Let’s Dance!

Trash bleibt Trash, da helfen keine Pillen…

Liebe Menschheit!

Bevor es hier zu Missverständnissen kommt: Das Gekrickel da ist gar nicht von mir, also, ich hab das gezeichnet, als ich nicht hingeguckt hab und dann hab ich mir das anonym zugespielt, sieht man ja auch an der Signatur. Ja. Also, um es kurz zu machen: Die liebe Frau Groka, also ich, hat “Let’s Dance!” geguckt. Und ich muss sagen: Ich hab mich von der unfreiwilligen Komik dieser Sendung sowas von köstlich unterhalten gefühlt, ich hab tatsächlich Tränen gelacht.

Zum einen waren da die Versprecher der moderierenden Profis und Promis. Während eine Kandidatin dafür gelobt wurde, dass ihre Mutation sich enorm erhöht hat, wurde eine andere getätschelt für ihr displiziniertes Training. Zum anderen ist die Jury allein schon eine Gefahr für alberne Menschen auf der Suche nach Lachstoff. Da wäre zum Beispiel die charmante Motsi Mabuse. Wenn man Motsi heißt, ist die Karriere als Jurymitglied wohl vorprogrammiert, aber wenn die Frau jetzt ihren Doktor macht, kriege ich Angst. Heute in der Jury: Dr. Mabuse!

Direkt daneben saß die reizende Maite Kelly. Ich finde die Frau Kelly wirklich sympathisch, keine Frage, aber, liebe Frau Kelly – das Kleid und diese blonden Locken…ich hab die ganze Zeit darauf gewartet, dass Sie einen quietschgrünen Frosch unter dem Tisch hervor zerren und ausrufen: “Küss mich, Kermi!”

Einerlei. Getoppt wurde das gesamte Spektakel dann von Patrick Lindner und seiner Samba-Darbietung. Ich weiß gar nicht…Patrick Lindner, macht der nicht Volksmusik oder sowas? Ich kenn auf jeden Fall nicht einen Hit von dem, und dafür bin ich wirklich dankbar. Nachdem Herr Lindner sich dann aber in einem weißen Seidenhemd, das, äh, mir fällt jetzt kein passendes Wort ein, seine mütterlichen Rundungen “schmeichelhaft?” umspielte…äh, also, auf jeden Fall…als der bedauernswerte Herr Lindner sich dann mit Anlauf und Schmackes sowas von voll auffe Fresse legte, da spürte ich dann doch Mitleid. Besonders, als der Herr in der Jury, der auf Dieter Bohlens Platz sitzt, anmerkte, ihm sei schlecht geworden, als der Herr Lindner mit seinem Johnny vor ihm rumgespielt hat. Faszinierend, wie RTL es immer wieder schafft, Menschen, von denen man gar nicht wusste, dass die sowas noch haben, auch den letzten Rest ihrer Würde zu nehmen.

Wahrlich, ich sage euch, liebe Leser, immer, wenn ihr denkt: “Es kann einfach nicht mehr schlimmer kommen!”, einfach mal den Fernseher einschalten…

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Das schlecht organisierte Verbrechen…

…schlägt wieder zu!

Liebe Leser!

Ihr seht mich schier verzweifelt. Die liebe Frau Groka hat heute Technik-Tag. Um die gähnend langweilige Angelegenheit ein wenig interessanter zu gestalten, hab ich mir erzählt, dass es sich dabei um ein Rollenspiel handelt. Das Spiel heißt: “Verpeilte Künstler im Pixelwald!”. Meine Aufgabe des Tages lautet: “Bringe die frisch gezeichneten Cartoons so in deinen Computer, dass man sie erkennen kann. Falle dabei nicht über die vorkultivierten Tomaten. Achte auf deine Energiepunkte, du hast KEINE Gummiteufel im Haus!”. Also eigentlich eine ganz simple Sache. Jetzt hab ich aber das Probleeem, dass mein Computer sich ja das Leben genommen hat und ich an dem Erste-Hilfe-Rechner sitze, den meine Mitbewohnerin mir als lebenserhaltende Maßnahme ins Grummelkontor gestellt hat und ich mit GIMP arbeiten muss. Ich weiß, GIMP ist die Bibel aller Bildbearbeitungsprogramme, richtungsweisend, zukunftsorientiert, dynamisch und lauter so Sachen. Das Problem ist nur, dass mein Gehirn aus dem letzten Jahrtausend stammt und ich mir ja nicht mal mehr ein Handy anschaffe, weil der Gedanke an die Gebrauchsanleitung mich zu nervös macht. Jetzt fühl ich mich, als hätte man mich vom Klavier weggeholt und in ein Tonstudio gesperrt mit der Aufgabe: “Jetzt such mal schön die Regler, damit sich das anhört, als würdest du Klavier spielen!”

