Das Echtzeit-Desaster

Ich kann ja mal wieder meine Klappe nicht halten und muss jetzt einen Artikel um des Artikels willen schreiben. Ich bin ja nun mal naturgemäß viel im Internet unterwegs. Und in den letzten Tagen lese ich ständig das Wort „Echtzeit“.

Also, alle möglichen Seiten sind stolz darauf, dass Artikel „in Echtzeit“ erscheinen. Also…jetzt. Ich frag mich nur…wie tief sind wir eigentlich gesunken, dass wir solche Wörter erfinden müssen, und es für mörder Service halten, wenn etwas in dem Moment passiert, wo es passiert.

Weil – wenn man den Computer mal ausmacht und sich in die wahre Welt begibt, also in die mit der geilen Grafik, wo man die Sachen sogar anfassen, riechen oder schmecken kann,  dann merkt man – da passiert ja alles in Echtzeit! Wenn man zum Beispiel durchs Treppenhaus läuft und zur Nachbarin sagt: „Tach, Frau Schnullikowsky! Sie sinn aber au‘ ganz schön fett geworden, nä?“ Dann kriegt man sofort eins auf die Fresse, in „Echtzeit“.

Wenn aber jetzt…sagen wir mal, der Dietmar, der in der Schule immer die Kleineren verkloppt hat und nie eine Freundin hatte, aber heute noch bei seiner Mutter wohnt, ja, wenn der jetzt ins Internet geht und sich einen interessanten Namen gibt, hmmm, nennen wir ihn mal „Gorgus, dem grausamen Geilficker“ ( der Dietmar steht auf Fantasy ), und dann geht er ins Netz und will auch mal was Originelles sagen. Dann tippt er mühsam: „Alle Schlampen, außer Mutti!“

Dann erscheint das im Netz in „Echtzeit“. Ist doch erstaunlich… Und auch eine Bereicherung. Für Dietmar.

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