Ich geh mir jetzt einen Beruhigungstee kochen …

Verlag oder Selfpublishing?

Für viele schreibbegeisterte Menschen stellt sich irgendwann die Frage: Möchte ich veröffentlichen, und wenn ja, wie? Der klassische Weg führt über einen Verlag, sieht man sich aber die Zahlen an, die durch die Buchbranche geistern, ist man schnell demotiviert: Eines von tausend unverlangt eingesandten Manuskripten wird veröffentlicht, wird da gemunkelt, einige Verlage geben sogar an, dass eines von 9000 Manuskripten das Potenzial hat, veröffentlicht zu werden. Das macht junge Autoren natürlich nachdenklich und wirft die Frage auf: Wieso sollte ausgerechnet mein Manuskript es schaffen?

Um die Frage zu beantworten, muss man sich darüber klar werden, wie der Buchmarkt funktioniert. Das Wort Verleger kommt von Vorlegen, und zwar Geld. Ein Verlag tritt mit der Veröffentlichung eines Buches in Vorleistung und trägt die gesamten Kosten für Korrektorat, Lektorat, Druck, Vertrieb und Marketing. Hat der Verlag sich für das richtige Manuskript entschieden, kann er durch hohe Verkaufszahlen all diese Unkosten decken und kommt mit Glück noch in die Gewinnzone. Trifft eine Neuerscheinung aber nicht den Nerv der Zeit, oder geht das Marketing am Geschmack der Zielgruppe vorbei, sodass auch ein gutes Buch seine Leser einfach nicht findet, hat der Verlag das Geld versenkt. Aus Verlegersicht ist es also nur zu verständlich, wenn Verlage äußerste Vorsicht walten lassen mit der Veröffentlichung junger und unbekannter Autoren.

Auf der Autorenseite sieht es dann oft leider so aus: Auch, wer fleißig alle Bücher zum Thema „So finden Sie den richtigen Verlag für Ihr Buch“ durchgeackert und alles richtig gemacht hat, bekommt – oft erst nach Monaten – eine höfliche, aber nichtssagende Standardabsage. Leider passt Ihr Manuskript nicht in unser Verlagsprogramm. Viele Verlage sind so freundlich, noch anzufügen, dass diese Absage kein Werturteil darstellt. Was tut sie aber dann? Für junge Autoren, die ihr ganzes Herzblut in ihr Manuskript gesteckt und ihre Nächte durchgetippt haben, um ihr Buch endlich fertigzustellen, ist eine Absage eine Absage, das kann man drehen und wenden, wie man will.

Wie soll es aber jetzt weiter gehen? Tausend Verlage anschreiben, in der Hoffnung, dass die Rechnung umkehrbar ist? Wenn eines von tausend Manuskripten veröffentlicht wird, klappt es bestimmt nach der 999. Absage? Was für ein Glück, dass man Manuskripte heute digital verschicken kann, sonst müsste man ja für Kopien und Porto so viel ausgeben, dass man das Buch auch gleich selbst drucken lassen kann! Tausend Verlage zu finden, die tatsächlich ein Programm haben, zu dem das Manuskript passen könnte, wird da schon schwieriger. Es muss also auch anders gehen.

Natürlich hat jeder Schreibanfänger jetzt die Möglichkeit, seine Arbeit erst einmal in der Schublade reifen zu lassen und sich anderen Dingen zuzuwenden. Wer aber ein manisches Arbeitstier ist und unbedingt schreiben will um des Schreibens willen, der kann die Sache nicht einfach auf sich beruhen lassen! Wer an sein Buch glaubt, will auch Leser finden, und im günstigen Fall stellen Verlagsabsagen wirklich kein Werturteil dar, sondern meinen das, was sie sagen: Das Manuskript passt einfach nicht ins Programm, oder die Programmplätze sind einfach schon auf Jahre für die Stammautoren des Verlages verplant. Wer es wirklich wissen will, hat durch Selfpublishing die Möglichkeit, sich völlig kostenlos selbst auf den Markt zu werfen und Leser zu gewinnen. Kostenlos, aber nicht risikolos. Denn ein lieblos zusammengeschustertes Manuskript mit einem Inhalt, der schon tausendmal – nur besser geschrieben – da war, wird auch ein selbst verlegtes Buch gnadenlos floppen, und das tut weh. So groß kann die wohlmeinende Verwandtschaft gar nicht sein, dass man es trotzdem in die Bestsellerlisten schafft.

Die gute Nachricht ist: Selfpublisher haben selbst in der Hand, welche Qualität sie abliefern! Wer unermüdlich an sich selbst arbeitet und auch bereit ist, Verlagsaufgaben wie Korrektorat, Lektorat und Marketing selbst zu übernehmen oder auf eigene Kosten außer Haus zu geben, der kann gerade auf dem Selfpublishermarkt zum sogenannten „Leuchtturm der Branche“ werden. Ein verlockender Anreiz für Selfpublisher ist auch die Gewinnmarge. Während unbekannte Autoren – mit Glück – fünf Prozent an einer Verlagsveröffentlichung verdienen, liegt die Gewinnmarge bei eBooks zum Beispiel deutlich höher, bei bis zu 70 %. Ein Minuspunkt ist natürlich, dass eBooks oft auch deutlich weniger kosten als Printausgaben, es sei denn, es handelt sich um die Bestseller bekannter Autoren.