Jetzt mal ohne Witz – bin ich der einzige Mensch, der sich nach der guten alten analogen Welt sehnt? Und wo wir gerade dabei sind – wo ist eigentlich der Schrifttyp hin, mit dem ich sonst immer gebloggt habe? Wieso hat sich das verstellt und wie kriege ich das wieder weg? Ich HASSE Computer! Ich geh mir jetzt sofort für hundert Mack Gummiteufel kaufen…

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Kommt jemand mit ins Kloster? Künstler? Kreative? Einer?

Mann, ist der Kragen eng…

Liebe Gemeinde!

Tja. Jetzt denkt Ihr bestimmt: “Huch! Wieso ist die Frau Groka als Pinguin verkleidet? Kümmert die sich deswegen immer nicht um ihre Blogseite?” Aber – weit gefehlt! Ich bin hier, um in die Welt zu trompeten, dass ich mit dem Gedanken spiele, ins Kloster zu gehen. Als Künstler hat man ja sowieso Armut und Demut gelobt und Männer machen ja auch nur Arbeit und Dreck. Anwesende natürlich ausge…..äh, denkt einfach mal drüber nach, hehe! Was wollte ich jetzt sagen? Ach ja! Das Kloster. Also, Ihr wisst ja, dass ich jetzt in Ostfriesland Wurzeln geschlagen habe und eigentlich würden wir hier ja auch nie weg gewollt würden haben, wenn wir da nicht könnten. Schwester? KAFFEE!

*schlooooorp*

Ah, jetzt kann ich mich endlich konzentrieren! Also, ich hab da von einem Projekt gehört, das vielleicht auch für meine Leser interessant sein könnte und blogge Euch jetzt mal den Text, den mir die Initiatorin der Idee netterweise fertig gemacht hat:

Wir, die Freie Humanistische Schule in Huntlosen, sind bei der Suche nach neuen Räumen auf das “Kloster Blankenburg” gestoßen. Nun ist es für uns alleine viel zu groß, aber eben genial. Unsere Idee: Vielleicht könnte man dort eine Künstlerkolonie entstehen lassen.

Das Kloster Blankenburg ist sehr gut zu erreichen, es liegt nahe IKEA Oldenburg, gleich bei der Autobahnabfahrt OL-Hafen. Direkt an einem kleinen See, mitten im Wald sind etwa einem Dutzend Gebäude (meist ebenerdig) locker auf dem Gelände verteilt, mit Größen zwischen ca. 200 und 2000 qm Fläche. Zur Zeit leben dort etwa 30 Pfauen, ein Gebäude ist vermietet.
Die Eigentümer sind dieser Idee gegenüber offen.

Bevor ich Weiteres unternehme, würde ich gerne fragen, ob es Interessierte an dem Projekt gibt. Künstler (aus sämtlichen Bereichen), Kunsthandwerker, Handwerker, Cafe- oder Restaurantbesitzer (bzw. zukünftige), Heilpraktiker, eben kleinere Selbständige, die gerne mitten im Grünen praktizieren würden.
Dies ist also kein konkretes Angebot, sondern eine Nachfrage, ob es potentiell Interessierte gibt.