Ein weiterer Pluspunkt für das Selfpublishing ist auch die Nähe zum Leser. Durch das Internet kann jeder Autor in direkten Kontakt zum Leser kommen (etwa auf Portalen wie LovelyBooks oder über einen eigenen Blog und Social Media Plattformen) und erhält so ein unverfälschtes und direktes Feedback unmittelbar von seinen Lesern. Was gefällt an dem Buch, was kann man verbessern? Auch der zeitliche Aspekt spielt eine große Rolle. Eine Verlagsveröffentlichung hat oft eine Vorlaufzeit von bis zu einem Jahr oder sogar länger – ein eBook oder auch Printausgaben on demand sind innerhalb weniger Tage auf dem Markt.

So oder so muss jeder Autor, der etwas veröffentlichen will, sich Bewertungen und Kritik stellen. Und auch von Verlagsautoren wird inzwischen erwartet, dass sie Marketingaufgaben übernehmen, wie etwa eine eigene Webseite zu pflegen oder aktive Pressearbeit zu leisten. „Nur“ zu schreiben funktioniert also auch dann nicht mehr, wenn man bei einem Verlag untergekommen ist.

Ein weiterer Pluspunkt für Selfpublisher ist, dass das Image dieser Form der Veröffentlichung sich innerhalb weniger Jahre völlig gewandelt hat. Selbstverleger werden nicht mehr automatisch schief angeguckt als der Kaffeesatz der Autorenwelt, der es nicht bis zum Verlagsautor geschafft hat. Im Gegenteil, inzwischen treten sogar schon Verlage von sich aus an besonders erfolgreiche eBook-Autoren im Selbstverlag heran, um sich ein Stück vom Kuchen zu sichern. Was nicht bedeutet, dass diese Autoren dann immer sofort den Vertrag unterschreiben. Denn Selfpublishing ist ein Knochenjob, der an sieben Tagen in der Woche vollen Einsatz erfordert, aber Vollblutautoren einfach süchtig macht.

Auch für die Leser ist der neue Trend ein Gewinn. Denn wer früher warten musste, was die Lektoren der Verlage auf den Buchmarkt lassen, kann sich heute quasi selbst als literarischer Spürhund auf die Suche machen und finden, was ihm gefällt, nicht dem Gesamtbuchmarkt. Selfpublishing als eBook hat sogar den Vorteil, dass der Download nur wenige Sekunden dauert und man sofort drauflos schmökern kann, anstatt zu warten, bis der Buchhändler das Buch bestellt hat oder der Postbote es an die Tür bringt. Und sollte ein Buch doch einmal nicht halten, was Klappentext und Leseprobe versprochen haben, sind wenigstens keine Bäume dafür sinnlos gestorben! 😉

Platz 3 der Bestsellerliste! Mir wird ganz schwummerig…

Liebe Leser!

Heute muss ich einfach mal in aller Öffentlichkeit vor Stolz platzen. Igors Weihnachtserzählung hat es bei amazon auf Platz 3 der Bestsellerliste in der Kategorie Top 100 gratis Humor geschafft! Ha, werden die Zweifler jetzt sagen, ein eBook zu verschenken kann ja auch nicht so schwer sein! Wenn man jetzt aber mal überlegt, dass bei amazon insgesamt zur Zeit 43.115 kostenlose eBooks angeboten werden, finde ich, dass Igor ziemlich gut dasteht, mit einem Gesamtverkaufsrang von – jetzt gerade – 146. Wer Mathe kann, darf sich jetzt ausrechnen, an wie vielen eBooks aus sämtlichen Kategorien mein unbekannter kleiner Igor da vorbeigezogen ist. Und das alles ohne „Stützkäufe“ und selbstgeschriebene Bewertungen! Ich hab nämlich meinen Stolz und wollte ohne die bei manchen Autoren üblichen Manipulationen wissen, ob die Geschichte ihre Leser findet.

Wieso ich das eBook gratis eingestellt habe? Kommen wir also zum Marketing! Um mir eine (zahlende) Leserschaft aufzubauen, muss ich ja erst einmal Leser gewinnen. Also habe ich zwei kostenlose eBooks hochgeladen, um quasi Köder auszulegen. Das Prinzip ist das gleiche, wie eine Parfümprobe in einer Frauenzeitschrift oder ein Käsehäppchen im Bioladen. Riecht gut oder schmeckt lecker – geben Sie mir doch mal hundert Gramm. Darf es noch etwas mehr sein? Und so nimmt der Wahnsinn hoffentlich irgendwann seinen Lauf.

Ach, Igor … Ich würde mich jetzt zu gern entspannt zurücklehnen und den Screenshot genießen, aber ich muss wieder an die Arbeit. Heute arbeite ich in meiner Marketingabteilung und muss den Klappentext für den Pinguin des Scheichs konzipieren und das gesamte eBook hochladen – hoffentlich hebe ich mir dabei keinen Bruch, Igor hat ganz schön zugenommen …

Ach so, bevor ich das vergesse! Falls Ihr die Geschichte selbst lesen wollt, klickt auf das Bild „Der Geist der vergammelten Weihnacht“ rechts im Menü, dann gelangt Ihr sofort zum kostenlosen Download.