Wer (auch erst einmal vorsichtiges) Interesse hat, melde sich bitte für erste Nachfragen/Informationen/Ideen bei:

Katharina Krebs unter: info@freie-humanistische-schule.de

Also, wenn das was wird, dann sind wir dabei. Vorausgesetzt, Außerirdische kommen und erledigen unseren Umzug, wir haben nämlich noch Muskelkater vom letzten. Aber die Idee ist schon verlockend…

Wer sich also vorstellen könnte, da mit zu machen, kann sich einfach bei Katharina oder mir melden, und dann gucken wir mal, nä?

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Frau Groka hat einen Kater

*schnnnurrrrrrrr*

Liebe Leser!

Ich komme vor Arbeit einfach nicht mehr zum Arbeiten, aber jetzt hat mich letztens der Herr B. aus Urlager wachgepingt, weil er in einem Interview meinen Blog sowas von lobend erwähnt hat, aber sowas von, ich bin ja ganz rot geworden, *knicksmach*, jetzt weiß ich gar nicht mehr, was ich eigentlich sagen wollte. Äh…ach ja! Also, es gibt ja nicht nur Arbeit, es gibt auch was Neues. Ich hab keine Ahnung, was uns geritten hat, aber bei uns sind fremde Leute eingezogen. Herren. Drei. Also, wir haben untervermietet. Die Drei sind nicht von der Tankstelle, sondern von der Katzenhilfe. Und was ihr da auf dem Bild seht, das ist der Merlin. Wenn es nach mir gegangen wäre, dann hätte der Merlin ja York geheißen, weil – sein Bruder heißt Lancaster. Für alle, die da nicht sooo sattelfest sind: Das Haus York ( weiße Rose ) und das Haus Lancaster ( rote Rose ) haben sich so lange um den englischen Thron gestritten, dass irgendwann kein Mensch mehr wußte, wer eigentlich angefangen hatte und worum es ging. Was auch egal war – Hauptsache Klopperei! Langhaarige Ritter mit gestählten Körpern und Schwertarmen wie Baumstämme…äh, ich schweife app. Ja. Also, bei den Rosenkriegen war ich, genau. Und die, öhm, ja also, die gingen dann so lange, bis der lachende Dritte triumphiert hat. Das war in dem Fall der Herr Tudor. Einer von den zahlreichen Henrys, die ich nicht auseinder halten kann, obwohl die sogar numeriert sind, aber die Frau Groka ist eben verwirrt. Wenn das so weiter geht, dann muss ich mir mal so Omma-Pillen besorgen, gegen Tüdeligkeit.

Auf jeden Fall haben wir da jetzt diese drei Kater. Und ich wollte, dass die Lancaster, York und Tudor heißen, aber ich durfte nur einen Namen aussuchen. Deswegen heißt York jetzt Merlin. Und Tudor heißt Fitzwilliam, bei offiziellen Anlässen auch Mister Darcy. Aber immerhin gehört ihm die Hälfte von Ostfrieslandshire und er hat 10.000 im Jahr, nur 10.000 was genau wissen wir nicht. Flöhe vielleicht. Auf jeden Fall waren die drei Herren, als sie bei uns eingezogen sind, noch so klein, dass man sie in der hohlen Hand halten konnte. Jetzt braucht man schon einen hohlen Kopf. Nicht, dass wir einen hätten…egal. Merlin auf jeden Fall hat die Frau Groka gesehen, also mich, und gedacht: Mama! Ich hab keine Ahnung, wie der darauf gekommen ist. Aber ich weiß, wie der da rauf gekommen ist! Mit den Krallen nämlich. Dieses Katervieh hakt sich an meiner Wade ein und dann rast der wie so’n Baumfäller mit Steigeisen an mir hoch, um sich auf meine Schulter zu setzen. Und ich steh dann da wie eine schrullige Hexe mit dem Kater auf der Schulter…und hab aua. Merlin – da müssen wir noch dran arbeiten!

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Lästern gegen Rechts!

Heute bin ich nicht lustig. Tja. Jetzt fragt sich der geneigte Leser: „Watt is da los? Bei der Frau Groka is’ doch sonst immer lustig manchmal!“, aber heute geht es um…Politik. Glaubt mir, ich hatte mich auch auf einen richtig guten Tag gefreut. Das Manuskript einen Tag vor der Deadline abgegeben, schon einen Spickzettel mit arschcoolen Motiven im Kopf und ein Tonklumpen für eine Skulptur war auch noch da…dann hab ich mir den Tag aber selber versaut. Nein, das stimmt gar nicht. In dem Fall werde ich mich nicht dafür entschuldigen, dass mir jemand anderes auf den Fuß getreten ist.

Ich landete ganz ahnungslos über das Dashboard meines Blogs auf einem „beliebten“ Blogartikel, von dem ich dachte, hm, da geht’s um Friesland. Ihr wisst schon – Friesland. Mein Teeservice ist von Friesland, in Friesland gibt es Schafe und Deiche, Jever – eben kein anderes Bier. Was ich bekam, war braune Sauce.

So. Da landete ich in einem Blog mit einem eingebauten Videofilmchen, ein Schmuddelfilm der eigenen Art. Ich will da jetzt gar nicht hin verlinken, zum einen, weil ich mich weigere, so was zu verbreiten, zum anderen, weil ich nicht will, dass der Betreiber zurückverfolgt, wo die Klicks über meine Seite herkommen.

In besagtem Filmchen trafen sich zwei Herren, um bei einem Plauderstündchen auf dem Deich und einem Tässchen Tee im Café die Weltordnung zu diskutieren. Jetzt, wo ich über passende Formulierungen nachdenke, um davon zu berichten, finde ich das ganze fast schon wieder so absurd, dass ich in irres Lachen ausbrechen könnte, wenn mir nicht noch so schlecht wäre…

Wenigstens wusste man direkt, woher der Wind weht – gefährlich dummes nicht Halb-, sondern Viertelwissen ( wenn’s hoch kommt… ) gepaart mit ( berechtigten ) Minderwertigkeitskomplexen und selbstgerechter Herrenrassenmentalität.

Das beängstigende daran ist, dass diese „Herren“ ( die Sklaven waren nach ihrer Auffassung die unaufgeklärten Zuschauer ) sich den Anstrich gaben, gebildet und clever zu sein, Dinge reflektiert zu haben, die alle anderen nicht verstehen, aber dafür sind die ja jetzt da. Um uns die Augen zu öffnen.

Punkt eins der Misere: Die Medien sind schuld daran, dass wir alle betrogen werden. UND: Das geht schon bald 60 Jahre so! Ach was, seit Kriegsende schon! Weil – als in Deutschland noch alles in Ordnung war, gab es schließlich keine Medien. Deswegen hat der Führer auch so viel Wert darauf gelegt, die Presse gleich zu schalten und jedem arischen Haushalt einen Volksempfänger zu besorgen, jüdischen Haushalten aber Radios und Telefone zu verbieten.

Punkt zwei: Der Neger an sich, ja? Verstehen Sie uns nicht falsch, wir haben nichts gegen Neger, aber die sollen gefälligst in ihrem Land bleiben. WEIL! Das weiß doch jeder – die kommen hier rüber, weil sie hier nur zum Sozialamt rennen müssen und sofort das neuste Handy in den Arsch geblasen kriegen! Die naive Frau Groka dachte vor dieser „Aufklärung“, dass Menschen, die unter Gefahr für Leib und Leben aus ihrer Heimat fliehen, das tun, weil sie vor etwas weglaufen. Vor unvorstellbaren Hungersnöten, vor der Tatsache, das ihre Kinder beim Spielen von Landminen zerfetzt oder als Kindersoldaten verheizt werden, aber nein! Die laufen zu etwas hin! Nämlich zu unseren Handys, und für uns sind dann gar keine mehr übrig!

Punkt drei, und jetzt schnallt euch mal an, diese Theorie kannte ich tatsächlich noch nicht, das Kapital fördert die Schwulen-Ehe, weil – Schwule und Lesben vermehren sich nicht. Um das jüdische Kapital frontal anzugreifen, waren die Herren allerdings in ihrer eigenen Ideologie nicht sattelfest genug. Doch die Schwulen-Ehe ist ein von langer Hand geplanter Genozid, um die weiße Rasse auszurotten. Jetzt fraaag ich mich aber: Was ist der weißen Herrenrasse daran gelegen, dass Schwule und Lesben sich fröhlich vermehren? Und – wird das jüdische Kapital es schaffen, dass wir jetzt alle zu kinderlosen gleichgeschlechtlichen Paaren werden, nur weil wir können? Man darf also gespannt sein!

Punkt vier: Die Theorie, dass der Mensch vom Affen abstammt, ist völliger Schwachsinn. Da muss ich den zwei Herren dann doch Recht geben. Kein Affe wäre so blöd, solche Nachkommen wie die beiden zu haben.

Tja. Blogger haben das Recht auf freie Meinungsäußerung. Was gut ist. Und für einen Moment habe ich geschluckt, weil ich das Gefühl hatte, meine demokratische Toleranzgrenze wäre erreicht. Jetzt fällt mir aber ein, das ich so zum ersten Mal im Leben die Möglichkeit hatte, beim Stammtisch der netten Nazis von nebenan dabei zu sein. Und die halbe Stunde, die ich ausgehalten habe, war lehrreicher als jede Geschichtsstunde. Jungens – wenn es irgendwie nötig gewesen wäre, mich zu entnazifizieren, IHR hättet es geschafft!

So. Jetzt geht’s mir besser. Das musste einfach raus. Ach noch was. Eine deutsche Frau raucht nicht? Gut, dann steck ich mir jetzt ne Kippe an!

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The lovely Chordettes

*augenroll*

Liebe Leser!

Wenn man so an den Rechner gekettet da sitzt und sein Wort-Soll erfüllen muss, kommt man ja auf die dämlichsten Ideen, um sich wach zu halten. Ich zum Beispiel fummel dann gerne an youtube rum, und hör mir Songs an, auf die ich in freier Wildbahn im Leeeeben nicht gekommen wäre. Nach dem Death-Metal-Tag, dem Dean Martin Tag ( Thaaaaat’s amooooräääääyyy! ) landete ich – völlig verstört – bei den Chordettes. Ihr wißt schon – Lollipop und Mr. Sandman.

Und dann hab ich so geguckt…also, die Fotos sind ja grandios. In klinisch reiner extrem unterkühlter Schwarzweiß Ästhetik ( ist das h an der richtigen Stelle? ) stehen sie da, die Mädels. Und da hab ich mir so gedacht: Mann, Mann, die hatten’s auch nicht leicht. Die hatten vielleicht keine Deadlines, dafür aber Kleider. Also, ich mein, jetzt guckt euch das doch mal an! Wie sind die auf die Bühne gekommen? Mit ‘ner Sackkarre? Und dann diese Stanitzel-BHs! In solchen Spitztüten kauf ich heute meinen Ostfriesentee! Und diese…meine Omma nannte das Sonntag-Nachmittag-Ausgeh-vor-der-Tür-steh-Handschuhe.

Und wenn mir jetzt irgendwelche Herren nicht glauben, dass so ein Outfit unpraktisch ist: Jungens, bindet euch doch einfach mal die Knie zusammen und dann lauft los, hehe! Ich bleib so lange hier sitzen und knibbel mir die Farbflecken aus der Hose…

Ja. Auf jeden Fall hab ich mir gedacht, ach, komm, Frau Groka, eine kleine Bleistiftzeichnung muss drin sitzen, und dann wollte ich den Chordettes zum Gedenken richtig schön, zack!, in herrlich sauberem, maschinenwaschbarem 50er-Jahre PinUp-Stil einen zaubern, aber ach! Jetzt guckt euch die Linienführung an! Ich kann aus der Moderne einfach nicht wech. Irgendwie schmuddelt da immer ein bißchen Schiele durch den Faltenwurf. Die 50er sind einfach nicht meins…

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Das Bild am Sonntag: Piet Schlendrian

Liebe Leser!

Habt ihr alle Kaffee? Ich fürchte, das dauert heute wieder etwas länger…und, ja, ich weiß, dass ich eine Deadline habe, jetzt macht mich mal nicht nervös hier, sonst fang ich an zu stottern und dann dauert das noch länger!

Also, das war so. Ich geh ja, wenn das Wetter es zuläßt ( oder das Bier alle ist ), abends gerne auf meinen kleinen daily walk. Und eigentlich muss ich ja rein, wenn die Laternen angehen, aber jetzt lagen die Umstände halt so, dass in Esens schon Licht an war und die Frau Groka war noch draußen. Und ich schwör mit Blut, diesmal hab ich keine Industriespionage betrieben, aber die malende Zunft von Esens hat nun mal Schaufenster. Und ich schlender da so rum, da sehe ich, bamm, frontal auffen Kopp zu – das Bild hängt schief! Beim Herrn H.C. Petersen im Fenster sind die Bilder schief. “Oh, Gott, meine Zwangsneurose!” hab ich gedacht, Frau Groka, jetzt halt blooooß die Füße still, weil – ich kann da nicht gegen an. Schief hängende Bilder machen mich fertig. Manchmal geh ich nur eben im Garagelier den 8B Bleistift suchen und dann bin ich eine halbe Stunde verschollen, weil ich anfange, die Bilder auszurichten. Hängt das eine gerade, sieht das daneben wieder schief aus. Jetzt hab ich aber gedacht, wenn ich beim Herrn…ich denk immer, der heißt H.C. Cäsar, aber ich mein den Herrn Petersen, wenn ich bei dem ins Fenster einsteige, um die kleine Strandidylle in Öl da ein bißchen weiter nach unten links…dann steh ich hinterher im “Nordlicht”. Stichwort: Kunstraub in Esens. Oder der Herr Burlager muss über meine Verhaftung berichten, und wenn ich dann im Knast sitze, kann der mich gar nicht mehr pingbäcken. Oder bäckpingen. Das wollen wir doch schließlich alle nicht.

Ich bin dann einfach ganz schnell weg gelaufen und hab in eine Tüte geatmet, bis ich nicht mehr so hyperventiliert hab, hehe. Dann kam ich aber vom Regen in die Traufe, weil – wenn man da dann an der Kirche lang fitscht, das Rathaus kreuzt und in die muckelige kleine Straße mit der netten Buchhändlerin einbiegt, dann kommt man direkt zum Atelier von dem Herrn Overbeck. Das ist der Herr O., vor dem ich mich letztens so verjagt hab. ( Trotz meiner ausgezeichneten Impulskontrolle haben die Strauchtomaten es trotzdem nicht bis in den Salat geschafft, aber das ist eine andere Geschichte ). Und, ja, ich überwinde mich jetzt und gestehe hier öffentlich am Pranger der Bloggerwelt meinen Sozialneid. Der Herr O. hat eine Laaaaage…ich geh gar nicht gerne da vorbei, weil – ich steh da immer vor diesem Lädchen wie der junge Schröder vorm Kanzleramt und denk: “Ich will da rein!” und mal ehrlich: WER wird gerne auf seine Seelenverwandschaft mit Gerhard Schröder hingewiesen?! Grruselitsch…

Naja, auf jeden Fall war weit und breit kein Mensch zu sehen und dann hab ich so gedacht…na, komm, Frau Groka, aber nur GANZ kurz…und dann hab ich mir die Nase an der Scheibe plattgedrückt und visioniert wie das wäre, wenn ich dieses Altstadtatelier hätte…gerade Wände, keine kapitalen Achtender ( also, äh…Spinnen ) zwischen den heiligen Farbtuben, boar, mit Beleuchtung, ich würde den ganzen Tag im Laden stehen und mysteriös und interessant aussehen und niiiie wieder bekloppte Ghostwriterjobs annehmen… Ich wurde dann aber aus meinen Visionen gerissen, weil mein Blick an einem Bild hängen blieb. Für einen Moment war ich ganz verwirrt, weil da keine Grokas hängen, aber dann legte ich den Kopf schief. Ich dachte…”Hä?”

Da hat der Herr Overbeck – haaa, zorniger junger Mann, hab ich so gedacht – seinen archaischen Tag gehabt und mit den farbverschmierten Pranken *BATSCH* auf die Leinwand! Dreimal. Also, äh, ich bin ja jetzt nur Malerin, ich hab ja von Kunst keine Ahnung, deswegen könnte ich jetzt gar nicht sagen, ob das zwei rechte und eine linke Hand waren oder…öh, jetzt bin ich raus…”Hand waren”? Hände…sein? Wo bin ich? Schwester? KAFFEE!

Äh…was ich eigentlich sagen wollte…ja. Das sah aus, als hätte der Herr Overbeck jetzt endlich die Death Metal Version zu seiner Heart Edition auf den Markt geworfen. Mit der Frage im Kopf, wie sich das wohl anfühlt, wenn man einfach so mit die Fingers…stolperte ich weiter und kam beim Herrn Buldt an der Ecke vorbei. Der Herr Buldt ist in Esens zuständig für die Primärfarben. Unten war es dunkel, aber fast gegen meinen Willen stellte ich fest ( man guckt ja nicht den Leuten in die Fenster, wo sind wir denn hier! ), also, äh, beim Herrn Buldt überm Atelier brannte Licht und…*stutz*…der hat seine eigenen Bilder im Wohnzimmer hängen. Oder zumindest gute Fälschungen. Das traf mich wie ein Hammer am Kopf. Im Leeeeeben nicht wär ich auf die Idee gekommen, mir einen Groka übers Klavier zu hängen! Also, vielleicht, aber nur ganz eventuell, wenn die Frau Groka auf die Idee kommt, einen beethovenförmigen Mett-Igel zu zaubern, so als Büste, aber…dann will man da abends nur noch tot überm Zaun hängen, und dann guckt man da so hoch und sieht seine eigenen Fehler! Dahin ist die Nachtruhe!

Ah, Nachtruhe! Das war ja mein Stichwort! Jetzt weiß ich wieder, was ich eigentlich sagen wollte! Also, ich kniete mich da gestern brav hin zum Gebet ( JESUS RETTET! ), dann sprach ich so zu mir “Sleep well in your Bettgestell” und kawumms, war’s vorbei. Da fiel mir nämlich ein, dass eine unserer pubertierenden Mitbewohnerinnen gestern einen an mich gerichteten Satz anfing mit “Wenn Du erwachsen bist…”. Für einen Moment dachte ich: “Höh? Moi?”, dann überlief es mich siedendkalt. Oder eisheiß? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall hab ich mich für ein ernstes Wörtchen in mein Kontor zitiert und gesagt: “Dieser Schlendrian hört ab sofort auf!” und da wußte ich, was ich zu tun habe – ich male einen Schlendrian! Am liebsten wär ich um 0.48 Uhr aus dem Bett gesprungen, um sofort anzufangen, aber…es war gerade so warm im Bett und äh…ich bin so ein Weich-Ei, aber ich hab die Kunst dann doch auf bis nach dem Frühstück verschoben. Und als der Schlendrian dann so fertig da lag, da fiel mir der Herr Overbeck ein, und dann hab ich geguckt ob auch keiner guckt und…*BATSCH*

Buahahahaaaaa, wie geil ist das denn! *flutsch* Mit so einer Technik hab ich glaub ich das letztemal im Kindergarten gearbeitet, aber – nur das ihr bescheid wißt, für die Techniken, für die man winzige Pinsel mit drei Haaren braucht, bin ich jetzt erstmal verdorben.

Und jetzt guck sich einer diese Hand an! Diese mördergraziöse Linie, diese Klavierspielerfingerchen, waaah, und dieser ausgeprägte aktive Muskeltonus am Handballen, ich hab Muskeln! Yeaaaah, Muscles! ( Wir singen “Teach me tiger”, die Strophen 2 und 4 ). Echt jetzt, ich hatte einen ausgeprägten narzisstischen Anfall, als ich diese Hand gesehen habe. Cooooles Gerät!

Ich glaube, als nächstes spiele ich Klavierstücke auf schwarz grundierten Leinwänden. Nothing else matters.

Tja. Clint Eastwood sagte: Du kannst nie wissen, wen Du inspirierst. Danke, Herr O. Ich weiß, Sie haben das nicht gewollt, aber es ist passiert. Tja.

P.S. Wie kriegen Sie eigentlich Ihre Pfoten wieder sauber?

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